In den Alpen gibt es langsam Entwarnung. Zwar ist die Lawinengefahr weiter sehr hoch, aber ab Dienstag ist eine Entspannung in Sicht.

Die gefährliche Lawinenlage in den Alpen hat über Nacht angehalten. Die Behörden gaben keine Entwarnung, rechneten aber im Laufe des Dienstags mit Wetterbesserung.

Das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos hielt über Nacht an der höchsten Lawinenwarnstufe fest. Es seien spontane Lawinen zu erwarten.

Zahlreiche Lawinen gingen am Montag in Österreich und in der Schweiz ab, ohne, dass Menschen zu Schaden kamen.

Eine davon rauschte zwischen Interlaken und Brienz in der Schweiz unter einer hohen Eisenbahnbrücke hindurch bis zum Brienzersee.

Gotthard-Tunnel nicht passierbar

Auf der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung der Schweiz, der Autobahn A2, ging bei Gurtnellen am Abend eine Schlammlawine nieder. Dabei wurde ein Fahrzeug getroffen, verletzt wurde laut Berichten niemand.

Die Autobahn wurde nach Polizeiangaben in beide Richtungen gesperrt. Damit war auch der Gotthard-Tunnel nicht passierbar. Die Maßnahme sollte mindestens bis zum Dienstagmorgen andauern.

Sperrungen in Österreich

Bei Tageslicht würden die Lawinenkommissionen die Lage neu beurteilen, sagte auch Marcel Innerkofler, Leiter der Landeswarnzentrale in Tirol in Österreich.

Zahlreiche Straßen und Täler waren gesperrt. Mehrere Wintersportorte in den Alpenländern waren von der Außenwelt abgeschnitten, darunter St. Anton in Österreich und Zermatt in der Schweiz.

Mit der angekündigten Wetterbesserung kam Zuversicht auf. "Mit dem folgenden Hochdruckgebiet wird sich bei trockenem Wetter und milden Temperaturen die Schneedecke rasch verfestigen können", sagte Rudi Mair vom Lawinenwarndienst in Tirol. "Mit dem Ende der Niederschläge nimmt die spontane Lawinenaktivität deutlich ab", hieß es auch in Davos.© dpa