Sturm "Herwart" fegt über Deutschland hinweg. Ein Mann wird von der Sturmflut überrascht und stirbt. Alle Entwicklungen rund um Sturm "Herwart" über Deutschland finden Sie in unserem Live-Blog.

+++ Unser Live-Ticker ist hiermit beendet. Alle Meldungen vom Sonntag rund um Sturm "Herwart" finden Sie hier zum Nachlesen +++

Eine aktuelle Zusammenfassung zum Sturm "Herwart" finden Sie hier

  • Mann stirbt in der Sturmflut (14:00 Uhr)
  • Bahn nimmt Fernverkehr erst am Montag wieder auf (13:38 Uhr)
  • Drei Menschen sterben in Tschechien und Polen (11:55 Uhr)
  • Airbus muss außerplanmäßig in Stuttgart landen (11:09 Uhr)
  • Berliner Feuerwehr ruft Ausnahmezustand aus (08:43 Uhr)
  • Unwetterwarnungen des DWD

16:05 Uhr: Wangerooge: 80 Prozent des Sandes weggespült

Die schwere Sturmflut in der Nacht zum Sonntag hat auf der ostfriesischen Insel Wangerooge Massen an Sand weggespült. Der Sand am Bade- und Burgenstrand sei zu 80 Prozent verschwunden, sagte Insel-Bürgermeister Dirk Lindner (parteilos). Wegen der meterhohen Abbruchkante seien zwei Strandübergänge gesperrt.

Der Lokalpolitiker fühlt sich alleingelassen. "Wir warnen seit Jahren, aber Land und Bund schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu", kritisierte Lindner.

Den Bade- und Burgenstrand habe die Gemeinde vom Bund gepachtet und müsse jetzt auch für die Kosten aufkommen, wieder Sand aufzuschütten. Die Schäden in anderen Bereichen der Insel könne man erst am Montag beurteilen, wenn das Nachthochwasser weg sei, sagte der Bürgermeister.

15:19 Uhr: Windgeschwindigkeiten bis 176 km/h

Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometern pro Stunde am Fichtelberg und 144 Kilometern pro Stunde auf Fehmarn.

In Mecklenburg-Vorpommern brachte "Herwart" wesentlich stärkere Orkanböen als sein Vorgänger "Xavier" Anfang Oktober, beispielsweise 140,8 Stundenkilometer über Hiddensee-Dornbusch, wie der Meteorologe Uwe Ulbrich vom Wetterstudio Hiddensee sagte.

14:00 Uhr: Mann stirbt in Sturmflut

Ein 63-Jähriger ist am Ufer des Jadebusens (Niedersachsen) von der Sturmflut überrascht worden und ertrunken.

Der Mann habe den Ermittlungen zufolge mit seinem Bruder auf einem Campingplatz am Strandbad Sehestedt in einem Bulli übernachten und sich beim Herannahen des Wassers zu Fuß in Sicherheit bringen wollen, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Der 59 Jahre alte Bruder konnte sich noch an einem Mast festhalten. Er wurde von einer DLRG-Schlauchboot-Besatzung am frühen Morgen gerettet und unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht.

Der 63-Jährige wurde wenig später tot geborgen. Beide Männer stammen aus Nordrhein-Westfalen.

13:38 Uhr: Bahn nimmt Fernverkehr erst am Montag wieder auf

Die Bahn kann erst später als erwartet wieder zum Normalbetrieb übergehen. Der Fernverkehr kann erst am Montag wieder aufgenommen werden. Das teilt die Bahn in einer Pressemitteilung mit.

"Die Situation im Bahnverkehr ist in Norddeutschland und in Mitteldeutschland weiterhin angespannt. Derzeit sind die Städte Hamburg, Bremen, Kiel, Hannover und Berlin nicht mit Fernverkehrszügen zu erreichen", heißt es in der Mitteilung.

Die DB arbeite mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden. Mobile Reparaturtrupps sind mit Kettensägen im Einsatz, um auf den betroffenen Strecken umgestürzte Bäume aus den Gleisen zu entfernen.

Weitere Infos finden Sie hier.

12:48 Uhr: Stück der A8 wegen "Herwart" gesperrt

Die Polizei hat die Autobahn 8 in Oberbayern auf einer Strecke von etwa acht Kilometern gesperrt. Grund dafür sei Sturmtief "Herwart", wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Bäume drohten in dem gesperrten Bereich umzustürzen. Die Sperrung in beide Richtungen zwischen den Autobahnausfahrten Neukirchen und Siegsdorf sollte bis voraussichtlich 16.00 Uhr dauern.

Im Süden Oberbayerns fuhr die Polizei bis zum Sonntagmittag 150 Einsätze.

12:32 Uhr: Bahn fährt nicht "vor dem Nachmittag"

Die Bahn stoppte am Sonntag in sieben Bundesländern vorsichtshalber ihren Fernverkehr.

"Vor dem Nachmittag werden im Fernverkehr voraussichtlich keine Züge fahren", sagte ein Bahnsprecher in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

11:55 Uhr: Drei Menschen sterben in Polen und Tschechien

Starke Stürme haben in Polen und Tschechien mindestens drei Menschen getötet und schwere Sachschäden angerichtet.

Ein Mann starb in Westpommern bei einem Autounfall, wie örtliche Behörden angaben.

In Tschechien wurde eine Frau bei einem Waldspaziergang bei Trebic (Trebitsch) von einem Baum erschlagen. Ein Mann starb, als er in der Kleinstadt Jicin (Jitschin) in Nordböhmen von einem Baum getroffen wurde, wie die Agentur CTK am Sonntag unter Berufung auf die Rettungskräfte berichtete.

11:27 Uhr: "Herwart" wirkt sich auf 2. Bundesliga aus

Aufgrund des schweren Herbststurms wird das Duell in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und Eintracht Braunschweig zweieinhalb Stunden später angepfiffen.

Wie die Sachsen am Sonntagvormittag mitteilten, wird die Partie erst um 16.00 Uhr statt um 13.30 Uhr beginnen.

11:13 Uhr: Zwei Menschen sterben bei Sturm in Tschechien

In Tschechien hat der schwere Herbststurm "Herwart" zwei Menschen das Leben gekostet. Eine Frau wurde bei einem Waldspaziergang bei Trebic (Trebitsch) in Mähren von einem Baum erschlagen.

Ein Mann starb, als er in der Kleinstadt Jicin (Jitschin) in Nordböhmen von einem Baum getroffen wurde. Das berichtete die Agentur CTK am Sonntag unter Berufung auf die Rettungskräfte.

11:09 Uhr: Airbus 380 landet außerplanmäßig in Stuttgart

Wegen starker Windböen in Frankfurt musste am Sonntag ein Airbus A380 der Lufthansa außerplanmäßig in Stuttgart landen. Nachdem die aus Houston (USA) kommende Maschine einige Zeit über dem Flughafen Frankfurt gekreist war, entschied sich der Kapitän zur Sicherheitslandung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, auch weil Treibstoff knapp wurde.

Der SWR hatte zunächst darüber berichtet. Ein Sprecher des Flughafens Stuttgart sagte, das Flugzeug sei sicher gelandet. Ein Sprecher der Lufthansa bestätigte das ebenfalls.

10:58 Uhr: "Herwart" erwischt den Berg Brocken heftig

Wetterextreme sind auf dem Brocken nichts Besonderes. Sturmtief "Herwart" hat den höchsten Berg Norddeutschlands am Sonntag aber besonders heftig erwischt.

"Zwischen 5 und 6 Uhr hatten wir die höchste Windgeschwindigkeit mit 173 Stundenkilometern", sagte Wetterbeobachter Marc Kinkeldey am Vormittag.

Seine Arbeit ist unter den Bedingungen nicht einfach, denn er muss regelmäßig raus, um die Niederschlagsmengen zu messen. "Tief bücken und auch mal hinhocken" sei dann angesagt.

"Bis 150 Stundenkilometern ist es noch lustig, aber an die 180 wird es wirklich ungemütlich", sagte Kinkeldey. Dazu kommen Temperaturen um null Grad.

10:40 Uhr: Orkanböen in der Nacht

Der Deutsche Wetterdienst hat auf Twitter eine Übersichtskarte gepostet, wie stark der Sturm "Herwart" über Nacht über Deutschland hinweg gefegt ist.

Darunter waren auch orkanartige Böen bis 176 km/h.

Hier sehen Sie die Karte:


10:03 Uhr: Feuerwehr fährt 550 Sturm-Einsätze in Hamburg

Etwa 550 Mal ist die Hamburger Feuerwehr wegen des Sturmtiefs bis zum Sonntagmorgen ausgerückt. Mittlerweile würden die Orkanböen nachlassen, was die Einsätze der Feuerwehr erheblich erleichtere, sagte ein Feuerwehrsprecher. Verletzt wurde bislang niemand, erklärte ein Polizeisprecher.

Auch in den Kreisen Pinneberg, Dithmarschen und Steinburg kam die Feuerwehr laut einer Mitteilung bisher auf insgesamt 230 Einsätze. Der Sturm habe zahlreiche Bäume auf Straßen, Wege, Fahrzeuge und Häuser gekippt.

09:46 Uhr: Herren-Riesenslalom in Sölden abgesagt

Der Herren-Riesenslalom in Sölden findet nicht statt. Das teilte der Skiweltverband am Sonntagmorgen mit.

Grund für die Absage ist das Wetter und damit einhergehende Sicherheitsbedenken. Die Meteorologen erwarten auf dem Rettenbachgletscher einen Sturm mit orkanartigen Böen und Schnee.

Für Felix Neureuther und die anderen Techniker beginnt der Olympia-Winter damit erst mit dem Slalom in Levi am 12. November. Ob und wann der abgesagte Riesenslalom von Sölden nachgeholt wird, war zunächst unklar. Noch am Samstag hatte Viktoria Rebensburg im ersten Saisonrennen der Damen den ersten Sieg eingefahren.

09:25 Uhr: Orkanböen an der Nordsee erwartet

Seine volle Kraft dürfte "Herwart" nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland im Laufe des Sonntagvormittags entfalten.

An der Nordsee und im höheren Bergland müsse gar mit Orkanböen gerechnet werden, warnten die Meteorologen am Samstag. So werden an der Nordsee Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde erwartet. Im Westen und Südwesten hingegen ist die Sturmgefahr nach DWD-Angaben geringer.

Ungemütlich kann es trotzdem werden: Landesweit wird mit schauerartigem und teilweise gewittrigem Regen gerechnet.

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08:43 Uhr: Berliner Feuerwehr ruft wegen "Herwart" Ausnahmezustand aus

Den Ausnahmezustand hat die Berliner Feuerwehr wegen zahlreicher Schäden infolge des Sturmtiefs "Herwart" ausgerufen. Ein Feuerwehrsprecher begründete dies am Sonntagmorgen mit der Vielzahl der Einsätze: Zwischen 04.00 Uhr und 07.00 Uhr seien es 100 gewesen. Alle Freiwilligen Feuerwehren wurden in den Dienst gerufen.

Der Sturm deckte am Morgen ein komplettes Hausdach ab. "Teile liegen auf der Straße", sagte der Sprecher. An zwei Orten stürzten zudem Baugerüste um - ein Fußgänger wurde dabei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Zwei S-Bahnen rammten umgestürzte Bäume. Verletzte habe es in beiden Fällen nicht gegeben.

07:54 Uhr: Bahn stellt Zugverkehr wegen Sturms großflächig ein

Die Deutsche Bahn hat ihren Zugverkehr am Sonntagmorgen in weiten Teilen Deutschlands eingestellt. Wegen des Sturmtiefs "Herwart" führen derzeit keine Züge mehr in Nord- und Mitteldeutschland, teilte ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mit.

Betroffen seien die Strecken in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Züge aus anderen Regionen in diese Gebiete endeten vorzeitig.

07:30 Uhr: Bisher keine Verletzten

Herbststurm "Herwart" hat den deutschen Norden fest im Griff. Verletzte soll es aber bisher keine gegeben haben. Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten in der Nacht zum Sonntag von umgekippten Bäumen, eingestürzten Baugerüsten und weggeflogenen Trampolinen.

Im nordfriesischen Oldenswort fiel eine historische Mühle dem Sturm zum Opfer.

07:20 Uhr: "Herwart" wohl nicht so stark wie "Xavier"

Voraussichtlich fällt "Herwart" nicht ganz so stark aus wie "Xavier" Anfang Oktober. Das Fortschreiten des Herbstes könnte zudem dazu beitragen, dass er weniger zerstörerisch wirkt als sein Vorgänger: Die Bäume tragen weniger Laub als vor vier Wochen und bieten damit weniger Angriffsfläche.

Vor allem im Norden und Osten Deutschlands sind Spaziergänge oder Frühsport im Wald dennoch gefährlich.

Mit Material der dpa
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Sturm "Herwart" in Deutschland: Bilder der Verwüstung

Gestoppte Züge, abgedeckte Häuser, umgestürzte Baugerüste, überflutete Straßen, Hunderte Einsätze der Feuerwehren: Das Sturmtief "Herwart" hinterlässt Spuren in weiten Teilen Deutschlands. Hier sehen Sie die Verwüstung, die der Sturm hinterlassen hat.



Teaserbild: © picture alliance / Bodo Marks/dp