Eigentlich sollte am Tag der Deutschen Einheit das Gemeinsame statt dem Trennenden im Vordergrund stehen. Doch rund 500 Demonstranten bedrängen die Gäste der Feierlichkeiten in Dresden, am Abend demonstrieren mehrere Tausend Anhänger von Pegida. Die Pressestimmen zur Einheitsfeier in Dresden.

"Ausgerechnet in Dresden", dachte sich wohl so mancher im Vorfeld des Tags der Deutschen Einheit. Ausgerechnet dort wollte man feiern, wo noch eine Woche zuvor zwei Bomben explodiert waren. Und tatsächlich läuft nicht alles rund beim Festakt.

  • Die Zeit: "Der Einheitstag als Farce"

    Hunderte Unbelehrbare haben die Stimmung des Dresdner Einheitsfestes vergiftet. Das konnte geschehen, weil es Behörden an Sensibilität gegenüber rechtem Ungeist fehlt. Zum Artikel
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Den Pöblern zum Trotz"

    Bunt und fröhlich sollte die Feier zum Tag der Deutschen Einheit werden. Doch Anhänger von Pegida dominieren das Bild. Zum Artikel
  • Süddeutsche.de: "Zum Fest entschlossen"

    Während draußen die Feier zum Tag der Deutschen Einheit im Pfeifkonzert von Pegida untergeht, bemühen sich Norbert Lammert und Stanislaw Tillich in der Dresdner Semperoper um Worte der Zuversicht. Zum Artikel (Abo)
  • Spiegel Online: "Merkels härtester Feiertag"

    Pfeifkonzerte, Sprechchöre, offener Hass: Selten war die Kluft zwischen Politik und Wutbürgern so spürbar wie bei den Einheitsfeiern in Dresden. Im Zentrum des Zorns stand die Kanzlerin. Vom diesjährigen Tag der Deutschen Einheit bleibt der üble Eindruck zurück, dass ein Schwarm gereizter Hetzer sogar den wichtigsten Feiertag des Landes verderben kann. Zum Artikel
  • Bild.de: "Dresdens verpasste Chance. Ein paar hundert Hass-Pöbler versauten das Einheitsfest"

    Ein Jahr lang hatten sich die Verantwortlichen penibel auf diesen 3. Oktober vorbereitet. Die Landeshauptstadt und der Freistaat wollten gute Gastgeber sein. Und hofften, mit diesem Fest auch Dresdens ramponiertes Image zu reparieren. Doch in einer Stadt mit angeknackstem Ruf reichen ein paar hundert Pöbler aus, um den Tag der Deutschen Einheit zu versauen! Zum Artikel

    Stuttgarter Zeitung: "So viel Hass"

    Dresden ist derzeit kein Ort, um Deutschland zu feiern. Die Gastgeber schämen sich und sind doch auch froh, dass abgesehen von Verbalinjurien nicht noch mehr passiert ist. Zum Artikel
  • RP Online: "Wer genau ist hier das Volk?"

    So eine Einheitsfeier hat Deutschland noch nicht erlebt. Die Stadt Dresden verwandelt sich an diesem düsteren Montag zeitweilig in einen Hexenkessel. Vor der Kulisse der berühmten Semperoper haben sich im strömenden Regen Tausende Menschen versammelt. Unter ihnen hunderte rechte Demonstranten, vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen "Pegida"-Bündnisses, die hasserfüllt Parolen brüllen. Drinnen im Gebäude, wo wenig später der zentrale Festakt zum Tag der deutschen Einheit stattfinden wird, bemüht sich Kanzlerin Angela Merkel um Sachlichkeit. Zum Artikel
  • Taz.de: "Spießrutenlauf an Pegida vorbei"

    Den fast 1.000 geladenen Gästen schlug ungezügelter Hass des harten Pegida-Kerns entgegen. Die sogenannte Volksinitiative "Einprozent" hatte Trillerpfeifen gesponsert, die fast eine Stunde lang ertönten. Rufe wie "Volksverräter" und "Merkel muss weg" wurden vielfach intoniert. Zu den bekannten Sprüchen kamen "Orbán, Orbán!"-Rufe und ein bemerkenswerter Slogan hinzu: "Merkel nach Sibirien, Putin nach Berlin!" Zum Artikel

(ank)