Mit Angriffen gegen Ziele in Syrien haben die USA, Frankreich und Großbritannien Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff der Führung in Damaskus gegen das eigene Volk geübt. Frankreich setzt jetzt auf Deeskaltion - und fordert politische Gespräche.

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Nach dem Angriff auf mehrere Ziele in Syrien zusammen mit den USA und Großbritannien fordert Frankreich einen "Krisenausstiegsplan" für das kriegserschütterte Land . "Wir sind bereit, ab sofort mit allen Ländern daran zu arbeiten, die dazu beitragen möchten", sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstag in Paris.

Frankreich sei bereit, "sehr schnell" wieder politische Initiativen zu ergreifen, sagte er weiter und erneuerte auch die Forderung nach einer Waffenruhe im ganzen Land und einem humanitären Zugang, um Hilfe für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen.

Einsatz gegen "Banalisierung des Einsatzes von Giftgas"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte in der Nacht den Angriff erklärt: "Die rote Linie ist überschritten." Er sagte weiter: "Dutzende von Männern, Frauen und Kindern wurden beim Einsatz chemischer Waffen in Duma am 7. April massakriert. Ich habe deshalb den französischen Streitkräften befohlen einzugreifen."

Der Angriff sei auch ein Mittel gegen die Banalisierung des Einsatzes von Giftgas, so Macron.

Le Drian nannte den Einsatz rechtmäßig. "Dieses Vorgehen ist proportioniert und gezielt", sagte er. "Das Regime in Damaskus muss aufhören, diese Waffen zu nutzen."

Das Vorgehen richte sich nicht gegen die Verbündeten Syriens - Russland und Iran - und auch nicht gegen die Zivilbevölkerung. Assad solle mit dem Angriff stattdessen davon abgehalten werden, weiter Chemiewaffen einzusetzen.

Gezielte Angriffe gegen Chemieprogramm Syriens

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly meinte: "Wir suchen nicht die Konfrontation und weisen jede Logik militärischer Eskalation zurück", sagte sie. "Deshalb haben wir mit unseren Verbündeten darauf geachtet, dass die Russen vorher gewarnt werden."

Die Angriffe galten demnach nach drei Zielen, die zum "verborgenen Chemieprogramm Syriens gehören". "Das Haupt-Forschungszentrum dieses Programms und zwei wichtige Produktionsstätten wurden angegriffen."

Damit sei die Fähigkeit Syriens getroffen worden, chemische Waffen zu entwickeln und herzustellen.

Die französische Armee setzte nach Parlys Angaben Fregatten und Kampfflugzeuge ein, um Marschflugkörper abzuschießen. Die Flugzeuge seien von verschiedenen Stützpunkten in Frankreich gestartet. (dpa/cai/thp)