"Herwart" hält die Einsatzkräfte in Norddeutschland auf Trab. Neben vielen umgestürzten Bäumen wurde eine historische Mühle zerstört. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

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Herbststurm "Herwart" hat den deutschen Norden fest im Griff. Verletzte soll es aber bisher keine gegeben haben.

Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten in der Nacht zum Sonntag von umgekippten Bäumen, eingestürzten Baugerüsten und weggeflogenen Trampolinen. Im nordfriesischen Oldenswort fiel eine historische Mühle dem Sturm zum Opfer.

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Ihr Ort kann nicht ermittelt werden

Deutsche Bahn stellt Zugverkehr ein

Die Bahnstrecken zwischen Kiel und Hamburg, sowie zwischen Flensburg und Hamburg wurden durch umgestürzte Bäume blockiert. "Entstörtrupps sind bereits mit Kettensägen und anderem schweren Gerät vor Ort und arbeiten fieberhaft an einer Beseitigung der Hindernisse" sagte ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Wann die Strecken wieder frei sein werden, war zunächst unklar.

Die Deutsche Bahn hat ihren Zugverkehr am Sonntagmorgen in weiten Teilen Deutschlands eingestellt. Wegen des Sturmtiefs "Herwart" führen derzeit keine Züge mehr in Nord- und Mitteldeutschland, teilte ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mit.

Betroffen seien die Strecken in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Züge aus anderen Regionen in diese Gebiete endeten vorzeitig. Alle für Sonntag gekauften Tickets könnten binnen vier Wochen kostenlos storniert oder umgetauscht werde.

Hamburger Feuerwehr rückte 170 Mal aus

In Hamburg wird am Vormittag eine schwere Sturmflut mit einem Pegel von 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet. "Die Behörden sind vorbereitet, voraussichtlich müssen einige Straßen und der Fischmarkt gesperrt werden", erklärte eine diensthabende Wissenschaftlerin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).

Die Hamburger Feuerwehr rückte bis zum Morgen 170 Mal aus. Bei den Einsätzen handele es sich im Wesentlichen um Bäume und Äste auf Straßen, aber auch auf Autos und Häusern. Ein Baum musste von den Gleisen der U-Bahn geborgen werden.

In Mecklenburg-Vorpommern mussten in der Nacht vier Bahnlinien wegen umgestürzter Bäumen gesperrt werden. Auch hier seien Spezialisten mit der Entstörung beschäftigt. Die Bahn bittet Reisende, sich online zu informieren. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums beschrieb die Nacht als unruhig, in erster Linie seien aber nur Bäume umgestürzt.

Im Landkreis Rostock wurde ein Haus von einem Baum getroffen, die Bewohner blieben unverletzt. Die Polizei in Neubrandenburg meldete zwei Bäume, die auf Autos fielen.

Berlin "ist für alle Fälle gerüstet"

In Brandenburg war die Nacht ruhig, die ersten Sturmschäden meldete der Lagedienst des Innenministeriums am frühen Morgen. Unter anderem gebe es entlang der Autobahnen 11 und 12 umgestürzte Bäume. Die Berliner Feuerwehr fuhr bis zum frühen Morgen keine wetterbedingten Einsätze. Man sei aber "für alle Situationen gerüstet", wie ein Sprecher bekräftigte.

Zoo und Tierpark in Berlin bleiben wegen der Sturmwarnung am Sonntag geschlossen. Herabfallende Äste des alten Baumbestandes könnten eine Gefahr für Besucher sein, hieß es in einer Mitteilung vom Samstag.

In den restlichen Bundesländern kam es Polizeiinformationen zufolge zu keinen größeren Zwischenfällen. Vereinzelt seien Bäume umgefallen, größere Einschränkungen gab es zunächst nicht.

Seine volle Kraft dürfte "Herwart" nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland im Laufe des Sonntagvormittags entfalten.

Orkanboen an der Nordsee

An der Nordsee und im höheren Bergland müsse gar mit Orkanböen gerechnet werden, warnten die Meteorologen am Samstag. So werden an der Nordsee Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde erwartet. Im Westen und Südwesten hingegen ist die Sturmgefahr nach DWD-Angaben geringer. Ungemütlich kann es trotzdem werden: Landesweit wird mit schauerartigem und teilweise gewittrigem Regen gerechnet.

Voraussichtlich fällt "Herwart" nicht ganz so stark aus wie "Xavier" Anfang Oktober. Das Fortschreiten des Herbstes könnte zudem dazu beitragen, dass er weniger zerstörerisch wirkt als sein Vorgänger:

Die Bäume tragen weniger Laub als vor vier Wochen und bieten damit weniger Angriffsfläche.

Vor allem im Norden und Osten Deutschlands sind Spaziergänge oder Frühsport im Wald dennoch gefährlich.

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So brutal wütete "Xavier"

Mit unvorstellbarer Gewalt ist Sturmtief "Xavier" über Teile Deutschlands hinweggefegt. Der Orkan forderte Todesopfer.


© dpa