Die USA drohen mit massiven Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium. Die EU bereitet offenbar den Vergeltungsschlag vor. Einem Bericht der "FAZ" zufolge plant sie, im Fall der Fälle Zölle zu erheben - gerade auch auf Produkte, von deren Verkauf Trump-Unterstützer profitieren.

Die USA und die Europäische Union steuern weiter auf einen Handelskrieg zu. Zwar hat die Europäische Union bislang nicht öffentlich auf die Ankündigung der US-Regierung reagiert, massive Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium erlassen zu wollen. Doch nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laufen im Hintergrund Vorbereitungen für die Retourkutsche.

US-Präsident Donald Trump hat bis April Zeit, über die Vorschläge des Wirtschaftsministeriums zu Zöllen und Einfuhrquoten zu entscheiden. Sollte Trump mit Maßnahmen Ernst machen, die auch europäische Unternehmen treffen, wird die EU laut "FAZ" ihrerseits bestimmte Produkte mit Zöllen belegen.

Whiskey und Motorräder im Visier

In erster Linie soll die Regelung landwirtschaftliche Produkte verteuern, darunter Kartoffeln, Tomaten und Orangensaft. Darüber hinaus zielt die Europäische Union aber offenbar auch auf Produkte, deren Absatzschwäche die Wahlkreise von Unterstützern des Präsidenten treffen würde.

Auf Motorräder der Marke Harley-Davidson zum Beispiel, denn das Unternehmen sitzt in Wisconsin und von dort stammt Paul Ryan, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses. Auch Bourbon-Whiskey soll auf der Liste stehen. Dieser wird unter anderem in Kentucky produziert, wo der Republikaner Mitch McConnel, Mehrheitsführer im Senat, zu Hause ist.

US-Präsident Donald Trump wirft sowohl Europa als auch China eine unfaire Handelspolitik vor. Die Regeln der Welthandelsorganisation WHO erlauben Handelsbeschränkungen wie Zölle oder Einfuhrbegrenzungen, wenn die nationale Sicherheit bedroht ist. Die USA wollen dies mit einer Untersuchung bewiesen haben.

Auch mit China droht den USA ein Handelskrieg

Nicht nur mit der EU, auch mit China könnten sich die Vereinigten Staaten bald in einem Handelskrieg wiederfinden. Gerade Beschränkungen bei Stahl dürften China schwer treffen und das Pekinger Handelsministerium hatte schon im Sommer wissen lassen: "Wenn die USA die Fakten und die Regeln des multilateralen Handels nicht respektieren und Maßnahmen ergreifen, die den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen schaden, wird China nicht tatenlos zusehen, sondern angemessene Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen Chinas zu schützen."

Mit der Entscheidung, erhebliche Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule zu erheben, waren die USA bereits im Januar auf Konfrontation mit China gegangen.