In Erwartung des Ex-Hurrikans "Ophelia" haben Behörden in Irland die höchste Wetterwarnstufe für das ganze Land ausgerufen. "Ophelia" soll heute auf die Südwestküste Irlands treffen und im Laufe des Tages über die Insel hinwegziehen.

Der irische Wetterdienst erwartet Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern und warnt vor Lebensgefahr.

Warnungen vor "Ophelias" Wucht

Die Rede ist vom heftigsten Sturm im Land seit 50 Jahren. Die Menschen wurden aufgerufen, in geschlossenen Räumen zu bleiben.

"Die höchste Prämisse ist heute öffentliche Sicherheit", twitterte der irische Ministerpräsident Leo Varadkar. Die Menschen sollten unnötige Reisen und Aufenthalt im Freien vermeiden.

"Ophelia" ist bereits der zehnte Hurrikan, der sich in dieser Saison über dem atlantischen Ozean zusammengebraut hat.

Der Hurrikan erreichte Mitte vergangener Woche südwestlich der Azoren seinen Höhepunkt, seitdem bewegt er sich in Richtung Nordosten.

"Ophelia" wurde über dem Atlantik lange Zeit als Hurrikan der Stufe 3 eingeordnet. In der Nacht auf Montag schwächte sich der Hurrikan zu einem außertropischen Sturm-Tief ab, gefährlich bleibt "Ophelia" dennoch.

Ex-Hurrikan Ophelia erreicht als schwerer Sturm Irland.

Es handelt sich dabei um "einen der heftigsten Stürme der Geschichte" Irlands, meint Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

"Ophelia" ist eine "meteorologische Sensation"

"Noch nie ist ein so starker Hurrikan so weit in den Ostatlantik vorgedrungen und noch nie hat ein Ex-Hurrikan mit einer solchen Intensität europäisches Festland getroffen", betont der Wetter-Experte. "Das gab es in den vergangenen 160 Jahren noch nie. Es ist eine meteorologische Sensation."

Normalerweise ziehen Hurrikans ihre zerstörerische Energie aus warmen Gewässern mit mindestens 25 Grad, wie in der Karibik - oder eben vor der Westküste Afrikas, wo "Ophelia" geboren wurde.

Von dort wandern sie in der Regel mit den Passatwinden Richtung Westen auf die Karibik und die USA zu. "Ophelia" jedoch geriet nicht in diese Winde.

Wasser im Atlantik wärmer als gewöhnlich

Trotzdem wäre der schwere Sturm unter gewöhnlichen Bedingungen im Atlantik vor Portugal noch ausgebremst worden, da dort die Wassertemperatur normalerweise weitaus kälter ist als in den von Hurrikans bevorzugten maritimen "Geburtsstuben".

In diesem Jahr ist dort das Wasser allerdings wärmer als gewöhnlich, sodass "Ophelia" ihre Stärke beibehalten konnte.

Diese "meteorologische Sensation" hält nun das öffentliche Leben in Irland in Atem.

Schulen und Behörden blieben geschlossen, Fährverbindungen wurden vorübergehend eingestellt, Gerichtsverhandlungen verschoben. Teile der irischen Armee wurden in Bereitschaft versetzt. Der Flughafen in Dublin teilte mit, Dutzende Flüge seien gestrichen worden.

Dunkle Erinnerungen an "The Great Storm"

Auch im britischen Nordirland bleiben die Schulen am Montag geschlossen. Der britische Wetterdienst warnte vor umherfliegenden Trümmerteilen. Auch mit Stromausfällen und Überschwemmungen in Küstennähe sei zu rechnen.

Starke Winde wurden auch für den Norden und Westen des Vereinigten Königreichs vorausgesagt.

"Ophelia" weckt Erinnerungen an den "Great Storm" (großen Sturm), der am 16. Oktober 1987 über Großbritannien fegte. Das Unwetter kostete 18 Menschen das Leben. (dpa(mwo)

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