Hoch "Annelie" ist auf Rekordkurs: Heute wird es extrem heiß in Deutschland. Es könnte sogar der bisherige Hitzerekord gebrochen werden - vermutlich im Südwesten. Die bislang höchste gemessene Temperatur in Deutschland betrug 40,2 Grad. Das war in den Jahren 1983 und 2003. Mit im Gepäck hat Hoch "Annelie" allerdings auch Schwüle, Blitz und Donner. Für die ersten Landkreise hat der DWD bereits eine Warnung herausgegeben.

Bis mindestens Dienstag soll sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Hitze halten. Mit 37,7 Grad war am Freitag Bad Mergentheim in Baden-Württemberg der heißeste Ort Deutschlands. Bundesweit auf Platz zwei folgte Saarbrücken mit 37,6 Grad, wie ein DWD-Sprecher in Offenbach sagte. Kitzingen in Bayern landete mit 37,4 Grad auf Platz drei.

Jetzt könnte der Rekord geknackt werden - laut DWD voraussichtlich im Südwesten des Landes. Die exakten Temperaturen will der Wetterdienst am Abend bekanntgeben.

"Das ist eine der massivsten Hitzewellen seit Jahren. Sollte die 40,2 Grad überschritten werden, dann wäre das der heißeste Tag seit 1881, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen", sagt Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. "Doch der Preis könnte hoch sein. Besonders am Sonntag, aber auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch drohen massive Unwetter im Land", warnt er.

Wo Gewitter und Unwetter drohen

Schon am Freitag zeigten sich die negativen Folgen der großen Hitze, so etwa ausgefallene Klimaanlagen in Zügen, Blow-ups auf Straßen und Blitzeinschläge. Mit Regen und Hagel zog zum Beispiel ein starkes Hitzegewitter über Teile Thüringens hinweg. In Dachwig nordwestlich von Erfurt wurden innerhalb einer Stunde 36 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Nach Angaben der Polizei gab es aber keine größeren Schäden oder Verletzte bei dem Unwetter.

Am Samstagnachmittag besteht vor allem im Westen und Nordwesten die Gefahr lokal kräftiger Gewitter mit Unwetterpotential durch Starkregen und Hagel. Die Unwetter ziehen von Frankreich und den Benelux-Staaten heran, wie der DWD vorhersagt. Aktuell hat der DWD für ganz Deutschland eine Hitzewarnung herausgegeben.

Zudem gibt es erste Vorabinformationen zu Unwettern in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Für die Kreise Stendal und Jerichower Land in Sachsen-Anhalt westlich von Berlin, für den Kreis Schaumburg bei Hannover sowie von Konstanz bis Tübingen in Baden-Württemberg warnt der DWD für den späten Nachmittag vor Wärmegewittern. Wir halten Sie an dieser Stelle über die aktuelle Unwetterwarnlage auf dem Laufenden.

In der Nacht zum Sonntag gibt es im Westen und Nordwesten weitere Gewitter, warnt der DWD weiter. Am Sonntag drohen dann zum Teil schwere Unwetter mit "Hagel, Starkregen und Sturmböen. Lokal wird es sehr wahrscheinlich auch Tornados geben", warnt auch Diplom-Meteorologe Jung.

Woran kann ich erkennen, wie weit weg sich das Gewitter befindet?

Ein Gewitter ist bereits weniger als zehn Kilometer entfernt, wenn ein Donner zu hören ist. Der ungefähre Abstand lässt sich nach einer alten Faustregen abschätzen: Man zählt die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilt das Ergebnis durch drei. Das ergibt die Distanz in Kilometern. Bei zehn Sekunden und weniger gilt Lebensgefahr, erklärt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE).

Experten raten, sich schon beim ersten Donnern in geschützte Räume zurückzuziehen. Ein Gewitter ist erst vorbei, wenn 30 Minuten lang kein Donner zu hören ist.

Das Wetter der folgenden Tage im Detail

Samstag: 33 bis 40 Grad, viel Sonne, nachmittags und abends lokale Hitzegewitter

Sonntag: 31 bis 40 Grad, sonnig und heiß, abends aus Westen Unwetter die das ganze Land überqueren

Montag: 23 bis 30 Grad, Sonne und Wolken und einzelne Gewitter, sehr schwül

Dienstag: 29 bis 39 Grad, die Sonne heizt noch mal mächtig, ein, danach Unwetter

Mittwoch: 20 bis 28 Grad, wechselhaftes Schauerwetter

Donnerstag: 17 bis 23 Grad, Sonne und Wolken im Wechsel, dazu Schauer

Freitag: 15 bis 21 Grad, mal Sonne, mal Wolken und Schauer

Samstag: 16 bis 22 Grad, unbeständig, mal Sonnenschein, mal Schauer

Sonntag: 19 bis 28 Grad, erst freundlich, später Schauer

Quellen: dpa, Deutscher Wetterdienst (DWD), wetter.net