Gewaltige Regenfälle haben am Dienstag in Teilen Deutschlands vollgelaufene Keller und überflutete Straßen verursacht. Besonders heftig wüteten die Unwetter in Nordrhein-Westfalen. In Wuppertal brachen zwei Dächer ein, in Oberhausen wurde eine Frau durch einen Blitzschlag verletzt.

Nach den schweren Unwettern in Teilen Deutschlands gehen am Mittwoch die Aufräumarbeiten weiter. Vor allem in Nordrhein-Westfalen waren am Vortag durch Starkregen zahlreiche Straßen, Keller und Gebäude überflutet worden. Auch in Niedersachsen, Hessen und Bayern kam es zu Überschwemmungen. Stellenweise fiel so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat.

Wuppertal: Dächer stürzten ein

In Wuppertal liefen die Wassermassen am Dienstag in Häuser und Geschäfte und richteten nach Angaben der Stadt erheblichen Schaden an.

In der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos.

Unter dem Dach hätten insgesamt 14 Fahrzeuge geparkt, erklärte die Polizei. "Es ist eine unfassbare Situation gewesen", sagte eine Sprecherin.

Ein Fahrer habe sein Auto noch rechtzeitig verlassen können, bevor das Dach auf seinen Wagen gestürzt sei. Er wurde leicht verletzt.

Auch das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein -auf einer Größe von etwa 30 bis 50 Quadratmeter.

"Nach ersten Einschätzungen ist das Ausmaß des Schadens erheblich", erklärte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch.

Bis 100 Liter auf den Quadratmeter Regen

In der Spitze fielen im Raum Wuppertal nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 100 Millimeter Regen, also 100 Liter auf den Quadratmeter. "Das war schon extrem und ist in der Regenmenge etwa das, was normalerweise im Laufe eines Monats fällt", sagte ein Sprecher am Mittwoch.

"Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein", sagte eine Sprecherin der Stadt Wuppertal. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage dauern.

"Wir müssen die Keller leer bekommen", sagte ein Sprecher der Wuppertaler Feuerwehr am Mittwochmorgen. Knapp 550 Feuerwehrleute seien in der Stadt im Einsatz, viele davon bereits seit mehr als 15 Stunden.

Einerseits müssen vollgelaufene Keller leergepumpt, andererseits Straßen freigeräumt werden.

Auch diese Regionen waren betroffen

Bei Kleve am Niederrhein musste am frühen Mittwochmorgen ein Autobahnzubringer voll gesperrt werden, um die Fahrbahn zu reinigen. Überschwemmungen hatten die Straße unbefahrbar gemacht.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag mehrere Hundert Notrufe. Im Keller eines Einkaufszentrums stand das Wasser nach Stadtangaben etwa eineinhalb Meter hoch.

In Oberhausen im Ruhrgebiet wurde eine Frau durch einen Blitzschlag verletzt. Sie hielt sich nach Angaben der Feuerwehr am Nachmittag im Freien auf, als in der Nähe der Blitz einschlug. Sie wurde zwar nicht direkt getroffen, kam aber anschließend ins Krankenhaus.

Über Hessen tobten Unwetter bereits am Nachmittag. Vor allem in Nord- und Mittelhessen richtete der Starkregen Schäden an. In Marburg musste ein Einkaufszentrum evakuiert werden.

Besonders stark traf es Gießen. Dort waren in der Nacht bis zu 300 Helfer im Einsatz. "Jetzt steht das große Aufräumen an", sagte eine Sprecherin. Zahlreiche Bäume waren hier umgeknickt, Straßen überflutet. Am Gießener Uniklinikum stand die Notaufnahme teilweise unter Wasser. Für etwa zwei Stunden konnten dort keine Notfälle aufgenommen werden.

In Niedersachsen war vor allem der Süden betroffen. In Bad Gandersheim im Landkreis Northeim sorgte starker Regen für überflutete Straßen. "Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz", sagte ein Sprecher der Polizei.

Auch in Teilen Bayerns tobten Unwetter. Vor allem in Unterfranken mussten Einsatzkräfte der Feuerwehr zu vollgelaufenen Kellern ausrücken.

Einsatzschwerpunkt war der Landkreis Schweinfurt. "Hier gingen bis 22 Uhr über 400 unwetterbedingte Notrufe ein", teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes mit.

Auch in der Oberpfalz gab es zahlreiche unwetterbedingte Einsätze. In Regensburg waren Straßen zeitweise überflutet, so auch die Autobahn A93. In einigen Stadtteilen fiel für Stunden der Strom aus.

Weitere Unwetter angekündigt

Für den Mittwoch gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) keine Entwarnung. "Es ist keine Entspannung in Sicht", sagte ein Sprecher am Morgen.

Vom Nordwesten bis in den Osten und Südosten sowie lokal im Südwesten werde es teils wieder kräftige Schauer und Gewitter geben. "Es wird wieder krachen", sagte der Sprecher.

In den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen kann es laut Deutschem Wetterdienst den ganzen Mittwoch über kräftig gewittern. Auch Starkregen und Hagel sind möglich. (cai/dpa)

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Unwetter-Bilanz: So heftig hat es Deutschland erwischt

Gewaltige Regenfälle haben am Dienstag in Teilen Deutschlands vollgelaufene Keller und überflutete Straßen verursacht. Besonders heftig wüteten die Unwetter in Nordrhein-Westfalen.
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