Großbritannien und Nordirland haben am Donnerstag, 23. Juni, über ihre Mitgliedschaft in der Europäischen Union abgestimmt. Die EU-Gegner sind als Sieger aus dem Referendum hervorgegangen. Alle Informationen und aktuellen Entwicklungen der Abstimmung im Live-Ticker.

+++ 52 Prozent der Briten stimmen für Ausstieg aus der EU +++

+++ David Cameron kündigt Rücktritt an +++

+++ Schottland strebt Unabhängigkeit an +++

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18:00 Uhr: Wir verabschieden uns für heute bei Ihnen und wünschen ein schönes Wochenende.

17:45 Uhr: Großes Bedauern über Abschied der Briten

Großbritannien hat sich für den Abschied von der Europäischen Union entschieden. Das Bedauern ist groß.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte: "Wir erwarten nun von der Regierung des Vereinigten Königreichs, dass sie die Entscheidung des britischen Volkes so schnell wie möglich umsetzt, so schmerzhaft der Prozess auch sein mag. Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern. Wir verfügen über die Regeln, um auf geordnete Weise damit umzugehen."

Auch Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich: "Der bevorstehende Austritt der Briten aus der Europäischen Union ist nicht der Anfang vom Ende der Europäischen Union, sondern er ist der Anfang von neuen Bemühungen um die Verteidigung der Europäischen Union und ihrer Werte."

17:20 Uhr: #ScotLond - Brexit-Gegner wehren sich im Netz gegen den Austritt aus der EU

Mit dem Hashtag #ScotLond wehren sich Brexit-Gegner im Netz gegen den Austritt aus der EU. Auf Twitter kursierte am Freitag eine Bildkombi, die augenscheinlich eine idyllische schottische Landschaft und die Sykline Londons zeigte - überlagert von den Sternen der europäischen Flagge.

"Ich habe schnell ein neues Logo für unser neues Land gestaltet", schrieb Nutzer Michael Shaw. Schotten und Bewohner der britischen Hauptstadt hatten mehrheitlich gegen den Austritt aus der EU gestimmt. "Nehmt uns mit!", schrieb eine Nutzerin aus Gibraltar dazu. Das Foto wurde von vielen Nutzern kommentiert und verbreitet.

16:54 Uhr: USA und Großbritannien behalten besondere Beziehung

Die USA und Großbritannien bleiben sich laut US-Präsident Barack Obama auch nach der Brexit-Entscheidung auf besondere Weise verbunden. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung heißt es: "Das Volk des Vereinigten Königreichs hat gesprochen, und wir respektieren seine Entscheidung."

Obama erklärte, die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Nato bleibe für die USA ein wesentlicher Eckstein ihrer Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Gleiches gelte für die Beziehungen zur Europäischen Union.

16:38 Uhr: "Was haben wir getan": Britische Sportstars machen ihrem Ärger Luft

Bei der EM sind noch drei britische Teams dabei, aus der EU wird sich Großbritannien bald verabschieden. Viele Sportstars von der Insel zeigten sich vom Brexit-Votum geschockt. Der frühere englische Nationalspieler Gary Lineker dagegen brachte gewohnt offen seine Meinung zum Ausdruck. "Verdammter Mist! Was haben wir getan", twitterte der heutige BBC-Moderator

Auch der tschechische Nationaltorwart Petr Cech, der seit langem in London lebt und dort nach Jahren beim FC Chelsea nun für den FC Arsenal spielt, machte seinem Ärger Luft. "Es sieht so aus, als sei die bedeutendste Entscheidung in der Geschichte dieses Landes auf der Basis einer Kampagne von Fälschungen und Lügen getroffen worden", schrieb der Routinier.

16:15 Uhr: Putin: Brexit auch Protest gegen zunehmende Machtfülle von Brüssel

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Brexit-Entscheidung Großbritanniens als Protest gegen eine zunehmende Machtfülle der Brüsseler Bürokratie bezeichnet. "Die Konzentration der Macht ist in den leitenden Strukturen der EU sehr hoch", sagte Putin am Freitag in Usbekistan in Zentralasien. Manchen Menschen gefalle dieses "Verwischen von Ländergrenzen", anderen wiederum nicht.

15:56 Uhr: Was ändert sich mit dem Brexit für Deutschland?

Die Briten gehen, viele Fragen bleiben. Wie wird sich der Abschied des Vereinigten Königreichs von der EU auf den Alltag der Deutschen auswirken? In vielen Fällen werden die Folgen erst zu spüren sein, wenn der Brexit nach der Übergangsfrist tatsächlich passiert ist. Das wird sich für uns ändern.

15:03 Uhr: Brexit und jetzt? Europa nach Abstimmung unter Schock

Der Traum von einem vereinten Europa ist für die Brexit-Gegner geplatzt: 51,9 Prozent der Briten haben sich für den Ausstieg aus der Europäischen Union entschieden. Die internationalen Finanzmärkte sind erschüttert, das britische Pfund ist auf den tiefsten Stand seit 1985 gefallen. Der Brexit könnte die Krise in Europa verschärfen. Während Nordirland und Schottland mit großer Mehrheit gegen den Brexit stimmten, entschieden sich die Wähler in England und Wales in den meisten Regionen klar für den Ausstieg. Zum ersten Mal verlässt damit ein Land die Europäische Union. Brüssel stehen nun turbulente Zeiten bevor. Die europäische Gemeinschaft dürfte vor der größten Krise ihrer Geschichte stehen.

14:14 Uhr: Was sind die Brexit-Konsequenzen für Urlauber und Reisende?

Nach dem Votum für den Brexit dürften sich viele Urlauber und Geschäftsreisende fragen, was die Entscheidung für sie bedeutet. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

13:34 Uhr: Verwirrung bei Google über "dumme" Brexit-Wähler

Die Suchmaschine Google hat die Möglichkeit, für eine ganz bestimmte Region das Such-Interesse für eine ganz bestimmte Fragestellung zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt darzustellen. Google Trends nennt sich das. Und eben dieses Google Trends soll am Donnerstagabend für Großbritannien ein massives Such-Interesse für die Frage ausgewiesen haben: "Was passiert, wenn wir die EU verlassen?" Eine absolut berechtigte Frage - allerdings eine, die man für sich selbst beantwortet haben sollte, bevor man sich für oder gegen das Verlassen der EU entscheidet. Den Brexit-Befürwortern wird unterstellt, sie hätten nach dem Wildwest-Motto "Erst schießen, dann fragen" über die Zukunft Europas abgestimmt. Aber stimmt das? Nicht wirklich. Die Sache hat einen Haken.

12:52 Uhr: Schottland will weiteres Unabhängigkeits-Referendum

Die schottische Regierungspartei SNP trachtet nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien nach einem zweiten Volksentscheid zur Loslösung vom Königreich. "Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist nun höchstwahrscheinlich", sagte Schottlands Ministerpräsidentin und SNP-Parteichefin Nicola Sturgeon am Freitag.

Die europafreundliche SNP war 2014 mit einem ersten Versuch, die Unabhängigkeit von Großbritannien zu erreichen, knapp gescheitert. Schottland hatte sich beim EU-Referendum mit großer Mehrheit für den Verbleib in der Union ausgesprochen. Eine Loslösung von Großbritannien soll den Wiedereintritt in die EU ermöglichen.

12:42 Uhr: Merkel warnt vor schnellen Schlüssen

Merkel hat nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens für einen EU-Austritt zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Es dürfe jetzt keine schnellen und einfachen Schlüsse geben, sagte sie.

12:39 Uhr: Angela Merkel: "Heutiger Tag ist ein Einschnitt"

Bundeskanzlerin Angela Merkel findet klare Worte zum Brexit: "Der heutige Tag ist ein Einschnitt für Europa."

12:24 Uhr: EU-Spitzen: Britische Regierung muss unverzüglich handeln

Die Spitzenvertreter der Europäischen Union fordern Großbritannien auf, "so schnell wie möglich" Konsequenzen aus dem Brexit-Referendum zu ziehen. "Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern", teilten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte am Freitag in Brüssel schriftlich mit.

11:45 Uhr: 10:35 Uhr: Donald Trump findet Brexit "großartig"

Der wahrscheinlich US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump hat sich über den Ausgang der Abstimmung geäußert:

"Im Grunde haben sie sich ihr Land zurückgeholt. Das ist eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag beim Besuch eines Golfresorts in Schottland. "Auf der ganzen Welt sind die Menschen wütend. (...) Sie sind wütend darüber, dass Menschen ins Land kommen und übernehmen und niemand weiß, wer sie sind."

Auf die Frage, ob das Votum seiner Kampagne helfe, sagte Trump: "Ich habe gesagt, dass das passieren würde. Wir müssen sehen, aber es ist eine großartige Sache."

11:41 Uhr: Deutsche Konzerne halten Brexit-Folgen für beherrschbar

Deutschlands Topmanager haben am Freitag betroffen auf das Votum der Briten für einen EU-Austritt reagiert. Gravierende Folgen für ihre Geschäfte erwarten die meisten allerdings zunächst nicht.

11:08 Uhr: Britischer Notenbankchef Carney: 250 Milliarden Pfund stehen bereit

Der britische Notenbankenchef Mark Carney hat die Bereitschaft zur Stabilisierung der Märkte betont. Man sei bereit, mehr als 250 Milliarden Pfund bereitzustellen, um die Funktionsfähigkeit der Märkte aufrechtzuerhalten.

10:50 Uhr: AfD: "Angela Merkel hat Briten aus EU getrieben"

Die AfD sieht die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Hauptgrund für den EU-Austritt Großbritanniens. "Ich glaube, Frau Merkel hat mit ihren offenen Grenzen die Briten aus der Europäischen Union vertrieben", sagte Partei-Vize Alexander Gauland am Freitag in Berlin nach dem Votum der Briten für ein Verlassen der Union.

Gleichzeitig betonte er, die AfD wolle jetzt keine Kampagne für einen EU-Austritt Deutschlands starten.

10:48 Uhr: Erste Reaktionen aus Russland

Kremltreue russische Politiker haben in ersten Reaktionen das britische Votum für einen Austritt aus der EU begrüßt. Für das britische Volk sei es ein großer Erfolg, sagte der nationalistische Vize-Parlamentschef Wladimir Schirinowski von der Partei LDPR am Freitag in Moskau. "Das ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde", sagte er der Agentur Interfax zufolge.

10:29 Uhr: Kwasniewski: Das ist das Ende Großbritanniens

Der polnische Ex-Präsident Aleksander Kwasniewski befürchtet nach dem Brexit-Votum der Briten eine Phase des Chaos in Europa. "Das ist das Ende Großbritanniens", sagte er am Freitag im Rundfunksender RMF. "Jene EU, mit der wir zwölf glückliche Jahre verlebten, wird es nicht mehr geben. Wir treten ein in eine Zeit des Chaos, des Schocks und der Unberechenbarkeit mit allen Konsequenzen."

Er befürchte einen weiteren Anstieg von Nationalismus in Europa und negative Folgen für die in Großbritannien lebenden Ausländer, allen voran die große polnische Gemeinde.

10:19 Uhr: Zehntausende unterzeichnen Petition für zweites Brexit-Referendum

Zahlreiche Briten fordern nach dem knappen Sieg der Brexit-Befürworter eine zweite Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft. Rund 60.000 Menschen unterzeichneten bis Freitagvormittag online eine entsprechende offizielle Petition. Die britische Regierung beantwortet alle Anliegen, die auf mehr als 10.000 Unterschriften kommen; bei mehr als 100.000 Unterschriften wird das Anliegen zur Debatte im Parlament vorgeschlagen.

10:07 Uhr: Hollande, Merkel und Tusk beraten Brexit

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Gipfelchef Donald Tusk haben die Folgen der Entscheidung der Briten beraten.

Dazu telefonierten die drei Politiker am Freitagmorgen rund 20 Minuten, wie die französischen Agentur AFP unter Berufung auf Informationen aus dem Élysée berichtete. In der kommenden Woche will Hollande nach Berlin reisen und dort mit Merkel noch vor dem EU-Gipfel in Brüssel beraten.

10:01 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel führt Gespräche wegen Brexit

Die Bundeskanzlerin trifft sich heute um 11.30 Uhr mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden im Bundestag zu einem Meinungsaustausch über den Ausgang des britischen Referendums. Daran werden auch verschiedene Bundesminister teilnehmen.

09:56 Uhr: Pressestimmen: "Voller Angst in die historische Katastrophe"

Der Brexit ist Realität. Großbritannien hat in einem Referendum für den Austritt aus der EU gestimmt. Brexit-Gegner stehen unter Schock, die Befürworter jubeln. "Voller Angst in die historische Katastrophe", kommentiert die "Süddeutsche Zeitung". "Die Briten haben sich für den Rückzug entschieden statt für offensive Veränderung. Das ist eine Antwort aus dem falschen Jahrhundert - der Brexit bringt die innere Balance der Union ins Wanken." Die weiteren Pressestimmen zum Brexit.

09:36 Uhr: Lammert: Brexit-Sondersitzung des Bundestages wohl am Dienstag

Nach dem Brexit-Votum der Briten für einen EU-Austritt wird der Bundestag voraussichtlich am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Das kündigte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Freitag vor Beginn der Beratungen des Parlaments an. Dabei werde es eine Regierungserklärung vor dem nächsten EU-Gipfel geben. Man müsse sich jetzt ebenso so ruhig wie zügig mit den Konsequenzen auseinandersetzen, sagte Lammert.

+++ 09:23 Uhr: Cameron kündigt Rücktritt an +++

David Cameron kündigt als Konsequenz des Ergebnisses seinen Rücktritt an. Er habe bereits mit der Königin über diesen Schritt gesprochen.

Er zieht damit Konsequenzen aus seiner Niederlage in der historischen Abstimmung über einen Austritt Großbritanniens aus der EU.

Er werde noch drei Monate im Amt bleiben, sagte Cameron am Freitag. Austrittsverhandlungen mit der EU sollten anschließend mit einem neuen Premierminister beginnen. "Das Land braucht ein neue Führung", sagte der konservative Politiker.

09:22 Uhr: Cameron: "Kein Zweifel an Ergebnis"

"Es gibt kein Zweifel über das Ergebnis", sagte Cameron vor seinem Amtssitz Downing Street 10 am Freitagmorgen. Der Wille der Mehrheit der Briten zum Austritt wird nach den Worten von Premierminister David Cameron respektiert. Nach dem EU-Referendum komme es auf die Austrittsverhandlungen an.

09:20 Uhr: David Cameron spricht

David Cameron richtet seine Worte an die Wähler: "Ich möchte allen danken, die auf meiner Seite waren. Und ich gratuliere allen, die an der "Leave"-Kampagne (pro EU-Austritt, Anm.d.Red.) teilgenommen haben." Zuvor hatte er sich bereits via Twitter bei den britischen Wählern bedankt.

09:13 Uhr: Warten auf David Cameron

Es wurde erwartet, dass Premierminister David Cameron nach seiner Niederlage noch am Freitagmorgen vor die Presse tritt. Cameron hatte sich für den Verbleib in der Gemeinschaft eingesetzt. Ein sofortiger Rücktritt galt als eher unwahrscheinlich.

09:07 Uhr: Der Dax bricht um 10 Prozent ein

Der deutsche Leitindex Dax ist am Freitagmorgen um 9,98 Prozent auf 9233,48 Punkte abgesackt. Die Briten hatten sich zuvor für einen Austritt aus der EU ausgesprochen.

08:56 Uhr: Sarah Palin freut sich über Brexit-Votum

Die erzkonservative US-Politikerin Sarah Palin hat das Brexit-Votum Großbritanniens begrüßt. "Froh, dass der Brexit sich durchgesetzt hat!", schrieb Palin am Freitagmorgen auf Facebook.

Es sei eine gute Nachricht, dass die Briten sich für Unabhängigkeit von weltweiten Interessengruppen sowie für Kontrolle über die eigenen Grenzen und den Schutz der eigenen Bevölkerung entschieden hätten.

08:49 Uhr: Farage: "Die EU stirbt"

Der britische Rechtspopulist Nigel Farage hat nach dem Brexit-Votum in Großbritannien ein Zerbrechen der Europäischen Union vorausgesagt. "Die EU versagt, die EU stirbt", sagte er am Freitag vor dem Parlamentsgebäude in London.

Außerdem solle der 23. Juni als Unabhängigkeitstag in die Geschichte Großbritanniens eingehen:

Monatelang haben EU-Gegner und -Befürworter in Großbritannien um Stimmen gekämpft. Mit Schließung der Wahllokale auf der Insel ging das Zittern los. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Von der Wahlnacht bis zur Entscheidung im Minutenprotokoll.

08:40 Uhr: Beatrix von Storch fordert Rücktritt von Schulz und Juncker

Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch fordert den Rücktritt von EU-Parlamentschef Martin Schulz und Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Das Ergebnis des Volksentscheids sei ein klares Signal, dass die Politik der beiden EU-Spitzenpolitiker gescheitert sei.

08:23 Uhr: Großbritannien verliert AAA-Rating

Standard and Poor's stellt nach dem Brexit-Votum die Kreditwürdigkeit Großbritanniens in Frage. Das berichtet unter anderem "Spiegel Online". "Das AAA-Rating ist nicht länger haltbar", erklärte Rating-Chef Moriz Krämer demnach gegenüber der "Finacial Times".

Die US-Ratingagentur hatte bereits angekündigt, Großbritannien im Falle eines EU-Austritts die Bestnote für seine Kreditwürdigkeit zu entziehen. S&P habe jedoch daran festgehalten, weil man eine positive Entscheidung für die EU erwartet habe, sagte Krämer.

08:13 Uhr: Das offizielle Wahlergebnis steht fest

Alle Stimmen sind ausgezählt: 51,9 Prozent der Briten haben nach Angaben des Senders BBC für den Austritt aus der EU gestimmt, lediglich 48,1 Prozent für den Verbleib.

Insgesamt votierten 17.410.742 Wähler für Rausgehen, 16.141.241 für Drinbleiben, meldete der Sender unter Berufung auf das vorläufige Endergebnis.

07:54 Uhr: So verlief die Wahlnacht:

07:52 Uhr: Schulz erwartet schnellen Beginn von Trennungsgesprächen

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, erwartet einen schnellen Beginn der Trennungsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Eine "Hängepartie über Jahre" sei im Interesse keiner der beiden Seiten, sagte Schulz am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Europäische Union werde mit Großbritannien nun "seriös" verhandeln. Allerdings werde das Land künftig als "Drittstaat" behandelt. "Wir respektieren dieses Ergebnis. Aber Großbritannien hat entschieden zu gehen."

07:32 Uhr: Marine Le Pen reagiert auf Brexit

Wenig überraschend hat sich Front-National-Chefin Marine Le Pen für eine Abstimmung in Frankreich ausgesprochen:

"Sieg für die Freiheit! Was ich bereits seit Jahren fordere, man braucht jetzt das gleiche Referendum in Frankreich und den Mitgliedstaaten der EU."

07:20 Uhr: Finanzmärkten droht nach Brexit-Schock ein "Black Friday"

Brexit-Schock für Europa und die Finanzmärkte: Der Austritt der Briten aus der EU, der in letzten Umfragen noch abgewendet schien, dürfte für einen "Black Friday" sorgen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor Handelsbeginn um 8 Prozent tiefer bei 9435 Punkten.

+++ 07:04 Uhr: Briten stimmen für Ausstieg aus Europäischer Union +++

Großbritannien kehrt Europa den Rücken: Eine knappe Mehrheit der Briten stimmte bei dem historischen Brexit-Referendum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union.

Damit wollen die Briten nach über 40 Jahren als erstes Land überhaupt die Europäische Union verlassen.

Am Freitagmorgen war der Vorsprung des Brexit-Lagers mit 16,8 Millionen Stimmen uneinholbar.

Das prozentuale Verhältnis war 52 zu 48 zugunsten der EU-Gegner.

Das Ergebnis ist eine schwere Schlappe für den konservativen Premierminister David Cameron, der vehement für einen Verbleib in der bei vielen Briten verhassten EU geworben hatte. Seine politische Zukunft ist offen.

07:01 Uhr: Knapp 94 Prozent der Wahlkreise sind ausgezählt

Aktuelle Auszählungen laut "CNN": 51,74 Prozent stimmten für den Brexit, 48,26 Prozent stimmten gegen den Brexit. Damit zeichnet sich ab, dass die Briten sich mehrheitlich gegen Europa entschieden haben.

06:57 Uhr: Schottland stimmt pro EU - Spekulationen über Unabhängigkeit

Trotz des absehbaren Siegs der Brexit-Befürworter beim EU-Referendum in Großbritannien hat die Mehrheit der Schotten für einen Verbleib in der EU gestimmt. Das heizt Spekulationen über ein neues schottisches Unabhängigkeitsreferendum an.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte nach Auszählung der Wahlzettel in Schottland am Freitag, das Ergebnis "zeige, dass das schottische Volk seine Zukunft als Teil der Europäischen Union sieht".

06:46 Uhr: Sinn Fein fordert Abstimmung über Wiedervereinigung Irlands

Die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein fordert nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien eine Abstimmung über eine Wiedervereinigung Irlands. Ein solches Referendum zur Abschaffung der irischen Grenze sei ein "demokratischer Imperativ", sollte Nordirland für einen Verbleib in der Europäischen Union gestimmt haben, berichtete unter anderem der Sender Sky News am Freitagmorgen unter Berufung auf Parteiquellen.

"Die britische Regierung hat (...) jedes Mandat, die Interessen der Menschen in Nordirland zu repräsentieren, verloren", zitierte die "Irish Times" den Sinn-Fein-Vorsitzenden Declan Kearney.

06:43 Uhr: Rechtspopulist Wilders fordert EU-Referendum auch in den Niederlanden

Der Chef der rechtspopulistischen niederländischen Partei für die Freiheit, Geert Wilders, hat nach der britischen Volksabstimmung ein EU-Referendum auch in seinem Land gefordert. "Bye bye Brüssel", jubelte er angesichts des Vorsprungs für das Brexit-Lager in Großbritannien am Freitag auf Twitter. "Und die Niederlande werden die Nächsten sein!"

EU-Gegner und Brexit-Galionsfigur Nigel Farage bejubelt mit dem gewonnenen Referendum zum Ausstieg Großbritanniens aus der EU sein politisches Lebenswerk und sorgt mit einer fragwürdigen Aussage für Irritationen.

06:42 Uhr: Ölpreise fallen deutlich

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel angesichts des drohenden Austritts der Briten aus der Europäischen Union deutlich verloren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 47,92 US-Dollar. Das waren gut 5,87 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel zuletzt 6,03 Prozent auf 47,09 US-Dollar.

06:33 Uhr: Sigmar Gabriel verflucht den Brexit

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) reagiert bitter enttäuscht auf die sich abzeichnende Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt.

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Briten stimmen für Ausstieg aus der EU

Eindrücke von Großbritanniens Referendum über den Verbleib in der EU.

"Damn! (Verdammt) Ein schlechter Tag für Europa", twitterte Gabriel am Freitagmorgen.

06:31 Uhr: Ukip-Chef Nigel Farage: Erfolg "ohne eine einzige Kugel"

Über den wahrscheinlichen Sieg der Brexit-Befürworter sagte Ukip-Chef Nigel Farage: "Wir werden das geschafft haben, ohne kämpfen zu müssen - ohne dass auch nur eine einzige Kugel abgefeuert werden musste."

06:17 Uhr: Brexit-Lager in Großbritannien eine Million Stimmen vorn

Beim EU-Referendum in Großbritannien ist der Vorsprung der Brexit-Befürworter auf mehr als eine Million Stimmen angewachsen. Es sind noch weniger als 40 der 382 Wahlbezirke auszuzählen.

06:12 Uhr: Die Wahlbeteiligung lag bei rund 72 Prozent

Das Schicksalsvotum hat Europa-Gegner und -Befürworter mobilisiert: Mit knapp 72 Prozent lag die Wahlbeteiligung am Donnerstag eher hoch.

Zur Parlamentswahl im vergangenen Jahr waren nur 66,1 Prozent der registrierten Wähler gegangen. Allerdings kommt das EU-Referendum nicht an die Volksabstimmung der Schotten über ihre Unabhängigkeit 2014 heran: Damals hatten sich 84,6 Prozent beteiligt und mehrheitlich gegen den Abschied aus dem Vereinten Königreich gestimmt.

06:08 Uhr: 85 Prozent der Wahlkreise ausgezählt

Aktuelle Auszählungen laut "CNN": 51,71 Prozent stimmten für den Brexit, 48,29 Prozent stimmten gegen den Brexit. Damit zeichnet sich ab, dass die Briten sich mehrheitlich gegen Europa entschieden haben.

05:44 Uhr: Sky News und BBC sehen Brexit-Lager als Sieger des EU-Referendums

Das Brexit-Lager hat nach Berechnungen der Fernsehsender BBC und Sky News das EU-Referendum in Großbritannien gewonnen. Damit steht das Vereinigte Königreich vor einem Austritt aus der Europäischen Union. Nach Auszählung von 310 der 382 Stimmbezirke führte die "Leave"-Kampagne am Freitagmorgen mit fast einer Million Stimmen.

05:43 Uhr: Schottland für, England gegen EU: Großbritannien ist geteilt

Das Referendum über Großbritanniens EU-Mitgliedschaft hat die politische Spaltung des Landes sichtbar gemacht. Während die Schotten im Norden der Insel mit sehr großer Mehrheit für den Verbleib in der Europäischen Union stimmten, entschieden die Wähler in England und Wales sich in den meisten Regionen klar für den Brexit. Eine klare Ausnahme bildete London.

05:41 Uhr: Euro rutscht Richtung 1,10 Dollar

Der Euro verliert wegen des näher rückenden Brexits deutlich an Boden. Zuletzt rutschte die europäische Gemeinschaftswährung Richtung 1,10 US-Dollar ab. Am frühen Morgen fiel der Euro bis auf 1,1019 Dollar, nachdem er in den ersten Handelsstunden wegen der Hoffnung auf einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union zeitweise noch mehr als 1,14 Dollar gekostet hatte.

05:23 Uhr: Nach Auszählung von zwei Dritteln der Wahlkreise liegen die EU-Gegner vorn

Im Moment sind 54,5 Prozent der Wahlkreise ausgezählt. 48,6 Prozent der ausgezählten Stimmen sind dafür, dass Großbritannien Mitglied der EU bleibt. Für einen Brexit hingegen stimmten 51,4 Prozent.

Nigel Farage, der Chef der EU-feindlichen Partei Ukip, ließ sich am Morgen bereits feiern.

05:17 Uhr: Brexit-Sorge: Pfund fällt auf tiefsten Stand seit 1985

Die Angst vor einem Brexit hat das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gedrückt. Am frühen Freitagmorgen fiel das Pfund erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,35 US-Dollar.

In den ersten Handelsstunden des Tages hatte das Pfund wegen der Hoffnung auf einen Verbleib in der Europäischen Union zeitweise noch etwas mehr als 1,50 Dollar gekostet.

+++ Freitag, 24.06.2016: Die Briten haben abgestimmt +++

05:02 Uhr: Renommierter Wahlforscher: Brexit-Lager ist jetzt Favorit +++

Der angesehenste britische Wahlforscher John Curtice sieht nach dem bisherigen Verlauf der Referendums-Nacht einen Brexit als wahrscheinlich an. "Das Leave-Lager ist jetzt der Favorit", sagte Curtice am frühen Freitagmorgen der BBC. "Der Gedanke an ein Verlassen der EU ist nicht mehr nur ein akademischer", sasgte der Professor von der schottischen Strathclyde-Universität.

Der Fernsehsender ITV sieht inzwischen eine 80-Prozent-Wahrscheinlichkeit für den Brexit. Das Referendum sei aber weiter auf des Messers Schneide. Nach Auszählung der Hälfte der 382 Wahlbezirke lag das Lager der Brexit-Befürworter mit fast 500.000 Stimmen vorne. Das entsprach einem Verhältnis von etwa 52:48.

+++ Donnerstag, 23.06.2016: Drin oder draußen? +++

23:08 Uhr: Erste Befragung deutet auf Mehrheit gegen Brexit hin

Haben die Briten für den Brexit gestimmt oder bleiben sie bei der EU? Seit 23.00 Uhr (MESZ) sind die Wahllokale geschlossen, die Entscheidung ist gefallen. 46,5 Millionen Briten hatten sich für die Abstimmung registriert. Beim Brexit-Referendum in Großbritannien zeichnet sich nach einer ersten Befragung des Institutes YouGov eine Mehrheit für einen Verbleib in der Europäischen Union ab.

Die Stimmen werden jetzt ausgezählt. 88 Regionen in Großbritannien werden um rund 5.00 Uhr ihre Ergebnisse bekanntgeben. TV-Stationen könnten ab diesem Zeitpunkt mit Prognosen beginnen