In einer U-Bahn-Station in St. Petersburg hat es eine Explosionen gegeben. Mindestens neun Menschen sollen getötet worden sein. Zahlreiche Verletzte wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Die Behörden gehen mittlerweile von einem Terror-Anschlag aus.

In einer U-Bahn-Station mit dem Namen Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) im Zentrum der russischen Stadt St. Petersburg hat sich eine Explosion ereignet.

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Explosion in St. Petersburg: Bilder vom Ort des Geschehens

Mindestens neun Menschen sind bei einer Explosion in einer U-Bahn-Station in St. Petersburg ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Wir zeigen Bilder von der Situation vor Ort.

Die nationale Anti-Terror-Behörde hat die Zahl von zunächst zehn auf neun Todesopfer korrigiert.

Die Behörden in St. Petersburg sprechen gegenwärtig von 50 Verletzten. Unter den Opfern sollen auch Kinder sein. 25 Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, darunter ein Kind.

Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass der Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt zwischen zwei Stationen im Zentrum detoniert sei. Behördenquellen schätzten die Sprengkraft auf 200 bis 300 Gramm Dynamit.

Bombenleger von Videoüberwachung gefilmt

Der Sprengsatz, der in einer Aktentasche platziert worden sei, sei mit Metallteilen versehen gewesen.

Nach ersten Erkenntnissen sei kein Selbstmordattentäter unterwegs gewesen. Der mutmaßliche Bombenleger ist nach inoffiziellen Behördenangaben von der Videoüberwachung gefilmt worden.

"Die Videokameras der Metro haben den mutmaßlichen Urheber der Explosion gefilmt", sagte ein nicht genannter Behördenvertreter der Agentur Interfax.

Evakuierung der U-Bahn von St. Petersburg

Die U-Bahn der Fünf-Millionen-Stadt wurde kurz nach Terror-Anschlag evakuiert.

Fotos in sozialen Netzwerken zeigen Verletzte auf dem Bahnsteig, Rauch, und die zerstörten Türen eines U-Bahn-Wagens.

Angeblich weiterer Sprengsatz in St. Petersburg gefunden

Wie die Agentur Interfax unter Berufung auf Behördenquellen berichtet, wurde ein weiterer Sprengsatz gefunden und entschärft. Er habe in der Metrostation Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) gelegen, die direkt unter dem größten Bahnhof der Stadt liegt.

Erste Berichte, denen zufolge es eine zweite Explosion gegeben habe, bestätigten sich nicht.

Kremlchef Wladimir Putin war tagsüber zu einer Konferenz in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf.

"Ich habe schon mit allen Verantwortlichen der Sicherheitsbehörden gesprochen, unter anderem des FSB (russischer Inlandsgeheimdienst, Anm. d. Red.). Sie werden alles tun, um die Hintergründe des Vorfalls aufzudecken."

Behörden gehen von Terror-Anschlag aus

Mittlerweile gehen die Behörden von einem Terror-Anschlag aus. Alexander Kurennoj, Sprecher der Staatsanwaltschaft, hatte dies gegenüber der Nachrichtenagentur "Interfax" bestätigt.

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew drückte seine Betroffenheit aus und beauftragte das Gesundheitsministerium damit, den Opfern schnelle Hilfe zukommen zu lassen.

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, schrieb auf Twitter: "Das sind furchtbare Nachrichten aus St. Petersburg: Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen und ihren Familien."

Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat sich tief bestürzt über die Explosion gezeigt. "Neben dem Entsetzen gibt es einfach jetzt nur die große Trauer und das Mitgefühl mit den betroffenen Familien und den Menschen in Russland", sagte der SPD-Politiker in Luxemburg am Rande eines Treffens der EU-Außenminister.

Sicherheitsvorkehrungen verschärft

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. Die meisten davon wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht. In St. Petersburg gab es bislang keine Anschläge.

Am St. Petersburger Flughafen Pulkovo wurden laut Tass die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, ebenso in der Metro von Moskau.

(dpa/tfr)

Teaserbild: © AFP