Die Bundesregierung will im Streit um die Rolle der Bundeswehr beim tödlichen Luftangriff in Syrien die Ergebnisse der Untersuchung abwarten. Die Überprüfung dauere aber noch an, wie Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte.

Die Untersuchung des tödlichen Luftangriffs in Syrien, in den die Bundeswehr indirekt verwickelt war, ist nach Darstellung der Bundesregierung noch nicht abgeschlossen.

Es gebe im konkreten Fall bisher keine genauen Kenntnisse zu tatsächlichen Opfern. Entsprechende Berichte würden aber sorgfältig geprüft, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Bei dem Luftangriff der Anti-IS-Koalition wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 33 Zivilisten getötet. Die Bundeswehr hatte Aufklärungsfotos des Gebäudes an die Koalition geliefert.

Auswärtiges Amt will Ergebnis abwarten

Die Aufklärung schreite voran, aber es liege noch keine abschließende Erkenntnis zum Lagebild vor, sagte auch ein Sprecher des Auswärtigen Amts: "Wir warten jetzt erst einmal ab, was das Ergebnis ist."

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, dem Vorwurf werde gründlich nachgegangen. Es gebe keine Hinweise, dass sich ein Bundeswehrsoldat völkerrechts- oder mandatswidrig verhalten habe.

Grundsätzlich sei jedes zivile Opfer militärischer Einsätze zu bedauern, sagte Seibert weiter. Es müsse alles getan werden, solche tragischen Ereignisse zu vermeiden.

Sollte es dennoch zu einem solchen Vorfall gekommen sein, müssten die genauen Umstände aufgeklärt und Konsequenzen gezogen werden.

US-Militär in der Kritik

Kritiker werfen dem US-Militär vor, die Zahl der zivilen Opfer bei ihren Luftangriffen in Syrien und im Irak sei in den vergangenen Wochen stark gestiegen.

Den Menschenrechtlern zufolge starben allein am Mittwoch und Donnerstagmorgen 13 Menschen bei Angriffen auf den Ort Al-Mansura.

In Folge einer gewaltigen Explosion im Westen der Metropole Mossul am 17. März waren verschiedenen Berichten zufolge mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen.© dpa

Deutschland schießt die Bilder, andere Länder werfen die Bomben. So läuft die Arbeitsteilung im Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak. Doch weil immer mehr Unschuldige bei den Luftschlägen ums Leben kommen sollen, gerät nun auch die Bundeswehr in die Kritik.