Der Sommer kann sich einfach nicht entscheiden: Zwei Tage Sonnenschein und heiße Temperaturen, dann zwei Tage Gewitter und Regenfälle - der Sommer 2014 präsentiert sich launisch und unberechenbar. Auch im August ist keine Besserung in Sicht, das Wetter bleibt wechselhaft.

Ein stabiles Sommerhoch und verlässlich gutes Wetter ist auch im August nicht zu erwarten. Stattdessen schließt der dritte meteorologische Sommermonat nahtlos an Juni und Juli an: Hier war es bereits überdurchschnittlich warm, aber auch ungewöhnlich nass. Das bedeutet, dass sich das tropische Klima mit viel Regen weiter über Mitteleuropa hält, prognostiziert Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net.

Ein Gewitter jagt das nächste: 2014 schon 880 Millionen Euro Schaden.

Die beiden Grafiken verdeutlichen die festgefahrene Wetterlage. Vor vier Wochen befand sich Deutschland genau wie jetzt in einem "Sommerloch" mit kühlerer Luft. Direkt über Deutschland ist es kälter als in der Umgebung. Dadurch entsteht das wechselhafte bis tropische Wetter. Warme Luft aus Osten und teilweise Südwesten trifft auf kühlere Luftmassen aus Nordwesteuropa und schafft die besten Bedingungen für Gewitterstürme und Regenschauer, erläutert Jung.

Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestätigen diese Aussage. Der DWD gibt an, der Juli sei "deutlich zu warm, extrem nass und reich an Gewittern" gewesen. Sowohl bei den Regenmengen als auch den Sonnenstunden wurden im Juli überdurchschnittliche Werte verzeichnet.

Unwetterschäden dürften zunehmen

"Solange sich dieses kühle Sommerloch nicht verabschiedet gibt's beim tropischen Sommerwetter in Deutschland nicht viel Neues zu berichten", so Wetterexperte Jung. "An der derzeitigen Großwetterlage ändert sich in den kommenden Tagen nur wenig. Es bleibt zwar sommerlich, teilweise sogar hochsommerlich warm, aber nicht trocken. (...) Es folgen immer wieder Gewitter und auch Unwetter. Die Unwetterschäden werden daher auch im August weiter zunehmen."

In der nächsten Woche sind laut Jung vor allem im Südosten Bayerns und im Osten Deutschlands schwere Wolkenbrüche zu erwarten, die wiederum für Hochwassergefahr sorgen.

Klimawandel ist nicht schuld

Dennoch ist der launische Sommer seiner Meinung nach keine Ausnahmeerscheinung. Dass es auch im Hochsommer immer wieder zu Gewittern und Schauern kommt, sei typisch für Mitteleuropa. Die Gewitter dieses Sommers betreffen nicht nur Deutschland, sondern verteilen sich gleichmäßig auf ganz Europa.

Das unbeständige Wetter sei auch keine Folge des Klimawandels. Vielmehr sei der extrem heiße und trockene Sommer 2003, an den sich noch viele erinnern, eine Ausnahmeerscheinung gewesen, erklärt der Wetterexperte. Die damalige Wetterlage sei eher charakteristisch für die Regionen Südeuropas gewesen.

Die Aussichten für die kommenden Tage:

Freitag: 22 bis 30 Grad, vielfach scheint die Sonne, Schauer oder Gewitter am Abend lediglich im Südwesten

Samstag: 25 bis 32 Grad, dabei zunehmend schwül, nachmittags und abends Gewitter, teilweise auch Unwetter

Sonntag: 23 bis 33 Grad, zeitweise Regen

Montag: 24 bis 28 Grad, vor allem im Nordosten Gewitter

Dienstag: 24 bis 29 Grad, mal Sonne, mal Wolken, nachmittags Gewitter

Mittwoch: 17 bis 21 Grad, im Südosten und Osten zeitweise starker Regen

Donnerstag: 20 bis 29 Grad, Richtung Erzgebirge weiterhin kräftiger Regen, sonst meist freundlich und trocken

Freitag: 25 bis 31 Grad, trocken und schönes Wetter (sag)