Nach der Sahara-Hitze kamen die Unwetter. Dabei wurden erneut Tornados gesichtet, die zum Teil schwere Schäden hinterlassen haben. Zwar ist mit den heißen Temperaturen vorerst auch die Unwetter- und damit auch die Tornado-Gefahr vorbei. Dennoch könnte der Sommer 2015 zum Tornado-Sommer werden. In den nächsten Tagen ist aber erst einmal wieder ruhiges Sommer-Wetter in Sicht - mit angenehmen Temperaturen.

In Rheinhessen hat ein Tornado am gestrigen Abend den kleinen Ort Framersheim stark verwüstet. An die 100 Häuser wurden beschädigt, der Gesamtschaden beträgt mindestens fünf Millionen Euro. Es ist nicht der erste Tornado, der in diesem Jahr in Deutschland schwere Schäden angerichtet hat. Im Mai wütete ein Wirbelsturm in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern, kurz danach kam es in der Nähe von Augsburg in Bayern zu schweren Schäden durch einen Wirbelsturm.



Insgesamt gab es in diesem Jahr bereits 80 Tornado-Verdachtsfälle - laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net ein hoher Wert; vor allem weil die eigentliche Tornado-Saison zwischen Juli und August erst noch bevorsteht. Offiziell bestätigt sind bislang 25. Das heißt, dass anhand von Datenmaterial und des Schadensbildes zweifelsfrei feststeht, dass es sich um Tornados gehandelt haben muss, erklärt Jung. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wirbeln jedes Jahr zwischen 20 und 60 über Deutschland hinweg.

Einer Untersuchung der Jahre 2004 bis 2013 zufolge ist Deutschland in Europa Tornado-Land Nummer eins - zumindest werden hierzulande im europäischen Vergleich am meisten Tornados gemeldet. Jung weist jedoch darauf hin, dass das auch daran liegen könnte, dass die Deutschen Tornados schlicht am häufigsten beobachten und melden.


Fast einen Kilometer breit, Windgeschwindigkeiten von bis zu 218 Stundenkilometern: Mit zerstörerischer Wucht ziehen mehrere Wirbelstürme eine Schneise der Verwüstung durch den Südosten der USA. Warnungen der Behörden wurden missachtet - mit verheerenden Folgen.


Im Video: wie Tornados entstehen


So wird das Wetter in den kommenden Tagen


Jung zufolge ist die Tornado-Gefahr erst einmal vorbei - ebenso wie die Sahara-Hitze der vergangenen Woche. Zumindest in den kommenden zwei Wochen sind ähnliche Temperaturen nicht in Aussicht. Stattdessen stellt sich zunächst kühleres, aber trotzdem weitgehend sonniges Sommer-Wetter ein. Nur zwischendurch dürfte es mal zu Schauern kommen.

Gerade am Wochenende wird es aber wohl wieder richtig schön werden. Lokal kann es vor allem am Samstag mit bis zu 32 Grad zumindest für einen Tag wieder heiß werden. Zum Wochenstart gehen die Werte dann aber schon wieder zurück. (cai)

Donnerstag: 15 bis 23 Grad, Sonne, Wolken und Schauer im Wechsel

Freitag: 17 bis 25 Grad, im Norden dichtere Wolken, sonst freundlich und viel Sonne, überall trocken

Samstag: 22 bis 32 Grad, viel Sonne, nachmittags örtlich im Süden Gewitter

Sonntag: 21 bis 30 Grad, im Norden zieht Regen auf, im Süden noch freundlich

Montag: 18 bis 25 Grad, immer wieder Schauer, örtlich Sonnenschein

Dienstag: 21 bis 26 Grad, im Osten meist freundlich, sonst einzelne Schauer

Mittwoch: 20 bis 28 Grad, erst freundlich, später aus Norden Regen

Donnerstag: 19 bis 27 Grad, Sonne-Wolken-Mix, im Norden und Süden nachmittags stellenweise Schauer