Der Islamische Staat und die Al-Nusra-Front haben auf das militärische Eingreifen der USA und Russland reagiert. Beide rufen zu Racheaktionen auf.

Der Islamische Staat (IS) hat islamistische Rebellen in Syrien dazu aufgefordert, sich der Terrormiliz anzuschließen. In einer am Dienstag im Internet veröffentlichten Audiobotschaft rief ein IS-Sprecher sie auf, gemeinsam alle Armeen zu vernichten, die die Extremisten bekämpften. Neben dem von den USA geführten Militärbündnis bombardiert auch Russland seit Ende September Stellungen der Terrormiliz in Syrien. In dem Bürgerkriegsland kämpfen neben Islamisten und Dschihadisten auch gemäßigte Rebellen und Regimetruppen.

In der Audiobotschaft zeigte sich der IS gegenüber seinen Gegnern kampfeslustig. Der Islamische Staat erwarte sie auf dem Schlachtfeld, hieß es. "Islamische Jugend der Welt, entzündet den Dschihad gegen Russen und Amerikaner in ihrem Kreuzzug gegen Muslime".

Al Nusra ruft zu Reaktionen auf

Zugleich hat die islamistische Al-Nusra-Front Dschihadisten im Kaukasus zu Racheaktionen gegen russische Zivilisten und Soldaten aufgerufen. "Wenn die russische Armee die Bevölkerung in Syrien tötet, dann tötet ihre Bevölkerung. Und wenn sie unsere Soldaten töten, dann tötet ihre Soldaten. Auge um Auge", sagte der Chef der mit der Terrororganisation Al-Kaida verbundenen Al-Nusra-Front in Syrien, Abu Mohamed al-Dscholani, in einer Audiobotschaft. Der "Krieg" in Syrien werde für Russland fürchterliche Konsequenzen haben.

Russische Kampfjets bombardieren seit Ende September in Syrien unter anderem Stellungen der Al-Nusra-Front, die gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad kämpft, aber auch gegen andere islamistische Gruppen wie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Nun rief der Al-Nusra-Chef die Kämpfer in Syrien auf, ihre Differenzen beiseite zu lassen, bis die "westlichen Kreuzzügler" und die russischen Truppen besiegt seien. Auch die US-geführte Koalition bombardiert in Syrien die Stellungen der IS-Miliz und der Al-Nusra-Front.

Russische Botschaft getroffen

Die russische Botschaft in Damaskus wurde derweil von zwei Raketen getroffen. Mehr als 300 Menschen hatten sich vor dem Gebäude versammelt, um Russland für die Luftangriffe auf Gegner von Machthaber Assad zu danken, als die Raketen in die Botschaft einschlugen, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Unter den Demonstranten brach Panik aus. Ob es Tote oder Verletzte gab, ist noch unklar. (far/AFP)