Das Festival "Rock am Ring" ist möglicherweise nur knapp einer noch größeren Katastrophe entgangen. Bis zu 82 Menschen wurden durch einen Blitz verletzt. Doch die Gefahr ist jedoch noch nicht vorbei: Der Deutsche Wetterdienst sagte auch für das restliche Wochenende heftige Gewitter in Rheinland-Pfalz voraus.

Am Freitagabend kam es auf dem Festival "Rock am Ring" es zu einem Unwetter, bei dem 51 Menschen durch einen Blitzschlag verletzt wurden. 15 von ihnen schwer. Bereits 2015 wurden 30 Menschen bei heftigen Gewittern während des Festivals verletzt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostizierte für den Zeitpunkt des Festival-Auftaktes, für das südliche Nordrhein-Westfalen und nördliche Rheinland-Pfalz schwere Unwetter. Hier wurde die Veranstaltung bei Koblenz von einem kräftigen Gewitter mit Starkregen getroffen. Zum Zeitpunkt der Gefahr, wurde die Veranstaltung unterbrochen und nach 1,5 Stunden wieder fortgesetzt.

Unwetterlage hält sich weiter stabil

Auch heute muss wieder mit schweren Gewittern in der Südwesthälfte gerechnet werden. Laut den aktuellen Modellläufen liegt der Schwerpunkt wahrscheinlich wieder vom südlichen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bis zum östlichen Alpenrand. Im Nordosten sickert allmählich trockenere Luft ein. Dort ist nur mit einzelnen Gewittern zu rechnen.

"Fortführung des Festivals nicht zu verantworten"

Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net, zeigt sich über die aktuelle Wetterlage beunruhigt: "Auch heute und morgen drohen rund um Koblenz und damit auf dem Festivalgelände weitere heftige Gewitter und auch Unwetter können wieder mit dabei sein. Eine Fortführung des Festivals ist unter diesen meteorologischen Bedingungen im Grunde nicht zu verantworten. Die Hauptgefahr ist dort nicht der starke Regen, sondern vielmehr die Blitze. Auf dem offenen Gelände gibt es kaum Schutz für so viele Menschen. Das gilt generell für alle Großevents unter freiem Himmel und an diesem Wochenende. Lediglich im Nordosten ist die Lage heute und morgen entspannter und sicherer."

Insgesamt kann am ganzen Wochenende mit Starkregenfällen und Unwettern gerechnet werden.

"Rock am Ring" derzeit unterbrochen

Nach dem Blitzeinschlag bei "Rock am Ring" hat sich am Samstag die Fortsetzung des Musikfestivals in der Eifel verzögert. Auch eine Stunde nach dem planmäßigen Beginn des Programms war die erste Band noch nicht auf der Bühne. Behörden und Veranstalter berieten nach dpa-Informationen über das weitere Vorgehen angesichts des andauernden Blitzrisikos.

Am Nachmittag schien die Sonne bei schwüler Luft, aber am Horizont zeigten sich wieder erste Gewitterwolken. Radlader verteilten Stahlplatten und Rindenmulch auf dem völlig durchnässten Festivalgelände. Manche Bereiche waren mit rot-weißem Flatterband gesperrt. Veranstalter Marek Lieberberg sagte im Eifel-Ort Mendig in Rheinland-Pfalz, es werde erneut eine Gewitterfront erwartet. Ziel sei, an diesem Samstag eventuell gegen 20.00 Uhr wieder Bands auf die Bühnen zu schicken.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur zudem: "Ich gehe davon aus, dass am Sonntag kein 'Rock am Ring' stattfindet." Er korrigierte die Zahl der Verletzten nach den drei Blitzeinschlägen am Freitag von 51 auf "bis zu 82". Am Sonntag werde noch ein heftigeres Gewitter erwartet. (ink / dpa)