• Wegweisende Entscheidung bei der CDU:
  • Auf dem Parteitag CDU-Parteitag in Hannover gab es jetzt grünes Licht für die Frauenquote.
  • Sie soll jetzt Schritt für Schritt eingeführt werden.

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Der CDU-Parteitag hat in Hannover die schrittweise Einführung einer bis 2029 befristeten Frauenquote beschlossen. Er folgte damit einem Kompromissvorschlag von Parteichef Friedrich Merz.

Nach jahrzehntelanger Diskussion in der CDU stimmten 559 Delegierte für die Frauenquote. Der Kompromiss sieht vor, dass diese bis Ende 2029 befristet wird. 409 Delegierte stimmten nach einer leidenschaftlich geführten knapp zweistündigen Debatte gegen die Neuregelung, 11 enthielten sich. Mit der Zustimmung blieb Merz ein erster innerparteilicher Dämpfer in seiner gut sieben Monate langen Amtszeit erspart.

Kritiker warnen vor Symbolpolitik

Insgesamt äußerten sich 36 Rednerinnen und Redner in der Quotendebatte, darunter 6 Männer. Die Gegner einer Quote - darunter viele junge Frauen - führten an, diese sei nur Symbolpolitik. Problematisch sei nicht der Einstieg in die Politik, sondern die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement. Es dürfe nicht eine Gruppe über andere in der Partei gestellt werden, dies sei eine erzwungene Umverteilung von Ämtern.

Die Befürworter, zu denen die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (Nordrhein-Westfalen) und Daniel Günther (Schleswig-Holstein) sowie die frühere Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer zählten, betonten hingegen, es gehe darum, Frauen mehr Chancen zu ermöglichen. Außerdem arbeiteten gemischte Teams kreativer und erfolgreicher.

"Signal nach draußen"

Merz, der als letzter Redner das Wort ergriff, sagte, es gehe "um ein Signal nach draußen, dass wir dieses Thema ernst nehmen". Mehr als 50 Prozent der Wähler seien in Deutschland Frauen. Er rief: "Ist das unser Ernst, dass wir dieses Problem praktisch ausblenden und sagen, wir müssen hier nicht über eine Lösung reden?"

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