AfD-Attacke auf Deniz Yücel: Die Fraktionsvorsitzende der Partei im Bundestag, Alice Weidel, nennt den deutschen Journalisten einen "antideutschen Hassprediger".

Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, hat den aus türkischer Haft freigelassenen Journalisten Deniz Yücel einen "antideutschen Hassprediger" genannt. Auf Facebook schrieb Weidel am Samstag, Yücel als "deutschen Journalisten" zu bezeichnen, seien "zwei Fakenews in einem Satz".

Weiter heißt es: "Ein unser Land regelrecht hassender 'Journalist', der nicht nur einmal die Grenzen des guten Geschmacks verließ, sollte eigentlich keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen."

Weidel bezog sich dabei auf frühere Artikel Yücels, in denen er vom "Deutschensterben" geschrieben und dem umstrittenen Autor Thilo Sarrazin einen Schlaganfall gewünscht habe. Am Freitag hatte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen erklärt, er hoffe, dass Yücel die Zeit im Gefängnis zur Besinnung genutzt habe, um solche "menschenfeindlichen, zynischen Sprüche, wie er sie in der Vergangenheit häufiger getätigt hat, nicht mehr zu bringen."

Yücel wurde gestern freigelassen - Politiker aller anderen Parteien begrüßten Schritt der Türkei

Yücel war gestern nach 367 Tagen aus der Haft in der Türkei entlassen worden. Er wurde noch in der Nacht nach Berlin ausgeflogen. Inzwischen hat er sich auch in einem ersten Video an seiner Unterstützer gewandt. Seine Freilassung wurde von Politikern aller anderen Parteien begrüßt.

Währenddessen bleibt die Anklage in der Türkei gegen den Journalisten bestehen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 18 Jahre Haft. (dpa / mgb)  © dpa

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Die Reaktionen zur Freilassung von Deniz Yücel

Die Türkei lässt den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel frei. Seit der Inhaftierung hatten Menschen unter dem Hashtag #freedeniz in sozialen Netzwerken die Freilassung des Türkei-Korrespondenten der "Welt" gefordert. Nach der Nachricht von Yücels Freilassung brach Jubel los. Die Reaktionen im Überblick.