Der Ex-Hurrikan "Bertha" hat den Sommer in Deutschland eindrucksvoll beendet: Nach einer Nacht mit Sturmböen und heftigen Gewittern bietet sich heute mancherorts ein Bild der Verwüstung. Der Spätsommer hat begonnen - und das Mitte August.

Vor allem die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erlebten nach einem sommerlichen Wochenende eine stürmische Sonntagnacht. Teils heftige Gewitter mit Sturmböen zogen vom Westen in den Osten Deutschlands und deckten auf ihrem Weg Dutzende Dächer ab, entwurzelten Bäume und brachten den Zugverkehr mancherorts durcheinander. Ein Augenzeuge aus der schwer getroffenen Kurstadt Bad Schwalbach im Taunus sprach von einem Bild der Verwüstung: "Hier sieht es aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte," sagte er der Nachrichtenagentur "dpa".

Schuld an dem Unwetter ist der Ex-Hurrikan "Bertha", dessen Sturmzentrum aktuell vor der schottischen Küste liegt und der für starke Stürme von Norwegen bis in die Schweiz sorgt. Für Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal "wetter.net" habe der Ex-Hurrikan die europäische Großwetterlage auch auf längere Sicht völlig durcheinander gebracht: "Der Hochsommer 2014 ist dank Ex-Hurrikan Bertha scheinbar zu Ende. Diese Woche wird es im ganzen Land spürbar kühler als in den vergangenen Wochen. Die schwüle Luft ist aus dem ganzen Land vertrieben und die 30-Grad-Marke werden wir so schnell nicht mehr überschreiten."

Laut dem "Deutschen Wetterdienst" (DWD) beruhigt sich das Wetter am Montag wieder, kühle und trockenere Luft fließt in weite Teile Deutschlands - lebhafter Wind aus Südwest und gebietsweise Schauer sind jedoch auch weiterhin nicht ganz auszuschließen. Zu teils kräftigen Regenfällen bis in die Abendstunden kommt es demnach lediglich noch im Süden Bayerns und Baden-Württembergs.

Durch den Ex-Hurrikan "Bertha" verschwindet nun das schwüle Tropenwetter aus Deutschland, das in der vergangenen Woche für warme Temperaturen und Badewetter an den Küsten sorgte. Die Urlauber müssen sich jetzt auf deutlich niedrigere Temperaturen einstellen. Am kommenden Wochenende wird vielerorts die 20-Grad-Marke gar nicht mehr geknackt, nachts muss sogar mit einstelligen Temperaturen gerechnet werden. Bereits Mitte August stellt sich in Deutschland der Spätsommer ein. Ein Ende ist laut Dominik Jung momentan nicht in Sicht.

Die Aussichten auf die kommenden Tage:

Dienstag: 20 bis 24 Grad, vielfach freundlich und kaum Schauer

Mittwoch: 17 bis 26 Grad, aus Süden aufziehender Regen, im Osten zunächst freundlich

Donnerstag: 16 bis 22 Grad, immer wieder Regen oder Schauer

Freitag: 17 bis 24 Grad, Sonne, Wolken und Schauer im Wechsel

Samstag: 15 bis 23 Grad, immer wieder Regenschauer, dazwischen vereinzelt Sonnenschein

Sonntag: 18 bis 22 Grad, zeitweise Sonnenschein, aber stellenweise auch Schauer

Montag: 20 bis 25 Grad, im Nordwesten Regenwolken, sonst Sonne und Wolken im Wechsel (lep)