Vor allem Kinder und Jugendliche jubeln bei dem Konzert in Manchester am Montagabend ihrem Popstar Ariana Grande zu. Doch mit der ausgelassenen Stimmung ist es jäh vorbei, als ein Mann einen Sprengsatz zündet. 22 Besucher sterben, rund 60 werden verletzt. Erneut erschüttert der Terror Großbritannien.

Ein Foto ihres Tickets, ein Foto von sich, gestylt, ausgehfertig. Twitter-Nutzerin "hannawwh" freut sich riesig auf das Konzert.

Doch statt eines unbeschwerten Abends erlebt die Jugendliche einen Albtraum. "Ich hatte im meinem Leben noch nie solche Angst", lautet ein Post Stunden später.

Als der letzte Song von Pop-Sängerin Ariana Grande in der Arena im nordenglischen Manchester verklungen ist, gibt es einen lauten Knall. In der Nähe des Eingangs ist etwas explodiert.

"Alle schrien und rannten raus", schildert der junge Grande-Fan auf Twitter. Die Menschen sind in Panik, drängen in die dunkle Nacht.

Blutüberströmte Menschen lagen am Boden

Kurz darauf eilen Polizei und zahlreiche Krankenwagen mit Blaulicht herbei.

Blutüberströmte Menschen liegen auf dem Boden. Etliche haben schwere Beinverletzungen.

22 Menschen und der Täter sind laut Polizei getötet worden. 59 wurden verletzt. Chefermittler Ian Hopkins sagte: "Ich kann bestätigen, dass Kinder unter den Toten sind."

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Die Behörden behandeln die Tat als Terroranschlag. Ein männlicher Attentäter hatte einen selbstgebauten Sprengsatz zur Explosion gebracht.

Ob er allein gehandelt hat und was hinter der Tat steckt, darüber gibt es noch keine Klarheit.

Die Polizei hat einen 23 Jahre alten Verdächtigen festgenommen. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" reklamiert die Tat für sich.

Vor allem viele Kinder und Jugendliche haben das Konzert von Ariana Grande besucht, die selbst erst 23 ist. "Mir tut es so leid. Mir fehlen die Worte", twittert sie nach dem Anschlag. Sie sei "am Boden zerstört".

Eltern suchen verzweifelt mit Fotos in den sozialen Netzwerken nach ihren Kindern.

Unter dem Hashtag #roomformanchester bieten Hunderte Schutzsuchenden auf Twitter ihre Sofas und Gästebetten an. Auch Hotels bieten Schlafmöglichkeiten, Taxifahrer bringen Konzertbesucher kostenlos nach Hause.

#prayformanchester

Nicht nur die Einwohner von Manchester, Menschen aus alle Wert zeigen sich solidarisch. #prayformanchester gehört schnell zu den am häufigsten verwendeten Hashtags in den sozialen Netzwerken.

Sicherheitskräfte sperren das Gelände umgehend ab. Ein verdächtiger Gegenstand in der Umgebung entpuppt sich als harmlos: nur alte Kleidung.

Der benachbarte Bahnhof Victoria wird evakuiert. Alle Züge sind gestrichen. "Wir müssen noch den ganzen Tag lang mit Störungen rechnen", heißt es bei der Bahngesellschaft.

Bei allem Schrecken gibt es auch schöne Momente. Gary Walker und seine Familie etwa hatten mehr Glück als andere.

Der Vater aus Leeds hatte mit seiner Frau im Foyer gewartet, um seine Töchter Abigail und Sophie von dem Konzert abzuholen, als es plötzlich einen "riesigen Blitz, einen Knall und Rauch" gab, wie er der BBC sagte.

Seine Frau zog sich eine Wunde am Bauch zu und eine am Bein, er selbst spürte Schmerzen im Fuß. Doch was am Ende zählt, ist der Anruf seiner Mädchen - es geht ihnen gut. (dpa/mcf)