Wenn ein Tornado wütet, hinterlässt er oft eine Schneise der Zerstörung: Von der Stärke der Naturgewalt zeugen dann entwurzelte Bäume, beschädigte Dächer und zertrümmerte Gartenhäuschen. Doch wie entsteht ein Tornado überhaupt? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wetter aktuell: Unwetter-Warnungen und Tornado-Gefahr

Wie entsteht ein Tornado?

In der Gewitterwolke steigt warme Luft spiralförmig nach oben. Dabei werden Drehbewegungen immer schneller, wie bei einem Eiskunstläufer, der eine Pirouette dreht. Schließlich wird an der Unterseite der Gewitterwolke eine Art Schlauch sichtbar.

Bekommt dieser Bodenkontakt spricht man von einem Tornado und es wird gefährlich: Der Wirbelsturm kann zu schweren Schäden führen, besonders dann, wenn er über bewohntem Gebiet tobt.

Durch den Sog reißt der Schlauch alles nach oben, was ihm in den Weg kommt. Wird der Sturm schließlich wieder schwächer, fällt alles wieder nach unten und es drohen weitere Verwüstungen durch herumfliegende Trümmerteile.

Wie schützt man sich vor einem Tornado?

Massive Steinhäuser und Kellerräume bieten den besten Schutz, wenn ein Tornado aufzieht. Wer sich im Freien befindet, sollte stets auf eine Distanz von einem Kilometer zum Tornado ausweichen. In dieser Entfernung ist man in der Regel sicher.

Ein Gewitter überzieht die Stadt Daqing mit einem Spinnennetz aus Blitzen.

Wer keine Zeit hat, um sich in Sicherheit zu bringen, legt sich am besten flach auf den Boden und wartet, bis der Sturm weiter gezogen ist. Auf der Erde liegend ist die Gefahr am geringsten, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden.

Kann ich mein Haus gegen einen Tornado rüsten?

"Wenn es zu tatsächlichen Tornados kommt, dann hat im Moment die bauliche Infrastruktur keine Chance", erklärt Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und Professor für Baustatik im Interview mit der dpa.

Das gilt auch für die Häuser in Minden, wo im vergangenen Jahr ein Tornado wütete. Trotzdem gibt es Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise geklammerte Dachziegel, die vor allem bei heftigen Gewittern greifen.

Der wichtigste Rat des Experten ist allerdings Vorsorge. Gebrochene Dachziegel bieten dem Wind zusätzliche Angriffsfläche und sollten ersetzt werden, schwere Rollläden schützen Fenster zusätzlich und die Begrünung eines Flachdachs bringt mehr Gewicht und Halt, erläutert Gebbeken: "Es gibt viele kleine Dinge - ich muss nur die Augen und Ohren offen halten und mich im Sturm fragen: Was klappert denn bei mir?"

Wie oft kommen Tornados in Deutschland vor?

Jedes Jahr gibt es in Deutschland weit mehr als 100 Verdachtsfälle, davon werden im Schnitt 50 bis 60 als tatsächliche Tornados bestätigt, erläutert Wetter-Experte Dominik Jung vom Portal "wetter.net".

Tornados gibt es zudem schon immer in Deutschland, allerdings sind sie nicht immer so bewusst wahrgenommen worden wie in der technisch weit fortgeschrittenen Neuzeit.

Bislang liegt die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Tornado bei einem Ereignis in 50 Jahren - allerdings sind hierin Auswirkungen des Klimawandels noch nicht erfasst.

mit Material der dpa
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