Der Frühling ist schon ein paar Tage alt, doch es ist kurz vor Ostern immer noch kälter als an vielen Wintertagen. Am Wochenende geht es zumindest in Teilen Deutschlands nun hoch mit den Temperaturen, doch dann folgt ein neuerlicher Absturz. Wer die Osterferien sicher in der Sonne verbringen will, muss bis nach Nordafrika.

Es ist immer noch bitter kalt: Am Donnerstagmorgen wurden in Oberstdorf bis zu minus 16 Grad gemessen. Direkt über dem Erdboden waren es in Reit im Winkl sogar bis minus 18 Grad, berichtet Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Großwetterlage am Donnerstag.

Dazu liegt am Donnerstag über Mitteleuropa noch kalte Winterluft, Wolken ziehen von Nordwesten nach Südosten und bringen in vielen Teilen Deutschlands Schnee- und Schneeregen.

In Mecklenburg-Vorpommern kam es zu zahlreichen Unfällen und Verkehrsbehinderungen wegen des Wetters.

Auch in Berlin und Brandenburg schneite es, in Niedersachsen warnte die Polizei vor glatten Straßen.

Die Temperatur steigt im Tagesverlauf im Norden und Westen auf 5 bis 8, sonst auf 2 bis 6 Grad, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus.

So wird das Wetter in den kommenden Tagen

Nach und nach bessert sich die Wetter-Lage: "In den letzten Tagen hat der Winter nochmals gezeigt, wozu er selbst im März noch in der Lage sein kann", erklärte Markus Übel von der Vorhersagezentrale des DWD. "Mit ähnlichen Wetterkapriolen wie am vergangenen Wochenende muss man in den kommenden Tagen aber nicht mehr rechnen."

Am Freitag soll es überwiegend bewölkt sein, nur ganz im Norden fällt kein Niederschlag. Sonst wird etwas Regen erwartet, im Bergland erneut auch Schnee.

Die Temperatur steigt auf 4 bis 7 Grad im Osten und Süden, entlang des Rheins sind bis zu 10 Grad möglich, heißt es beim DWD.

Am Samstag zeigen sich dann aber erste Vorboten des Frühlings - zumindest in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs.

Hier sowie im Rheintal werden dann vermutlich sogar zweistellige Werte erreicht, am kühlsten bleibt es mit erwarteten 7 Grad wohl in Mecklenburg-Vorpommern.

Am Sonntag ist es dann zumindest anfangs nicht mehr nur im Süden, sondern auch im Osten sonnig.

Im Tagesverlauf breitet sich die dichte Bewölkung auch in den Süden und Osten aus und im Westen und Nordwesten fällt etwas Regen. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 7 und 12 Grad, schreibt der DWD.

Keine rosigen Aussichten für die Osterwoche

Dann steht auch schon die Osterwoche an - und die Aussichten sind eher trübe.

Das Wetter wird Richtung Ostern immer bescheidener - zumindest berechnen es so die Wettermodelle, schreibt Dominik Jung von wetter.net.

Montag: 7 bis 14 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und Schauern

Dienstag: 7 bis 12 Grad, Aprilwetter im März, immer wieder Schauer

Mittwoch: 0 bis 7 Grad, aus Norden kälter, zeitweise Schauer, lokal bis runter als Schneeregen oder Graupel

Gründonnerstag: 0 bis 11 Grad, Schauerwetter, in den Mittelgebirgen meist als Schnee

Karfreitag: 0 bis 10 Grad, nach Norden trocken, im Süden Schneeregen, in den Alpen kräftiger Schneefall

Karsamstag: 1 bis 5 Grad, nass-kalt, überall Schneeschauer und Schneeregen bis ganz runter

Ostersonntag: 3 bis 7 Grad, sehr wechselhaft, Mix aus vielen Wolken, etwas Sonne und dazwischen immer wieder Schneeschauer

Ostermontag: 2 bis 6 Grad, Schauerwetter, viele Wolken und immer wieder Schnee- oder Schneeregenschauer

Wo ist es denn jetzt warm?

Richtig Wärme tanken ist zu dieser Jahreszeit normalerweise im Mittelmeer-Raum möglich - auch wenn man sich dort zumeist mit Temperaturen rund um die 20 Grad begnügen muss.

Aktuell treibt dort aber ein Unwettertief sein Unwesen: "Das Tief brachte besonders im westlichen Mittelmeer viel Regen und starken Wind. Stellenweise wurden Böen bis 100 km/h gemessen", erklärt Jung.

Auf Mallorca seien demnach sogar 50 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden, das Thermometer stieg in Palma nur auf 13 Grad.

Auch auf den Kanaren werden aktuell lediglich 17, 18 Grad erwartet und ein wolkiger Himmel.

Deutlich wärmer war es auf Kreta mit 24 Grad. "Aber aufgepasst: Dort kommt das Regentief als nächstes hin. Auch dort ist in den kommenden Tagen mit Gewittern und Regengüssen zu rechnen und die Höchstwerte sinken zeitweise unter die 20-Grad-Marke."

Wer Sonne satt will, muss laut Jung nach Ägypten. "Rund um Hurghada werden derzeit bis zu 32 Grad und täglich 11 Sonnenstunden erwartet."

Immerhin kein Schneesturm

So winterlich das Wetter derzeit in Deutschland ist - an der US-Ostküste ist es schlimmer.

So winterlich das Wetter derzeit in Deutschland ist - an der US-Ostküste ist es schlimmer. 

Einen Tag nach dem kalendarischen Frühlingsanfang wütete dort ein Wintersturm und sorgte für heftigen Schneefall und starken Wind.

Meteorologen erwarteten für Donnerstag mancherorts bis zu 40 Zentimeter Schnee.

Der Nationale Wetterdienst gab eine Wintersturmwarnung aus, die für mehrere Bundesstaaten von Massachusetts im Norden bis in den Westen von North Carolina gilt.

In New York, Philadelphia, Washington und in anderen Gegenden fiel der Unterricht an öffentlichen Schulen aus.

Laut der Webseite "Flightaware" wurden am Mittwochvormittag bereits mehr als 4.100 Flüge gestrichen, andere waren verspätet. Die Fahrpläne der Bahngesellschaft Amtrak waren eingeschränkt.

Selbst US-Präsident Donald Trump ist betroffen, das Weiße Haus sagte alle Termine ab, darunter ein Treffen mit seinem Kabinett. Viele Regierungsbehörden in Washington blieben geschlossen.

In der Hauptstadt schneite es am Vormittag heftig, der Wetterdienst erwartete dort bis zu 15 Zentimeter Schnee. (cai/dpa)

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