Das Wetter lässt Europa und Deutschland weiter bibbern: Auch in dieser Nacht fiel fas Thermometer bis auf minus 18 Grad. Inzwischen warnt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO vor den Auswirkungen der Kälte.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt angesichts der Kälte in Europa vor Gesundheitsgefahren. Kaltes Wetter erhöhe das Risiko von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des Kopenhagener Büros der WHO.

"Selbst dort, wo die Temperaturen nicht besonders niedrig sind, kann Kälte in vielerlei Hinsicht gesundheitsschädlich sein", sagte Zsuzsanna Jakab, die WHO-Regionaldirektorin für Europa. Sie könne bestehende Erkrankungen verschlimmern und das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfälle vergrößern.

Zu den am stärksten gefährdeten Personen gehören demnach ältere Menschen, Kinder, Obdachlose und Menschen mit chronischen Krankheiten sowie mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Die WHO forderte die von der Kältewelle betroffenen Länder auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Menschen zu schützen.

Wieder frostige Nacht in Deutschland

Indes hat in Deutschland der meteorologische Frühling mit einer eiskalten Nacht begonnen. So fielen die Temperaturen im Erzgebirge am Donnerstagmorgen auf bis zu minus 18 Grad, wie auf der Internetseite des Wetterdienstes Kachelmannwetter zu sehen war.

Auch in Berlin herrschte bei bis zu minus 12 Grad strenger Frost. In München zeigte das Thermometer minus 11 Grad, in Hamburg minus 10 Grad. Etwas milder war es bereits im Westen, so wurden in Köln noch minus 6 Grad registriert.

Doch die aktuelle Kältewelle in Deutschland ist nach Ansicht von Wetterunternehmer Jörg Kachelmann nicht außergewöhnlich. "Es ist jetzt einfach zum ersten Mal in diesem Winter Winter geworden", sagte der Geschäftsführer des Wetterdienstes "Kachelmannwetter.com" der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei es nicht alltäglich, dass es erst Ende Februar in diesem Ausmaß kalt werde. Dennoch seien die Temperaturen "nicht außergewöhnlich tief", und es gebe bundesweit noch immer Orte, die seit einem Jahr keinen Dauerfrost erlebt hätten.

Frühlingsanfang hat für Wetter kaum Bedeutung - doch Ende der Kältewelle zeichnet sich ab

Mit Blick auf den meteorologischen Frühlingsanfang an diesem Donnerstag mahnte Kachelmann: "Das Wetter weiß nicht, ob 28. Februar oder 1. März ist. Deswegen ist das vollkommen bedeutungslos." Der 1. März sei kein meteorologischer, sondern ein statistischer Frühlingsanfang, sagte Kachelmann.

Währenddessen zeichnet sich das Ende der Kältewelle ab: Deutschland liegt weiter am Rande eines kräftigen Hochs über Nordeuropa, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mitteilte. Von Osten her kommt kalte und meist sehr trockene Arktikluft ins Land. Nur im Südwesten setzt sich allmählich etwas feuchtere Luft durch.

Damit lässt Deutschland den Höhepunkt der Kältewelle wohl hinter sich. Von Westen her wird es in den nächsten Tagen wärmer.  © dpa