Vier Jahrzehnte nach den blutigen Anschlägen der Rote Armee Fraktion (RAF) im "Terrorjahr" 1977 sehen Politiker und Sicherheitsexperten Deutschland mit neuen Formen des Terrorismus konfrontiert.

Islamisten griffen heute nicht nur Repräsentanten des Staates an, sondern versuchten, den Terrorismus in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, sagte Justiz-Staatssekretärin Christiane Wirtz am Donnerstagabend in Karlsruhe. Dort erinnerte die Bundesanwaltschaft mit einer Podiumsdiskussion zur Frage "Was ist Terrorismus?" an die Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seiner beiden Begleiter vor 40 Jahren.

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Ein RAF-Kommando auf einem Motorrad hatte Buback am 7. April 1977 auf dem Weg zur Arbeit aufgelauert und in seinem Dienstwagen erschossen. Das Attentat war der Auftakt zur "Offensive '77" der RAF. Mit Morden und Entführungen wollte sie inhaftierte Mitglieder freipressen.

Generalbundesanwalt Peter Frank sagte, der Islamische Staat (IS) agiere dezentraler und flexibler. Jörg Ziercke, bis 2014 Präsident des Bundeskriminalamts, erinnerte an die Anschläge von Würzburg, Ansbach und Berlin. "Dadurch ist der Terror auch direkt zu den Menschen gekommen", sagte er. Der frühere Leiter der Abteilung Terrorismus der Bundesanwaltschaft, Rainer Griesbaum, warnte davor, deshalb sein Leben zu verändern. Die Beliebigkeit der Opfer werde immer größer. Man müsse sich so normal wie möglich verhalten.© dpa