Als die Beziehung scheitert, eskaliert die Situation. Dann verschwindet das gemeinsame Kind. Fahnder spüren es in den Niederlanden auf.

Die Brandenburger Polizei hat ein entführtes Baby in den Niederlanden aufgespürt. Niederländische Polizisten hätten die 10 Monate alte Yasmina aus Gransee bei Oranienburg am Sonntag in Herwijen unversehrt in Obhut genommen, teilte die Polizeidirektion Nord am Dienstag mit.

Der mutmaßliche Entführer sei der 39-jährige Vater des Kindes, der Yasmina Ende Dezember in Gransee nicht an die 18 Jahre alte Mutter übergeben, sondern in die Niederlande entführt haben soll, sagte Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Gegen den Vater wurde Haftbefehl wegen Kindesentführung ins Ausland erlassen.

Vermisst seit Silvester

Die 18-jährige Mutter und der 39-Jährige seien als Flüchtlinge aus unterschiedlichen Kulturkreisen nach Deutschland gekommen, erklärte die Polizei. Sie wurden in Deutschland Eltern der kleinen Yasmina. Später trennte sich das Paar, der Vater lebte in Rheinland-Pfalz.

Der 39-Jährige habe gefordert, dass die junge Mutter zu ihm zurückkehren solle, sagte Lehmann. Daher sei der Fall nicht als Kindesentziehung, sondern als Entführung zu werten.

Die Mutter hatte laut Polizei die kleine Yasmina an Silvester als vermisst gemeldet, nachdem der Vater das Baby nicht wie vereinbart nach einem eintägigen Besuchstag wieder übergeben habe.

Schwierige Ermittlungen

Die Polizei fahndete daraufhin mit einer Sonderkommission nach dem Kind. Yasmina wurde schließlich im niederländischen Herwijnen bei der 37-jährigen Schwester des mutmaßlichen Entführers aufgespürt.

An der erfolgreichen Suche nach dem Kind waren mehr als 100 Polizeibeamte aus mehreren Bundesländern und den Niederlanden beteiligt.

Die Ermittlungen seien schwierig gewesen, weil zahlreiche Bekannte und Verwandte der Eltern weit verstreut lebten. Unter anderem hatte die Polizei auch mit Fahndungsplakaten in Flüchtlingsheimen nach dem Kind gesucht.  © dpa