Der Wintereinbruch in Deutschland hat Tote und Verletzte gefordert: Vor allem in Bayern führten Schnee und Glätte zu teils schweren Unfällen auf den Straßen. Bei Fulda beschädigten Eisbrocken einen vollbesetzen ICE während der Fahrt. Und in Frankfurt mussten Hunderte Passagiere am Flughafen übernachten.

Schnee und Glätte haben in der Nacht zum Montag in Bayern Hunderte Unfälle verursacht. Wie die Polizei mitteilte, gab es allein in Ober- und Mittelfranken insgesamt mehr als 400 Unfälle.

Zwei junge Fahrzeuginsassen kamen bei Zusammenstößen bereits am Sonntag ums Leben. Auf einer Bundesstraße im Landkreis Kulmbach starb eine 18-Jährige nach der Kollision ihres Autos mit einem Wagen auf der Gegenfahrbahn, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte.

Grund des Zusammenstoßes am späten Sonntagnachmittag war wohl Glätte.

In Nürnberg starb ein 23-jähriger Beifahrer beim Zusammenstoß zweier Autos auf schneebedeckter Straße.

Eisbrocken beschädigen ICE

Bei Fulda ist ein vollbesetzter Intercity während der Fahrt durch den zehn Kilometer langen Landrückentunnel von mehreren Eisbrocken beschädigt worden.

Die rund 550 Reisenden wurden nicht verletzt, mussten den Zug jedoch in Würzburg verlassen, wie die Bundespolizei mitteilte.

Die Eisbrocken schlugen gegen die Außen- und Unterseite des Zuges, wodurch sechs Fensterscheiben zersplitterten. Außerdem rissen an einem Waggon auch Brems- und Entwässerungsschläuche.

Nach einem ersten Nothalt am Sonntag hinter dem Bahntunnel fuhr der Zug noch in geringer Geschwindigkeit bis zum Würzburger Hauptbahnhof.

Dort wurde der Schaden begutachtet und danach der Zug nach München in ein Betriebswerk gefahren. Die Höhe des Schadens war zunächst nicht bekannt.

Nach Angaben der Polizei war der Streckenabschnitt im Tunnel sehr vereist. Als der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Tunnel fuhr, könnten sich Eisbrocken von den Schienen gelöst haben und nach oben geschleudert worden sein.

Hunderte Fluggäste sitzen in Frankfurt fest

In Frankfurt kam es zu zahlreichen Flugausfällen. In der Nacht zu Montag saßen deswegen am dortigen Flughafen 240 Passagiere fest.

Insgesamt seien am Sonntag 254 Flüge annulliert worden, sagte ein Fraport-Sprecher am Montagmorgen. Für die gestrandeten Passagiere hätten 600 Feldbetten bereitgestanden. Auch für den Montag rechne der Flughafenbetreiber noch mit Ausfällen.

Zuvor hatte die "Hessenschau" darüber berichtet. Stundenlanger Schneefall hatte am Sonntag zu massiven Behinderungen in Hessen geführt.

Neben Ausfällen im Luftverkehr gab es auch Verspätungen im Bahnverkehr.

Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände, Stürme sowie Kälte- und Hitzewellen: Zwei Drittel der Europäer könnten Ende des Jahrhundert jedes Jahr Wetterkatastrophen erleben.


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