Der sogenannte "Islamische Staat" hat einen neuen Henker: "Dschihadi Vladi". Er soll vor wenigen Tagen in einem Video aufgetaucht sein, in dem er einen angeblichen Spion enthauptet. Das berichtet die britische "Daily Mail".

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) - auch Daesh genannt - veröffentlichte diese Woche ein neues Hinrichtungsvideo. Das Opfer soll der Tschetschene Magomed Khasiev sein, angeblich ein russischer Spion, wie der IS behauptet.

Ermordet haben soll ihn ein russischer Staatsbürger. Wie die "Daily Mail" schreibt, handelt es sich dabei um den 28 Jahre alten Anatoly Z.. Demnach stammt der als "Dschihadi Vladi" bekannte Mann aus der sibirischen Stadt Noyabrsk.

Auffällig ist: Der 28-Jährige trägt in dem Enthauptungsvideo keine Maske, wie andere IS-Henker zuvor. Und: Er spricht auf Russisch.

In dem Video soll Anatoly Z. den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "Hund" beschimpfen. "Hier und heute, auf diesem gesegneten Land, beginnt die Schlacht [gegen Russland]. Wir werden eure Kinder töten, für jedes Kind, das ihr hier getötet habt", zitiert die Zeitung aus dem Propagandavideo.

"Kleiner ansehnlicher Typ"

Z. sei der Sohn einer orthodoxen Christin und habe noch einen Bruder. Von einer ehemaligen Lehrerin wurde er dem Bericht zufolge als "unauffällig" beschrieben. "Er war ein schlechter Schüler, seine Leistungen waren zumeist unbefriedigend bis höchstens befriedigend." Er sei kein Hooligan gewesen, eher still und sehr normal.

Der 28-Jährige steht der "Daily Mail" zufolge auf der russischen Fahndungsliste. Er habe eine islamische Organisation mit dem Namen "Iskhan" gegründet, die offenbar verboten wurde.

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Bevor Z. sich mit seiner Freundin nach Syrien abgesetzt hat, soll er etwa zwei Jahre lang Thaiboxen trainiert haben. Sein Trainer sagte dem Blatt: "Er ist ein kleiner ansehnlicher Typ, sehr muskulös." Allerdings habe er nicht den Charakter eines Kämpfers.

Henker "Dschihadi John" soll tot sein

Bisher galt "Dschihadi John" als besonders schreckliches Gesicht des sogenannten "Islamischen Staates", Videos mit Enthauptungen machten ihn bekannt.

Im November wurde bekannt: Der berüchtigte Mörder "Dschihadi John" ist so gut wie sicher tot.

Der aus Kuwait stammende Extremist, mit bürgerlichem Namen Mohammed Emwasi, war erstmals im Enthauptungsvideo des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht.

Emwasi war an weiteren Enthauptungen beteiligt. Der Mann trat in den IS-Videos stets vermummt auf und sprach Englisch mit Londoner Akzent.

Emwasi soll zu einer Gruppe von IS-Kämpfern gehört haben, die aus Großbritannien zu den Extremisten gekommen waren und intern "Die Beatles" genannt wurden, wie die "Washington Post" berichtete.

Nach Angaben ehemaliger Gefangener soll er auch die berüchtigte Foltermethode "Waterboarding" - simuliertes Ertränken - bei IS-Häftlingen angewendet haben.

Saudi-Arabien gilt als einer der größten Sponsoren des islamistischen Terrors, doch allmählich scheint in der Golf-Monarchie ein Umdenken einzusetzen. Trotzdem sind Gruppen wie die Terrormiliz "Islamischer Staat" ein Produkt der strengen Islamauslegung der Saudis.

Die britische BBC hatte im Februar berichtet, Emwasi stamme aus Kuwait und sei jahrelang auf dem Radar des britischen Geheimdienstes gewesen. Dennoch gelang ihm die Ausreise nach Syrien und er konnte zu den Terroristen stoßen.

Die "Washington Post" berichtete damals unter Berufung auf Emwasis früheres Umfeld, er sei in einer bürgerlichen Gegend in London aufgewachsen. Nach einem geplanten Safari-Trip nach Tansania im Mai 2009 habe er sich radikalisiert.

Die Reise, die er demnach mit einem deutschen Konvertiten namens Omar und einem weiteren Mann namens Abu Talib unternehmen wollte, sei nie zustande gekommen.

Das Trio sei am Flughafen von Daressalam von der Polizei eine Nacht festgehalten und anschließend aus Tansania abgeschoben worden. Die Gründe blieben unklar. (far/dpa)