Athen (dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist zu seinem zweitägigen Griechenland-Besuch in Athen eingetroffen.

Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras sollen die Flüchtlingskrise, die Beziehungen zwischen EU und Türkei sowie ein Bündel bilateraler Themen wie Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis und die Zypern-Frage stehen, wie das griechische Staatsfernsehen berichtete.

Bereits am Vorabend hatte Erdogan in einem Interview mit dem griechischen Fernsehsender Skai die Aktualisierung jenes Vertrags gefordert, der die Meeresgrenzen und die Zugehörigkeit von Inseln in der Ägäis bestimmt. Es wird aber auch damit gerechnet, dass Erdogan die Auslieferung von acht türkischen Militärs fordern wird, die nach dem gescheiterten Putsch im Sommer 2016 nach Griechenland geflüchtet waren.

Die Polizei verhängte aus Sicherheitsgründen für Donnerstag und Freitag ein allgemeines Demonstrationsverbot im Zentrum Athens. Diplomaten werteten, Erdogan sei wegen der Verschlechterung der Beziehungen zu Berlin und Washington in Bedrängnis geraten. Er wolle mit dem Besuch in Athen zeigen, dass es EU-Länder gebe, die die Wichtigkeit der Türkei erkennen würden und keinen Streit mit dieser Regionalmacht wollten.© dpa