Angela Merkel ist zum mittlerweile elften Mal nach China gereist. Die Begrüßung war freundlich, doch die Verhandlungen sind schwierig: Deutschland und China versprechen sich gegenseitigen Marktzugang, doch in Sachen Datenschutz und Regulierung gehen die Vorstellungen auseinander.

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Es ist für Angela Merkel schon wieder eine Reise zu schwierigen, starken Männern. Vor ein paar Wochen erst der Trip zu Donald Trump, dem unkalkulierbaren US-Präsidenten. Dann am vergangenen Freitag die Kurzreise zu Wladimir Putin nach Sotschi.

Und nun die nächsten Mächtigen mit großem Selbstbewusstsein: Chinas Staatspräsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang.

China verspricht Marktöffnung

Letzterer hat deutschen Unternehmen nun eine weitere Marktöffnung auch im Finanz- und Dienstleistungsbereich zugesagt. "Wir werden nicht aufhören mit der Öffnung", sagte Li am Donnerstag bei dem Treffen mit Merkel und Unternehmern aus beiden Ländern in Peking.

China habe die Tür im Güterbereich bereits weit aufgestoßen. Nun werde man den Marktzugang für Banken, Versicherer und Finanzdienstleister Schritt für Schritt weiter öffnen.

Merkel pochte vehement auf einen gegenseitigen Marktzugang unter gleichen Bedingungen. "Man braucht Kooperationsnetzwerke mit ähnlichen Standards", so die Kanzlerin.

Dies gelte etwa im Zusammenhang mit der Entwicklung des autonomen Fahrens beim Ausbau des Mobilfunknetzes wie auch bei der Regulierung des Industrie 4.0 im Digitalzeitalter.

Deutsche Unternehmen fürchten um ihre Daten

In diesem Zusammenhang müsse auch nochmals über das chinesische Cybersicherheitsgesetz gesprochen werden. Deutsche Unternehmen befürchten in diesem Zusammenhang, dass ihre Daten nicht sicher sind.

Die Kanzlerin betonte: "Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Die sieht man nicht, aber man muss sie trotzdem schützen."

Li betonte in diesem Zusammenhang, die chinesische Regierung wolle die Interessen der Unternehmen und die Rechte der Bürger schützen. Es handele sich "um ein totales Missverständnis", dass China etwa die Herausgabe von Quellcodes von Computerprogrammen von den Unternehmen verlange.

Zugleich warf er der Bundesregierung vor, den chinesischen Finanzsektor bei dessen Bemühungen, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen, schlecht zu behandeln. Hier gebe es eine Überregulierung, stattdessen sei Gleichberechtigung nötig. (dh/dpa)