17 Gebiete weltweit müssen fortan damit leben, von der EU auf einer schwarzen Liste der Steueroasen gelistet zu werden. Welche weiteren Folgen ihnen drohen, ist noch unklar.

Die EU-Finanzminister haben 17 Gebiete auf eine schwarze Liste von Steueroasen gesetzt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus EU-Kreisen in Brüssel.

Ziel der Liste ist es, Drittstaaten zu mehr Steuertransparenz und Datenaustausch zu bewegen.

Nach den Enthüllungen in den sogenannten Panama Papers im vergangenen Jahr sowie den Paradise Papers über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen hatte die Debatte in der EU an Fahrt gewonnen.

Diskussion hinter verschlossenen Türen

Da es sich nicht um ein reguläres EU-Gesetzgebungsverfahren handelte, fand die Diskussion im Kreis der Finanzminister hinter verschlossenen Türen statt.

Offen blieb zunächst, welche möglichen Folgen - neben dem Imageverlust - mit einer Nennung in der Liste verbunden sein sollten.

Die Grafik zeigt die gelisteten Staaten:


Schweiz steht auf "grauer Liste"

Die Schweiz steht nicht auf der "schwarzen Liste", wohl aber auf einer "grauen", wie Diplomaten noch während der laufenden Sitzung mitteilten.

Auf dieser zweiten Liste stehen insgesamt 47 Staaten, die im Lauf der Diskussion zugesagt haben, beanstandete Punkte innerhalb einer bestimmten Frist zu verbessern.

Bei der Schweiz dürfte es vorrangig um die Abschaffung von Steuerprivilegien für Holdings und verwandte Gesellschaften gehen, wie die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt.

Insgesamt wurden rund 90 Drittstaaten untersucht. (dpa/ank)