In Teilen von Myanmar und in einem der größten Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch wächst die Angst vor dem tropischen Wirbelsturm Mocha. Das GDACS-Katastrophenwarnsystem (Global Disaster Alert and Coordination System) hat den Zyklon seit Donnerstag auf die höchste Stufe, Alarmstufe Rot, gesetzt. Rund 2,7 Millionen Menschen in den beiden Ländern sowie auch in Indien könnten von den Auswirkungen betroffen sein, hieß es. Es werde mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde gerechnet.

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Voraussichtlich am Sonntag soll Mocha auf Land treffen. Auf der Route des Sturms liegt Berechnungen zufolge vor allem Cox's Bazar im südöstlichen Bangladesch. In den dortigen Flüchtlingscamps leben etwa eine Million Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar in notdürftigen Unterkünften. Für Hunderttausende würden Evakuierungen vorbereitet, sagte ein Mitarbeiter der Behörde, die sich um Rohingya kümmert, der Deutschen Presse-Agentur. Die Menschen wurden aufgefordert, sich von den Küsten fernzuhalten. Angesichts des erwarteten Starkregens wurden auch Erdrutsche befürchtet.

Auch der angrenzende Rakhine-Staat im Westen Myanmars könnte schwer getroffen werden. Viele Menschen gerade aus ländlichen Gebieten seien auf der Flucht und hätten unter anderem in Schulen und Klöstern Zuflucht gesucht, berichtete die Nachrichtenseite Myanmar Now. Der Sturm ist eine zusätzliche Belastung für die Bevölkerung im früheren Birma: Seit einem Militärputsch 2021 regiert dort eine Junta mit eiserner Faust. Hunderttausende sind Vertriebene im eigenen Land.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Menschen des bisher schwersten Tropensturms in der Region gedacht: Vor 15 Jahren - am 2. und 3. Mai 2008 - hatte Zyklon Nargis in Myanmars Irrawaddy-Delta Schätzungen zufolge fast 140 000 Menschen in den Tod gerissen. Die Verwüstungen waren gewaltig. Die damals regierende Junta blockierte dennoch wochenlang ausländische Hilfe für die verzweifelten Menschen. "Viele hier haben Angst, dass Mocha so stark werden könnte wie Nargis", sagte die Anwohnerin Myo Myo. "Wir können nur abwarten."  © dpa

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