Der Zoff zwischen Bayerns Ministerpräsident Söder und seinem Vize Hubert Aiwanger geht in die nächste Runde. Der Freie-Wähler-Chef pocht auf Impfungen als "persönliche Entscheidung" – und greift seinerseits die CSU an.

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Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger hat seine skeptische Einstellung zu Corona-Impfungen verteidigt. Nach scharfer Kritik von Markus Söder wirft Aiwanger der CSU Wahlkampftaktik vor.

"Die CSU hat offenbar Angst vor einem schlechten Bundestagsergebnis und greift deshalb ohne Not den eigenen Koalitionspartner an", sagte der Chef der Freien Wähler der "Bild". "Ich wurde vor laufender Kamera zu meinem Impfstatus gefragt und vertrete die Meinung, dass Impfen ein wichtiger Baustein der Corona-Bekämpfung ist, aber trotzdem eine persönliche Entscheidung bleiben muss.

Das hat nichts mit Schamanentum oder Querdenken zu tun, sondern ist ein persönliches Freiheitsrecht", sagte Aiwanger, der bislang auf eine Corona-Impfung verzichtet hat.

Markus Söder übt Kritik an Hubert Aiwanger

CSU-Chef Söder hatte dem SPIEGEL zuvor mit Blick auf seinen Vize gesagt: "Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden." Er mache sich Sorgen, so Söder weiter – Aiwanger wandele "auf einem schmalen Grat".

Aiwanger hatte zuletzt von einer "Jagd" auf Ungeimpfte in Deutschland gesprochen und auch vor einer "Apartheids-Debatte" gewarnt, die von Impfgegnern losgetreten werden könnte, sollten Ungeimpfte weniger Rechte bekommen. Der bayerische Wirtschaftsminister kandidiert für den Bundestag und hofft, mit seiner Partei die Fünf-Prozent-Hürde zu durchbrechen.  © DER SPIEGEL

Unstimmung in der Partei: Aiwanger hält Impfung für nicht ausreichend

Bayerns Vize-Ministerpräsident Aiwanger sieht eine Impfung zwar als sinnvoll und Bestandteil der Pandemiebekämpfung, aber als unzureichend. Er versteht sich als Verfechter der demokratischen Grundsätze und tritt für den Kampf gegen eine Mehrheitsgesellschaft ein, die die Regeln festlegt. In der Partei sorgt das für Unstimmung. © ProSiebenSat.1
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