So richtig war der Winter ja noch gar nicht da. Wenig Schnee und nur selten frostige Temperaturen und glatte Straßen. Doch auch damit ist jetzt Schluss. Ein ungewöhnlich starkes Tief über dem Atlantik beschert Deutschland in den nächsten Tagen schwere Orkanböen. Sie bringen nasskaltes Schmuddelwetter mit sich.

Der Atlantik übernimmt bei der Großwetterlage wieder die Regie. "Er schickt uns Wolken mit Regen und viel Wind", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Schuld daran ist ein ungewöhnlich starkes Orkantief über dem Atlantik. "Alexandras" Ausläufer sollen Deutschland noch heute erreichen.

Meteorologen wagen erste Prognose zum Wetter an Heiligabend.

Sturmböen bis zu 150 Stundenkilometer

Bereits in der Nacht zum Mittwoch wurde auf Helgoland eine Windgeschwindigkeit von 101 Stundenkilometern gemessen. An der Nordseeküste und in den Mittelgebirgen sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Freitag Stürme der Windstärke 12 voraus. Stellenweise gibt es aber auch im Flachland Böen bis 80 Stundenkilometer. Auf der Nordsee bildeten sich Wellen von bis zu 15 Metern Höhe. Unruhig war es auch im Norden Großbritanniens: Auf mehreren Inseln im Westen Schottlands waren mehr als 17.000 Haushalte ohne Strom. In Irland und Schottland wurden Fährverbindungen eingestellt. Der Orkan-Rekord wird in den Hochlagen erwartet. Auf dem Brocken im Harz sind am Freitag sogar Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometer möglich.

Zwar verliert "Alexandra", das südöstlich von Island liegt und zum Nordmeer weiterzieht, am Donnerstag an Kraft, doch über dem Atlantik entwickelt sich mit "Billie" bereits ein neues Tief, das voraussichtlich am Freitag auf Deutschland treffen wird. Immerhin: "Billie" bringt nicht nur Sturm, sondern eben auch deutlich mildere Luft. Zum Wochenende erwarten die Wetterforscher daher bereits wieder Temperaturen von bis zu elf Grad - von Schnee ist da keine Spur.

Schneefallgrenze steigt weit nach oben

In den flachen Lagen dürfte daher von Schnee keine Spur mehr sein. Während es am Mittwochmorgen im Südosten noch einmal bis ganz runter geschneit hat, steigt die Schneefallgrenze in den nächsten Tagen nach und nach an. "Die Woche bis zum 3. Advent hält für Deutschland wenig Winterliches bereit", so Meteorologe Jung. Schnee fällt meist nur oberhalb von 600 bis 800 Meter. "Nur in den Mittelgebirgen könnte es also eine kleine Schneepackung geben", sagt der Wetterexperte. Wie das Wetter in Ihrer Region wird, sehen Sie in unserem Service Deutschlandwetter.

In Ski-Gebieten wie etwa dem Feldberg im Schwarzwald, der am Samstag in die Saison startet, müssen Wintersportler daher vor allem auf Kunstschnee bauen. Auch in Alpennähe sollen die Temperaturen erst einmal wieder deutlich nach oben gehen.

Das Wetter in den nächsten Tagen:

Donnerstag: 1 bis 7 Grad, viele Wolken und Regen, vereinzelt Sturmböen

Freitag: 2 bis 11 Grad, viel Regen, häufig schwere Sturmböen

Samstag: 1 bis 11 Grad, im Norden Schauer, in der Mitte und im Süden starker Regen

Sonntag: 0 bis 6 Grad, südlich der Donau etwas Schnee, im Norden Regen

Montag: 2 bis 10 Grad, ergiebiger Regen im Nordwesten, im Süden und Osten etwas Sonne

Dienstag: 0 bis 7 Grad, starker Wind und Schauer, im Süden Regen

(smo/mit Material von dpa)