Die Sommerhitze geht mit einem waschechten Sommersturm. Am Freitag wird es noch einmal richtig heiß - vor allem im Süden. Am Samstag wird dann ein Sturmtief über Deutschland hinwegfegen.

Nach dem Ende der wochenlangen Hitze hat der Sommer jetzt eine ungewöhnliche Wetterlage zu bieten: Tief "Zeljko", das am Freitag als gewöhnliches Tiefdruckgebiet vor der Bretagne lag, werde sich zum Sturmtief entwickeln, sagt Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Samstag werde "Zeljkos" Sturmfeld von Westen auf Deutschland treffen. Vermutlich werde sich der Sturm während des Tages von West nach Ost über den Norden und die Mitte ausbreiten und in der Nacht zum Sonntag den Nordosten erreichen.

"So ein Sturmtief sieht man zu dieser Jahreszeit sehr selten und es ist auch recht gefährlich. Die Bäume tragen ein dichtes Blätterkleid und sind jetzt eine ideale Angriffsfläche für Sturmböen. Im Gegensatz zu Gewitter, die nur regional auftreten, handelt es sich am Samstag um ein großflächiges Sturmtief. Es passiert mit seinem Zentrum aus Frankreich kommend den Nordwesten und sorgt besonders im Westen, der Mitte und im Osten für viel Wind", warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Die Meteorologen erwarten Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde, vereinzelt auch schwere Sturmböen von über 90 Kilometern pro Stunde. Überraschungen seien nicht ausgeschlossen: Es sei möglich, dass sich sogenannte Stacheljets bilden. Dabei wird in einem eng begrenzten Gebiet Luft aus großer Höhe in der Form eines Stachels nach unten gesaugt. In diesem Fall können Böen um 105 Kilometer pro Stunde auftreten.

Lage des Sturmtiefs am Samstagmittag.

Spitzenböen in einigen Städten:

  • Hamburg bis 80 km/h
  • Brocken im Harz bis 110 km/h
  • Kiel bis 80 km/h
  • Berlin bis 80 km/h
  • Bremen bis 80 km/h
  • Köln bis 80 km/h
  • Hannover bis 90 km/h
  • Dresden bis 65 km/h
  • Frankfurt am Main bis 65 km/h
  • München bis 55 km/h
  • Stuttgart bis 60 km/h

Obwohl "Zeljko" deutlich schwächer ausfällt als große Herbst- und Winterstürme, ist er gefährlich. Die Bäume stehen in vollem Laub und bieten dem Wind eine viel größere Angriffsfläche. "Spaziergänge und Zeltlager in Wäldern sollten in den betreffenden Gebieten am Samstag unbedingt vermieden werden", rät Herold. Selbst Autofahrten durch Laubwälder und Alleen könnten gefährlich werden.

Auch Jung mahnt zur Vorsicht vor allem bei Veranstaltungen im Freien. Sonnenschirme, Gartenmöbel, Pavillons können schnell abheben. Besonders Urlauber an Nord- und Ostsee sollten vorsichtig sein. Der starke Wind kann hier Zelte und Wohnwagen gefährden, die Wellen sind hoch, an der Nordsee ist sogar ein Hochwasser über dem Durchschnitt möglich.

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Neben dem Sturm am Samstag gibt es ab heute Nachmittag weitere Gefahren: Aus Südwesten ziehen im Vorfeld des Sturmtiefs kräftige Gewitter nach Baden-Württemberg und Bayern. Es drohen Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Diese ziehen bis zum Abend weiter nach Ostdeutschland. Zuvor wird es im Süden mit 30 bis 33 Grad noch mal richtig heiß.

Mit "Zeljko" endet die Hitzeperiode. Ab Sonntag wird es deutlich kühler. Im Süden wird es aber noch einmal sommerlich bei 25 Grad. "Im Norden mutet das Wetter bei Temperaturen um 20 Grad, böigem Wind und häufigen Schauern schon etwas herbstlich an", sagte Herold. (far/dpa)

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