Ärger rund um Alice Weidel: Ihre Partei will einen TV-Satiriker verklagen, weil er deren Spitzenkandidatin beleidigt haben soll. Derweil beklagt sich Weidel über die Berichterstattung über ihr Privatleben.

Die AfD will offenbar juristisch gegen den TV-Satiriker Christian Ehring vorgehen. Er soll die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel in der NDR-Sendung "extra 3" beleidigt haben.

Vorangegangen war eine Ansage Weidels an die AfD. Auf dem Parteitag in Köln sagte sie: "Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte."

Der Satiriker Ehring griff diese Aussage auf und sagte dazu: "Lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht."

Die AfD reagierte empört. "Wir gehen juristisch dagegen vor. Das wird teuer für diesen GEZ-Primitivling", twitterte deren Sprecher Christian Lüth.

Laut "Spiegel Online" prüft der Medienanwalt der AfD derzeit eine Klage. Lüth gehe aber davon aus, dass "wir gegen Herrn Ehring klagen werden". Die Aussagen seien "beleidigend und verleumderisch" gewesen und würden die Persönlichkeitsrechte Weidels verletzen.

Am Dienstag solle das Ergebnis der Prüfung vorliegen, schreibt "Spiegel Online".

Weidel kritisiert Berichterstattung über sie

Darüber hinaus hat Weidel nach Berichten über ihren Wohnsitz in der Schweiz einen Eingriff in ihr Privatleben und das ihrer Partnerin beklagt. Es werde von den Medien versucht, "unsere intimste Privatsphäre an die Öffentlichkeit zu zerren", teilte Weidel mit.

Gleichzeitig wies sie Vorwürfe zurück. Sie habe ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland, hier sei sie auch gemeldet. Steuerrechtlich seien die Verhältnisse klar definiert, heißt es in der Mitteilung der 38-Jährigen, die als Erstwohnsitz bislang stets Überlingen am Bodensee angegeben hatte. Details etwa zur Frage, wo sie Steuern bezahlt, nannte Weidel nicht.

Ihre aus der Schweiz stammende Partnerin arbeite in dem Land, schrieb Weidel. "Unsere Kinder leben bei ihrer Mutter". Deshalb, so Weidel, versuche sie, soviel Zeit wie möglich mit ihrer Familie in der Schweiz zu verbringen. Daran sei nichts zu kritisieren.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Medien berichtet, Weidel lebe in der Schweiz. Die Politikerin hatte sich zunächst nicht dazu geäußert. In der Mitteilung vom Montag beklagte sie nun die Berichterstattung. Die als wirtschaftsliberal geltende Weidel war am 23. April beim Parteitag in Köln mit dem rechtsnationalen Parteivize Alexander Gauland zum Spitzenkandidaten-Duo der AfD zur Bundeswahl gewählt worden. (am/dpa)