Die CDU muss sich aus Sicht von Schleswig-Holsteins Landeschef Daniel Günther besser als Alternative zu Ampel-Koalition positionieren. "Es gelingt uns nur zurzeit nicht ausreichend, den Menschen zu vermitteln, was wir anders machen würden, und mit unseren Angeboten zu überzeugen. Da sehe ich aber bei allen Luft nach oben", sagte der Ministerpräsident dem Nachrichtenportal "t-online" (Sonntag).

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Er betonte gleichzeitig, dass seine Partei inhaltlich und personell gut aufgestellt sei. Dem CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz gelinge es sehr gut, die Partei in der Mitte aufzustellen.

Ampel verspielt Vertrauen

Die Ampel verspiele sehr viel Vertrauen in die Bevölkerung, weil die Koalitionspartner zu sehr von ihren eigenen Parteiinteressen gelenkt seien, sagte Günther. "Die Union als größte Oppositionspartei schafft es allerdings auch nicht, von diesem Vertrauensverlust zu profitieren und es gelingt uns allen gemeinsam aktuell nicht, die Umfragewerte der AfD wieder zu senken", sagte er.

Keine populistische Sprache

Mit Blick auf die Wortwahl vieler Parteikollegen gegenüber Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wie "Heizungsverbot" "grüne Clan-Strukturen" sagte Günther, "von dieser Wortwahl halte ich nicht viel". Wenn sich Politiker populistischer Sprache bedienten, egal aus welchem Lager sie kämen, zahle das nicht bei den demokratischen Parteien ein. "Grundsätzlich sollten wir gegenseitige unsachliche Anschuldigungen tunlichst vermeiden."

Günther fordert Selbstdisziplin

Günther riet Parteikollegen, die populistischen Reflexen nicht widerstehen könnten, zur Selbstdisziplin. "Wer irgendeine steile These raushaut, freut sich vielleicht kurz darüber, dass manche von den eigenen Leuten besonders laut klatschen", sagte Günther. Der politischen Stimmung im Land erweise man damit aber keinen Dienst. "Anschließend merkt man relativ schnell, dass es falsch gewesen ist."  © dpa

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