• 21:04 Uhr: ➤ Starkregen und Hochwasser in Bayern noch nicht gebannt - Sturzfluten möglich
  • 17:40 Uhr: Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört - kein Wettkampf im Winter
  • 13:20 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen
  • 12:16 Uhr: Komplikationen an Steinbachtalsperre - Wasserstand sinkt langsamer als gedacht
  • 09:29 Uhr: Zahl der Unwetter-Toten in Deutschland steigt auf 156

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➤ Lage in Bayern bleibt angespannt: Starkregen und Hochwasser noch nicht gebannt - Sturzfluten möglich

Die Hochwasserlage im Süden und Osten Bayerns bleibt bis in den Montag hinein angespannt. Zwar sollen sich die Niederschläge vielerorts bis in die frühen Abendstunden abschwächen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntagnachmittag mitteilte. In den betroffenen Regionen sei aber lokal noch mit weiterem Starkregen zu rechnen. Extreme Sturzfluten seien nicht ausgeschlossen.

Besonders im niederbayerischen Passau sollten die Wasserstände dem DWD zufolge weiter steigen. Die maximalen Werte würden für die Nacht erwartet. Es könne knapp die höchste Meldestufe vier erreicht werden, derzeit bestehe Stufe drei. Diesen Wert erreichten auch Flüsse in anderen Regionen wie in Oberbayern die Salzach im Raum Burghausen (Landkreis Altötting) und die Loisach bei Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land hatte in der Nacht den Katastrophenfall ausgerufen. Sintflutartige Regenfälle hatten auch weite Teile Österreichs erfasst.

Die weiteren Unwetter-News des Tages:

Laschet will schnell mit Kommunen über Finanzhilfen beraten

20:24 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will noch in dieser Woche mit den von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Kommunen über Finanzhilfen beraten. Das sagte er am Sonntagabend einer Fernsehansprache im WDR laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript.

Auch mit dem Bund werden Gespräche geführt. "Eine Katastrophe von nationaler Tragweite braucht auch eine schnelle nationale Antwort", sagte der Kanzlerkandidat der Union. "Daran arbeite ich unter Hochdruck mit den Kolleginnen und Kollegen in der Landes- und der Bundesregierung." Außerdem wolle er mit den Kommunalvertretern zusammenkommen, "um zu beraten, wie wir die Finanzhilfen ausgestalten, um schnell unsere Heimat wiederaufzubauen".

Laschet machte klar, dass die Beseitigung der Schäden ein Kraftakt wird. "Als Land tun wir alles, um jetzt die direkten Auswirkungen der Katastrophe in den Griff zu bekommen." Die Krisenstäbe tagten rund um die Uhr. "Die Wunden dieser Tage werden wir aber noch lange spüren", sagte der Christdemokrat. "Der Wiederaufbau wird Monate, ja Jahre dauern."

Plünderungen nach Unwetterkatastrophe: Drei Verdächtige in U-Haft

20:06 Uhr: Nach Plünderungen im vom Unwetter getroffenen Eschweiler bei Aachen sitzen drei Verdächtige in Untersuchungshaft. Das erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag in einer vorab aufgezeichneten Fernsehansprache im WDR. Eschweiler ist besonders hart von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen. "Es macht mich daher wütend, wenn ich höre, dass gerade jetzt Menschen in ihre verwüsteten Häuser zurückkehren und feststellen, dass Plünderer das wenige gestohlen haben, was ihnen noch geblieben ist", sagte Laschet.

Unfall mit Rettern in Berchtesgaden - vier Verletzte

19:06 Uhr: Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind beim Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden mit ihrem Lastwagen verunglückt. Vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie das Bayerische Rote Kreuz am Sonntag mitteilte. Der Wagen sei mit Sandsäcken beladen gewesen und auf der Salzbergstraße (B319) bergab auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Auto zusammengestoßen. Dabei überschlug sich der Laster.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge war der 42-jährige THW-Fahrer zusammen mit seinem 25-jährigen Beifahrer unterwegs. In dem anderen Unfallauto saß ein Urlauber-Ehepaar aus der Oberpfalz. Deren Auto hatte sich bei dem Unfall überschlagen. Die Polizei vermutete, dass möglicherweise die Bremsen des Lasters heiß gelaufen waren. Die beiden THW-Helfer wurden schwer bis mittelschwer verletzt, das Ehepaar nur leicht.

Zudem musste die Wasserwacht mehrere gestrandete Wanderer retten, die wegen des Hochwasser nicht mehr weiterkamen, da die Fähren auf dem Königssee nicht mehr fuhren.

Erdrutsch in Erftstadt: Laut Experten weiterhin akute Lebensgefahr

18:40 Uhr: In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

"Angesichts der Zerstörung in Teilen des Ortes, grenzt es an ein Wunder, dass wir bisher keine Todesopfer zu beklagen haben. Das ist ein Stück weit erleichternd. Gleichwohl müssen wir mit Hochdruck an einer Perspektive für die Bewohner arbeiten, die verständlicherweise schnellstmöglich wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren möchten", so Rock.

Bob- und Rodelbahn Königssee zerstört - kein Wettkampf im Winter

17:40 Uhr: Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das schwere Unwetter in der Nacht zerstört worden. Thomas Schwab, Generalsekretär des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, der Schaden gehe in die Millionen. "An einen Bahnbetrieb in diesem Winter ist nicht zu denken. Wir hoffen, dass wir die Bahn bis Oktober 2022 wieder hinbekommen", sagte Schwab. Der Zugang sei derzeit beschwerlich, für die Aufräumungsarbeiten schweres Gerät vonnöten.

Teile der ältesten Kunsteisbahn der Welt wurden von den Wassermassen weggerissen und zerstört. Die Ammoniakrohre zur Kühlung der Eisrinne wurden zum Glück nicht beschädigt. "Auf der Leitung war kein Druck, die Kühlung ist abgestellt", erläuterte Schwab, der auch Mitglied der gemeinsamen Bahnkommission der Weltverbände Fil (Rodeln) und IBSF (Bob/Skeleton) ist.

"Es tut unendlich weh!", schrieb der mehrmalige Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Felix Loch in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Rennstrecke. Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe.

Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: "Unfassbar... Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült."

Auf den Bildern ist zu sehen, wie Geröll- und Wassermassen einen Teil der überdachten Weltcup- und WM-Bahn mit sich rissen und zerstörten. Ein in der Nacht aufgenommenes Amateurvideo zeigt zudem, wie Wasser die Bahn hinunter fließt und Teile der Anlage heftig überschwemmt.

Hilfsbereitschaft führt zu Lagerproblemen - Annahme von Sachspenden gestoppt

16:36 Uhr: Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß, die Lager mit Sachspenden sind voll. Die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen erklärten am Sonntag, Sachspenden gebe es derzeit genug. "Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können", erklärte der Kreis Euskirchen. Hilfsangebote sollten nicht unkoordiniert, sondern im direkten Kontakt mit Betroffenen erfolgen. Beide Kreise richteten Konten für Hochwasser-Hilfen ein und baten um Geldspenden.

Das Deutsche Rote Kreuz in Köln berichtete am Sonntag, weitere Sachspenden würden zunächst nicht mehr angenommen. Eine für 50 Wagen konzipierte Fahrzeughalle sei gut gefüllt. "Wir hatten nicht gedacht, dass wir innerhalb von zwei Tagen so viele Sachspenden entgegennehmen dürfen", sagte ein DRK-Mitarbeiter. Nun müssten die Gaben erst einmal sortiert und dafür Abnehmer gefunden werden.

In Düsseldorf sammelte eine private Initiative in kurzer Zeit mehr als 2500 Kartons mit Sachspenden. Einen Abnehmer gebe es noch nicht, sagte die Initiatorin. Man wolle Kontakt zu Hochwassergebieten in Bayern aufnehmen.

Weitere Häuser im Berchtesgadener Land evakuiert

14:59 Uhr: Weitere Häuser im Hochwassergebiet des Berchtesgadener Landes müssen evakuiert werden. Das betreffe einen Teilbereich an der Königsseer Ache, teilte das Landratsamt am Sonntag mit. Wie viele Menschen betroffen seien und was wo genau drohe - also Hochwasser oder ein Hangabrutsch - konnte eine Sprecherin noch nicht sagen. Die Entscheidung sei erst vor kurzem getroffen worden.

Die betroffenen Menschen würden direkt kontaktiert. "Wichtig ist, auf die Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten, zügig das betroffene Gebiet zu verlassen und sich zum angeordneten Sammelpunkt zu begeben."

Zuvor wurden 135 Menschen in Sicherheit gebracht. Denn in Schönau am Königssee droht ein Hangabrutsch, ein Geologe sei vor Ort, um die Lage zu bewerten, so das Landratsamt. Es sei immer noch schwer, die Lage insgesamt zu beurteilen. Es regne immer wieder, auch heftiger, sagte die Sprecherin.

Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen

13:20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen.

Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Fernsehbilder zeigten sie auf einer Brücke im Gespräch mit Einsatzkräften. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

Komplikationen an Steinbachtalsperre - Wasserstand sinkt langsamer als gedacht

12:16 Uhr: An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen fließt das Wasser langsamer ab als erwartet. Deshalb sollen Experten am Sonntag die noch immer angespannte Lage am Staudamm neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln auf Twitter mitteilte.

Die ursprünglich geplante Prognose, am Sonntagnachmittag gegen 15:00 Uhr Entwarnung geben zu können, kann den Angaben zufolge deshalb nicht gehalten werden - die Anwohner können nicht wie gehofft in ihre Häuser zurückkehren.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Der Wasserstand sinke aber langsamer als erwartet, hieß es am Samstagabend. Entwarnung könne erst gegeben werden, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei. Bis dahin bestehe weiter akute Dammbruchgefahr, wie die Bezirksregierung am Samstag warnte. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

Menschen in Erftstadt suchen Angehörige - 70 Fahrzeuge geborgen

10:39 Uhr: In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten "Personenauskunftsstelle" 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag.

Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser. Bislang wurden keine Menschen in den Autos und Lastwagen entdeckt. Zwei Fahrzeuge konnten Helfer bislang nicht sichten, weil sie unter einen Lkw lagen.

In Erftstadt waren am Samstag erste Aufräumarbeiten angelaufen. Die Bundeswehr begann damit, auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen.

Scholz stellt mehrere Hundert Millionen Euro Soforthilfe in Aussicht

09:51 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. "Es braucht einen nationalen Kraftakt", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag".

Am Mittwoch im Kabinett wolle er zwei Dinge auf den Tisch legen. "Erstens eine Soforthilfe - bei der letzten Flut waren dafür deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht", sagte Scholz. "Zweitens müssen wir die Grundlage für ein Aufbauprogramm schaffen, damit die zerstörten Häuser, Straßen und Brücken zügig repariert werden. Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro."

Nach Aussage von Scholz soll es schnell gehen. "Noch im Juli sollten möglichst die ersten Soforthilfen an die Betroffenen gehen", erläuterte er. "Die Aufbauhilfe braucht etwas mehr Zeit. Aber noch in diesem Jahr soll alles stehen." Die akute Soforthilfe des Bundes solle über die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ausgezahlt werden. Vor Ort könne am besten entschieden werden, wer am dringendsten Unterstützung brauche.

"Wer sein Geschäft, sein Haus verloren hat, kann die Schäden nicht alleine tragen", sagte Scholz. "Wir müssen jetzt als Land zusammenstehen und den Flut-Opfern schnell, großzügig und unbürokratisch helfen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Betroffenen schon am Donnerstag Unterstützung versprochen. Scholz hatte bereits gesagt, Hilfen müssten den Ländern, den Landkreisen, den Gemeinden und auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen.

Neue Kredite zur Finanzierung der Soforthilfen hält Scholz nicht für notwendig: "Wir können mit den uns jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln machen, was jetzt nötig ist", sagte er der Zeitung. "Die Mittel für den Wiederaufbau werden erfahrungsgemäß schrittweise in den kommenden Jahren benötigt, das stemmen wir."

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Hochwasser zieht sich langsam zurück - Spuren der Verwüstung nun auch in Bayern

Tief "Bernd" hat dem Westen Deutschlands mit Starkregen eine Jahrhundertflut beschert. Wenige Tage später hat es auch Teile Bayerns und Österreichs erwischt. Die Auswirkungen auf die betroffenen Orte sind verheerend.

Zahl der Unwetter-Toten in Deutschland steigt auf 156

09:29 Uhr: Die Zahl der Toten durch die Unwetterkatastrophe in Deutschland ist nochmals deutlich gestiegen und liegt nun bei 156. In Rheinland-Pfalz erhöhte sich die Opferzahl nach Polizeiangaben von Sonntagmorgen um weitere zwölf auf 110. In Nordrhein-Westfalen waren bis Samstagabend 45 Tote gezählt worden, zudem kam mindestens ein Mensch bei Überschwemmungen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land ums Leben. Auch in der Sächsischen Schweiz gab es starke Überschwemmungen.

In den Hochwassergebieten in NRW und Rheinland-Pfalz galten zudem immer noch zahlreiche Menschen als vermisst. Allerdings waren viele Telefon- und Internetverbindungen weiterhin unterbrochen, was die Kontaktaufnahme massiv erschwerte.

Die Zahl der Toten übertrifft mittlerweile um ein Mehrfaches jene der sogenannten Jahrhundertflut aus dem Jahr 2002, bei der in Sachsen 21 Menschen gestorben waren. In den überfluteten Orten in NRW und Rheinland-Pfalz boten sich Bilder von verheerender Zerstörung, so im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz und im nordrhein-westfälischen Erftstadt.

Nach Stark- und Dauerregen weiter Hochwassergefahr im Osten Bayerns

08:48 Uhr: Die Hochwasserlage in Teilen Bayern bleibt angespannt. Betroffen war am Sonntagmorgen besonders der Osten Bayerns vom Berchtesgadener Land bis Passau. Ergiebiger Stark- und teils Dauerregen hatte am Alpenrand sowie im Bayerischen Wald die Wasserstände massiv ansteigen lassen. Im Laufe des Sonntags sollte der Regen in den betroffenen Regionen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) weniger werden.

Im niederbayerischen Passau stiegen die Wasserstände der Flüsse stündlich weiter an. Die Polizei schleppte vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. An der Donau im Bereich Passau gebe es aktuell Überschwemmungen der Meldestufe 3. Hier sei der Scheitel im Laufe des Tages erreicht. Die Wasserstände würden aber noch bis Montag auf diesem Niveau bleiben.

Der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land hatte in der Nacht den Katastrophenfall ausgerufen. Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht auch weite Teile Österreichs erfasst. An den Zuflüssen zum Inn, am Inn selbst sowie im Gebiet von Iller und Regen gebe es an vielen Flüssen Überschwemmungen der Meldestufe 1. An der Donau könne es bis Kelheim zu Überschwemmungen bis zur Meldestufe 2 kommen.

Altmaier will "Corona-Flutpauschale" für Unternehmen

04:14 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schlägt eine Pauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen vor, die von der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands und der Corona-Krise betroffen sind. "Ich plädiere für eine Corona-Flutpauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen, die es doppelt schlimm getroffen hat", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Die Existenzgrundlage von vielen Unternehmen in den Tourismus- und Weinbaugebieten sei zerstört. Er erwarte aber auch von den Versicherungen, jetzt schnell die Schadenssummen auszuzahlen, und dass sich die Geschäftspartner getroffener Unternehmen kulant zeigten.

Während sich das verheerende Hochwasser aus vielen Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz langsam zurückzieht, wird in den Trümmern weiterhin nach Todesopfern und Verletzten gesucht.

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Mit Material von dpa und afp.

Hochwasserkatastrophe: Unwetter auch in Bayern und Sachsen

Der unwetterartige Regen hört nicht auf: Am Abend treffen schwere Unwetter Teile Bayerns, die Sächsische Schweiz und Österreich.
Teaserbild: © Peter Kneffel/dpa