Die Terrormiliz "Islamischer Staat" wirbt in der neuesten Ausgabe seiner Propagandazeitschrift mit einem deutschen Brüderpaar. Im "Dabiq"-Magazin werden die Terror-Zwillinge aus Nordrhein-Westfalen als Märtyrer gefeiert. Einer der Brüder war offenbar ein erfolgreicher Akademiker, der andere bei der Bundeswehr.

Die Terrorzwillinge werden auf Seite 30 des Magazins "Dabiq" (Ausgabe 9) als "Märtyrer" gefeiert. Dazu ist ein Bild von dem eineiigen, blonden Zwillingspaar abgebildet - in der Hand des einen der Koran. Daneben posiert der andere mit erhobenem Zeigefinger.

Lange war es ruhig um die Miliz - doch der Kampf ist noch nicht gewonnen.

Im Text wird einer der Brüder, "Abu Musab al Almani", als ehemaliger Soldat in der Armee der "Kreuzzügler" beschrieben. Er habe sich mit einem Selbstmordanschlag rehabilitiert. Wie der "IS" schreibt, habe er sich nördlich von Bagdad in einer Schlacht im April in die Luft gesprengt. Dies wird im Magazin als Highlight der Schlacht gegen das vierte Regiment der irakischen Armee gefeiert. Offenbar starb auch sein Bruder.

Bei den abgebildeten Zwillingen soll es sich nach Informationen von "Spiegel Online" und Spiegel TV um die Brüder Kevin und Mark K., 25, aus dem nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel handeln. Sie seien im August 2014 über die Türkei nach Syrien gereist. "Spiegel Online" beruft sich dabei auf Erkenntnisse des Staatsschutzes.

Zunächst habe im Leben der Brüder nichts auf eine Radikalisierung hingedeutet. Kevin K. hätte gute Voraussetzungen für eine akademische Karriere gehabt, schreibt "Spiegel Online". 2009 habe er sich längere Zeit in Istanbul aufgehalten und sei zum Islam konvertiert. Er habe sich an salafistischen Predigern wie Pierre Vogel und Ibrahim Abou Nagie orientiert. Kevin K. habe dann ein Jurastudium an der Ruhr-Universität in Bochum aufgenommen und universitäre Erfolge verbucht.

Sein Bruder Mark diente zu dieser Zeit nach "Spiegel-Online"-Informationen bei der Bundeswehr als Panzergrenadier. 2010 habe er sich für vier Jahre verpflichtet und sei in Afghanistan stationiert gewesen. 2012 sei er zum Islam übergetreten. Sicherheitsbehörden sei Mark K. im Jahr 2013 als Salafist aufgefallen. (far)