Mittelmäßige Temperaturen und viele Unwetter haben Deutschland derzeit im Griff. Obwohl meteorologisch der Sommer am 1. Juni beginnt, will sich Sommerstimmung nicht so richtig einstellen. Gibt es bald Aussicht auf Besserung?

Sommeranfang, klingt in der Theorie schon einmal gut. In der Praxis ist das Ganze ein wenig komplizierter. Denn meteorologisch beginnt die warme Jahreszeit am 1. Juni, während sie astrologisch, erst am 21. Juni startet. Zumindest auf der Nordhalbkugel.

Warum ist das so?

"Aus statistischen Gründen betrachten wir die Jahreszeiten immer in ganzen Monaten", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Das erleichtert den Vergleich von Daten wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit aus den vergangenen Jahren. Es ist damit eher ein pragmatisch gewähltes Datum.

In der Astrologie beginnt der Sommer, erst mit der Sommersonnenwende. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne am höchsten, womit am meisten Sonnenstrahlung auf die Erde trifft. So weit so gut. Aber bekommen wir jetzt bald sommerliches Wetter? Es sieht leider nicht danach aus.

So wird das Wetter in den kommenden Tagen

Mittwoch: 19 bis 27 Grad, einzelne kräftige Gewitter, besonders im Nordwesten und Nordosten

Donnerstag: 15 bis 29 Grad, im Süden bedeckt und am kühlsten, hier immer wieder Regen, sonst auch mal Sonne und teils starke Gewitter

Freitag: 20 bis 27 Grad, Sonne und Wolken im Wechsel, später neue starke Gewitter möglich

Samstag: 20 bis 27 Grad, schwül-warm, erst freundlich, später brodelt es wieder und es bilden sich Gewitter, auch Unwetter sind möglich

Sonntag: 18 bis 24 Grad, im Norden recht freundlich, im Süden weitere Schauer

Wie geht es weiter?

Die Aussichten sind also in naher Zukunft nicht besonders rosig. Das Wetter bleibt zumindest bis Sonntag unruhig. Die Woche darauf könnte es sich dann beruhigen, meint Wetter Experte Dominik Jung. "Sicher ist das aber noch lange nicht. Hoher Luftdruck könnte sich gegebenenfalls verstärkt durchsetzen und für eine Wetterberuhigung sorgen, ob diese tatsächlich kommt und von langer Dauer ist, das ist heute aber noch total unsicher!"

Schwere Gewitter mit Starkregen haben auch am Montag Teile Deutschlands getroffen. Doch die Gefahr weiterer Unwetter ist damit nicht vorbei - ganz im Gegenteil. Im Wochenverlauf drohen erneut Stürme, Gewitter und heftige Niederschläge.

Den Sommer abwarten

Auch die Bauernregeln bleiben, was den Sommer angeht, eher vage. So heißt es zum Beispiel: "Im Juni ein Gewitterschauer macht das Herz gar froh dem Bauer". Das mag Farmer freuen, Fußballfans, welche die EM beim Public-Viewing im Freien genießen wollen, aber eher weniger.

Die nächsten Tage bleiben also wechselhaft, und alles weitere werden wir abwarten müssen. Der Sommeranfang ist eben genauso wenig ein Garant für Sonnenschein, wie der Winteranfang für Schnee.

(thp)