Seine-Hochwasser: Paris bereitet sich auf die Flutspitze vor

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Evakuierungen, gesperrte Straßen, geschlossene Bahnstationen: Das Hochwasser in Paris steigt weiter an. Den dramatischen Pegelstand von 2016 dürfte die Seine jedoch nicht erreichen.

Die Seine ist über die Ufer getreten und nähert sich der Sechs-Meter-Marke. Die Île aux Cygnes (Insel der Schwäne) mit der Freiheitsstatue ist vollständig überflutet.
Die 5,2 Meter hohe Zuaven-Statue der Pont de l’Alma ist eine inoffizielle Hochwassermarke. Erreicht das Seinewasser ihre Füße, werden die Uferwege gesperrt, steht es bis zu den Hüften, ist der Fluss nicht mehr schiffbar. Bei dem Rekordhochwasser 1910 (8,62 Meter) ging ihr das Wasser an den Hals.
Eher Wasserball als Tennis wäre auf diesem Platz angesagt auf der Ile de la Grande Jatte zwischen Neuilly-sur-Seine und Levallois-Perret im Westen von Paris. Erst zwei Jahre ist das letzte große Hochwasser in der Millionenmetropole her.
In Villeneuve-Saint-Georges, rund 15 Kilometer südlich der französischen Hauptstadt, sind die Straßen überflutet, so dass die Wasserinspektoren sich mit Booten aushelfen müssen, um die Lage zu inspizieren.
In Paris sind schon seit mehreren Tagen die Quais und Wege am Seineufer gesperrt. Auch der Louvre hat am Donnerstag wegen des Hochwassers sein Untergeschoss geschlossen. Dennoch zieht das Hochwasser Schaulustige an.
Die Hochwasserlage in Paris bleibt angespannt, auch wenn die Seine langsamer steigt als befürchtet. Die Spitze der Flut dürfte der Fluss mit 5,95 Metern in der Nacht zum Montag erreichen. Mit der dramatischen Höchstmarke von 6,10 Metern im Juli 2016 rechnet der Hochwasser-Informationsdienst Vigicrues nicht.
Aus Sicherheitsgründen werden mehrere Stationen der Schnellbahn-Linie C geschlossen, die in der Nähe des Flusses liegen, wie hier die Metrostation Javel. Experten gehen davon aus, dass das Hochwasser nur langsam zurückgehen wird, weil unter anderem die Zuflüsse zur Seine noch viel Wasser führen.
Besonders Villeneuve-Saint-Georges Süden von Paris trifft es hart. Laut dem französischen Wetterdienst Méteo-France zählen der Dezember und Januar zu den beiden regenreichsten seit 1900.
Ein besonderes Problem der Anwohner ist die befürchtete Rattenplage, denn bei Hochwassern kommen die scheuen Nagetiere in Massen an die Oberfläche.
Ungeachtet der befürchteten Schäden versuchen die Anwohner, das Beste aus der angespannten Situation zu machen, und beweisen Savoir vivre auch im venezianisch anmutenden Paris.
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