Der Bamf-Skandal nimmt erneut an Fahrt auf. Nach Recherchen von Journalisten über ausgestellte Schutzstatus-Befunde für teils gefährliche Islamisten bestätigte das Bundesinnenministerium die Berichte am Sonntagabend. Der Verfassungsschutz beobachtet nun über hundert Personen.

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Seit dem Jahr 2000 haben mehr als 80 Personen mit Bezug zu einem islamistischem oder politisch extremistischem Umfeld über die Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Schutzstatus erhalten. Das Bundesinnenministerium bestätigte am Sonntagabend einen entsprechenden Bericht des Redaktionsnetzwerkes Deutschland. Die Zahlen ergeben sich demnach aus einer Überprüfung von 18 000 in Bremen positiv beschiedenen Fällen durch das Bundesamt für Verfassungsschutz.

48 Islamisten erhielten Schutzstatus

Danach hätten unter anderem ein Gefährder und eine weitere Person aus dem islamistischen Spektrum einen Schutzstatus erhalten, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin. Gefährder sind Personen, denen die Sicherheitsbehörden auch Terroranschläge zutrauen. Bei weiteren 46 Personen gebe es Bezüge zum Islamismus.

Über 100 Personen unter Beobachtung

Insgesamt hätten mindestens 115 nachrichtendienstlich relevante Personen einen Schutzstatus erhalten, berichtete das Redaktionsnetzwerk. Alle relevanten Personen seien den Verfassungsschützern bekannt und stünden unter Beobachtung. Die meisten Verdächtigen hielten sich zurzeit in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin auf. Die Bremer Bamf-Außenstelle steht im Verdacht, zwischen 2013 und 2016 mindestens 1200 Menschen ohne ausreichende rechtliche Grundlage Asyl gewährt zu haben. (mc/dpa)

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