"I don't care"-Parka, kuriose Weihnachtsdeko und Photoshop-Fails: Melania Trump als First Lady

Am 20. Januar 2017 wurde Donald Trump zum 45. US-Präsidenten vereidigt. Nun, vier Jahre später, heißt es Koffer packen und raus aus dem Weißen Haus. Immer an seiner Seite: Ehefrau Melania Trump. Bis heute wird darüber gemunkelt, ob sie ihren Status als First Lady wirklich gerne inne hatte. Das waren die einprägsamsten Momente.

Mit ihre erste Kontroverse löste Melania Trump bereits auf dem Nominierungsparteitag der US-Republikaner am 18. Juli 2016 aus. Dort hielt sie zur Eröffnung eine Rede, die große Ähnlichkeiten mit der Rede von Michelle Obama auf dem Parteitag der Demokraten 2008 aufwies. Trumps Wahlmanager wies die Vorwürfe zunächst zurück, eine Mitarbeiterin des Wahlkampfteams übernahm später die Verantwortung.
Schon einen Tag vor der Vereidigung Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten zeigte sich, dass Melania Trump die Aufgaben einer First Lady nicht ganz so gerne übernahm. Als ihr Mann sie aufforderte, eine (kleine) Rede zu halten, schüttelte die damals angehende First Lady zunächst den Kopf. Nach einem kurzen Zögern, ließ sie sich dann doch zu ein paar Sätzen hinreißen.
Knapp drei Monate nach der Vereidigung Trumps sorgte die Präsidenten-Gattin für einen Lacher im Internet. Der Grund: Ihr offizielles Flotus-Foto (Flotus steht für First Lady of the United States). Lustig gemacht wurde sich vor allem über die offensichtliche Bearbeitung des Fotos mittels Photoshop.
Ebenso gleich zu Beginn der Präsidentschaft Trumps, ging Melania als erste First Lady in die Geschichte ein, die jemals eine Verleumdungsklage angestrengt hat. Das britische Boulevardblatt "Daily Mail" soll sie als früheres Escort-Girl bezeichnet haben, weshalb Melania im Februar 2017 eine Verleumdungsklage einreichte. Schlussendlich einigte man sich im April 2017 auf die Zahlung eines Schadensersatzes von knapp drei Millionen US-Dollar.
Händchenhalten mit dem Ehemann? Nicht mit Melania Trump. Als Trump bei seiner Ankunft am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv im Rahmen seiner ersten Auslandsreise als Präsident ihre Hand greifen wollte, schlug die damals 47-Jährige einfach die Hand ihres Gatten weg. Bis heute wurde ihre Absicht hinter dieser Geste nicht aufgeklärt. In den Medien kursierten zu dem Zeitpunkt Gerüchte über eine Ehe-Krise.
Im Vergleich zu den anderen Aufgaben einer First Lady, hatte Melania Trump scheinbar mehr Freude an der Organisation sowie Präsentation der pompösen Weihnachtsdekoration im Weißen Haus. 2020 hüllte sie den Regierungssitz unter dem Motto "America the Beautiful“ das vierte und letzte Mal in weihnachtlich pompösen Glanz (Foto).
Einige Wochen zuvor wurden einige Mitschnitte eines Telefonats zwischen Melania Trump und ihrer Ex-Beraterin veröffentlicht, worin sie ihrem Ärger um die Organisation der Weihnachtsdeko beziehungsweise das mangelnde öffentliche Interesse daran, Luft machte. "Ich arbeite mir den Arsch ab mit dem Weihnachtszeug", soll die First Lady gesagt haben.
Ob sie bei der Organisation der Halloween-Dekoration ähnliche Sorgen hatte? Nach außen hin zeigte sich die First Lady bei diesen bunten Festen zumindest stets mit einem Lächeln und...
... verteilte mit ihrem Mann im Rahmen des traditionellen "Trick-or-treating" Süßigkeiten an Kinder. Trotz der Corona-Pandemie wurden auch zu Halloween 2020 die kleinen Besucher ins Weiße Haus eingeladen.
Spaßiger dürfte ebenso die Organisation der bunten Osterspiele gewesen sein. Seit 1878 hat das sogenannte "Easter Egg Roll" Tradition am Weißen Haus: jedes Jahr an Ostermontag lassen Kinder im Garten des Regierungssitzes mithilfe eines Löffels bunte Eier rollen.
Allerdings sorgte gleich das erste "Easter Egg Roll" unter Donald und Melania Trump im Jahr 2017 (Foto) für Gesprächsstoff: die Präsidentengattin schubste ihren Mann leicht an, damit er beim Singen der Nationalhymne die Hand auf sein Herz legt.
Als ehemaliges Model dürfte Melania Trump etwas von Mode und dessen Wirkung verstehen. Umso mehr verwunderte ihr Auftritt im Rahmen der Reise an die mexikanische Grenze im Jahr 2018. Auf dem Weg dorthin trug sie einen grünen Parka mit der Aufschrift "I don't care - do u?" (zu Deutsch: "Mir ist es egal - dir auch?").
Bei dem Besuch ging es um die Unterbringungssituation tausender mexikanischer Kinder, die nach dem Grenzübertritt von ihren Eltern getrennt wurden. Vielen anderen Menschen war dies nicht egal und so startete mit dem Spruch "We Do Care!" eine Protestaktion gegen Melanias Parker.
Kurze Zeit vorher schon leistete sich Melania einen ersten modischen sowie politischen Fehlgriff: während ihrer Afrika-Reise trug die First Lady einen weißen Hut im Kolonialstil. Für diesen erntete sie heftige Kritik, da er als Symbol der Kolonialherrschaft in Afrika gewertet wurde.
Deutlich besser stand ihr, während ihrer ersten großen Reise ohne Donald Trump, hingegen der Besuch im Nairobi National Park. Das Streicheln und Füttern von süßen Elefanten gab dann doch ein besseres Bild ab als der Hut.
Im September 2019 wurden erneut Vorwürfe gegen Melania Trump erhoben, sich am Textfundus der Obamas zu bedienen. Die Broschüre, die sie im Rahmen ihrer Anti-Mobbing-Kampagne "Be Best" vorstellte, wies einige Parallelen zu einer Kampagne von Barack Obama aus dem Jahr 2014 auf.
Ein weiteren fragwürdigen Auftritt legte Melania Trump während ihrer Rede in der zweiten Nacht des republikanischen Parteitags 2020 hin. Zum einen fielen in ihrer Ansprache erneute Parallelen zu ihrer Vorgängerin Michelle Obama auf. Zum anderen...
...irritierte ihr modischer Aufzug während dieser Rede. Melania Trump erschien in einem an einen Militäranzug angelehnten Kostüm. Einige erinnerte dieser Overall an den ehemaligen kubanischen Regierungschef Fidel Castro. Das passte allerdings nicht ganz zu dem Inhalt ihrer Ansprache, in der sie sich unter anderem gegen Rassismus in den USA aussprach.
Das Verhältnis zwischen First Lady Melania Trump (r.) und ihrer Stieftochter, First Daughter Ivanka Trump (l.), soll schon vor der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten sehr angespannt gewesen sein. Kurz vor der Amtsübergabe soll es allerdings zwischen den beiden eskaliert sein: So wollen beide Frauen angeblich nicht mehr gleichzeitig in demselben Raum sein.
Einen Tag vor der offiziellen Amtsübergabe ihres Mannes, verabschiedete sich Melania Trump via Twitter mit einer aufgezeichneten Rede. Einer ihrer letzten Worte als First Lady der USA: "Die vergangenen vier Jahre waren unvergesslich."