Flüge fallen aus, Keller laufen voll, Fahrbahndecken platzen auf: Das Wetter hat in den vergangenen Tagen fast überall in Deutschland Spuren hinterlassen. Wie geht es weiter?

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Nach den turbulenten Tagen Ende Mai und Anfang Juni bleibt das Wetter unberechenbar. Einige Regionen Deutschlands seien trocken, andere weiter von teils heftigen Gewittern betroffen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag in Offenbach mit.

Am Sonntag werde der Himmel vom Nordwesten bis zur Lausitz bewölkt, im Rest Deutschlands oft sonnig sein. Im Tagesverlauf soll es dann etwas wolkiger werden. Die Temperaturen erreichen im Norden und in der Mitte Höchstwerte von 21 bis 25 Grad, im Süden und Osten steigen die Werte bis 27 Grad.

Hitze lässt Autobahnen aufplatzen

In den vergangenen Tagen hatte es vielerorts heftig geregnet und gewittert. In zahlreichen Regionen machte auch extreme Wärme den Menschen zu schaffen. Die Hitzewelle mit teilweise mehr als 30 Grad hinterließ zudem bei einer Reihe von Straßen Schäden an der Betondecke.

Betroffen war unter anderem die Autobahn 1 zwischen Bad Oldesloe und dem Autobahnkreuz Bargteheide. Dort mussten alle drei Spuren sowie der Standstreifen saniert werden.

Sogenannte Blow-ups entstehen auf Beton. Können sich etwa nebeneinander liegende Betonplatten bei Hitze nicht ausreichend ausdehnen, schieben sie sich zuweilen übereinander. Dadurch kann die Fahrbahn gesprengt werden.

Zahlreiche Feuerwehreinsätze in ganz Deutschland

Zum Start ins Wochenende sorgten Gewitter für Abkühlung - aber auch für zahlreiche Feuerwehreinsätze. So gerieten in Niedersachsen zwei Häuser nach Blitzeinschlägen in Brand. Verletzt wurde niemand, alle Bewohner konnten sich ins Freie retten.

In Berlin und Brandenburg wurde an den Flughäfen Tegel und Schönefeld wegen eines Unwetters der Betrieb vorübergehend eingestellt. Fast 70 Flüge fielen aus, 250 Verbindungen verspäteten sich. Auch am Samstag kam es wegen eines Gewitters in Berlin-Schönefeld zu Problemen.

In Sachsen und Sachsen-Anhalt liefen am Samstag in mehreren Orten nach kräftigen Regenfällen die Aufräumarbeiten. Stark betroffen waren laut DWD das Osterzgebirge, Teile der Lausitz sowie der Raum Dresden. Die Einsatzkräfte mussten vor allem Keller und Tiefgaragen leer pumpen.

Zu heftigen Regenfällen kam es auch in Halberstadt. "Dort gibt es voraussichtlich auch schwere Schäden", sagte ein Sprecher von der Leitstelle der Feuerwehr Ostsachsen.

Im nordrhein-westfälischen Soest pumpte die Feuerwehr auch am Samstagmorgen noch Keller leer. "Ansonsten steht heute Großreinemachen auf dem Programm", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. In der Stadt waren Straßen überflutet, zahlreiche Keller liefen teils bis zur Decke voll.

Auf der Bahnstrecke zwischen Leichlingen und Opladen stieß am Morgen ein Zug mit einem umgestürzten Baum zusammen. Deswegen kam der Regionalverkehr vorläufig zum Erliegen. Auch die Fernverbindung zwischen Köln und Wuppertal war betroffen. Wenig später war ein Gleis aber wieder befahrbar.

Es drohen erneut kräftige Gewitter

Doch auch wenn es sich in vielen Teilen Deutschlands nun etwas beruhigt - es kann örtlich weiterhin donnern, blitzen und regnen: Im Bergland und im Nordosten drohen am Sonntag einzelne, dann aber teils kräftige Gewitter.

In der Nacht zum Montag geht die Gewitterwahrscheinlichkeit deutlich zurück, stellenweise werde es neblig. Die Tiefstwerte sollen dann bei 10 bis 16 Grad liegen.

Am Montag bleibt es laut DWD heiter, im Nordwesten ziehen aber starke Wolken auf. Im Norden wird es am Montag aber dennoch trocken mit Höchstwerten von 25 bis 29 Grad. An der See und im Bergland sind es 19 bis 24 Grad.

Auf das Bergland, die Alpen und den Südwesten Deutschlands kommen dann häufige Schauer und teils kräftige Gewitter zu. Unwetter mit heftigem Starkregen seien dort nicht ausgeschlossen.

Im Süden drohen auch am Dienstag noch weitere Schauer und Gewitter mit lokal heftigem Starkregen. Im Norden soll es bei Höchsttemperaturen von 21 bis 29 Grad trocken bleiben. © dpa

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