Die US-Hauptstadt Washington und weitere Teile an der US-Ostküste bereitet sich auf den Ausnahmezustand vor. Die Meteorologen sind sich sicher wie selten: Heftige Schneestürme und Eiseskälte werden zu einem Winterchaos führen.

Ein halber Meter Schnee in wenigen Stunden, heftiger Wind, Eiseskälte: An der US-Ostküste wird es von Freitag an ungemütlich. Die Meteorologen sind sich sicher, dass der vorhergesagte Schneesturm eintreten wird.

"Alle Rechenmodelle, ob nach amerikanischer, kanadischer, europäischer oder britischer Methode, sind sich einig", sagte Louis Uccellini, Direktor des US-Wetterdienstes NOAA am Donnerstag. Die Bundesstaaten Virginia und Maryland sowie der Hauptstadt-Distrikt of Columbia riefen schon vorausgreifend den Notstand aus.

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Die Meteorologen gehen von bis zu 60 Zentimetern Schnee aus, die vor allem über der Region um die Hauptstadt Washington herum fallen könnten. Dort war es bereits am Donnerstag zu Problemen gekommen, nachdem nur 2,5 Zentimeter Schnee gefallen waren.

Der Winterdienst in der US-Hauptstadt steht in der Dauerkritik. Sogar Präsident Barack Obama war in seinem Dienstwagen ins Rutschen geraten, wie Reporter berichteten.

Nach Angaben des Senders CNN könnte am Samstag ein Schnee-Rekord aus dem Jahr 1922 gebrochen werden. Dem Wetterdienst zufolge könnte es 30 Stunden lang schneien. Der Bürgermeister der Stadt Boston bot der Hauptstadt Hilfe mit schwerem Schneeräumgerät an.

Präsident Obama werde das Wochenende über zu Hause im Weißen Haus bleiben, sagte ein Sprecher.

Wetterdienst warnt vor Lebensgefahr

Der Wetterdienst warnte, wer sich am Samstag ohne Winterausrüstung auf die Autobahn begebe, riskiere sein Leben. Die Fluggesellschaften strichen bereits vor dem Einsetzen des Schneefalls Hunderte Flüge, mehrere Tausend Passagiere sind betroffen.

Die Behörden in Washington kündigten frühere Schließzeiten am Freitag an, Busse und die teils oberirdisch fahrenden U-Bahnen stehen über das Wochenende still.

Über den genauen Verlauf des Tiefs, das aus Südwesten nach Nordosten zieht und potenziell bis zu 75 Millionen Menschen betreffen könnte, waren sich die Modelle der Meteorologen am Donnerstag nicht ganz einig. Letzte Berechnungen sagten für Washington und Maryland zwischen 40 und 60 Zentimeter Schnee voraus.

Kein Schnee, kein Frost: Temperaturen steigen, es gibt Regen und Blitzeis.

In New York City sollen zwischen 10 und 25 Zentimeter fallen. Auch Eisregen und gefrierender Regen werden vorausgesagt. Im Süden der Vereinigten Staaten könnte es zu Sturmfluten kommen.

Die Meteorologen betonten, diese Werte könnten sich noch deutlich ändern, sowohl nach unten wie nach oben. "Es gibt einige Herausforderungen bei den Vorhersagen", sagte Uccellini.

Hamsterkäufe in Washington

Bei Stürmen kommt es in den USA oft zu Stromausfällen, weil die Stromleitungen vor allem oberirdisch über Masten verlaufen, die unter der Schneelast und der Gewalt des Windes zusammenbrechen können. Das nun aufziehende Tief wird von Winden mit Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern begleitet.

Im Ballungsraum Washington zogen schon am Donnerstag etliche Menschen zu Hamsterkäufen los: In Baumärkten und Spezialgeschäften waren Heizgeräte, Streusalz, Schneeschaufeln und Schlitten ausverkauft. In Supermärkten gähnten in Milch- und Brotregalen große Lücken.

In Washington haben sich 2.000 Freiwillige gemeldet, um für ältere Menschen und Behinderte die erwarteten Schneemassen wegzuräumen.

In der Hauptstadt führten in der Nacht zum Donnerstag bereits 2,5 Zentimeter Schnee und Glätte zum Chaos: Zehntausende Autofahrer in DC und den angrenzenden Staaten Virginia und Maryland saßen teils mehr als sechs Stunden in ihren Fahrzeugen fest.

Der Gouverneur von Virginia rief den Notstand aus - eine Maßnahme, um leichter an staatliche Gelder und Unterstützung zu kommen. Maryland und der District of Columbia folgten.

Die Hauptstadt hält vergleichsweise wenig Schneepflüge und Streusalz vor, weil sich das über die Jahre gesehen angesichts vieler eher milder Winter finanziell nicht rechnet. Schnee und Eis führen so rasch zu großflächigen Schließungen bei Behörden, Schulen und Regierung.© dpa

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