Zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer kracht es derzeit erneut gewaltig. Der Grund: wie so oft die Flüchtlingsfrage. Jetzt wollen die beiden Streithähne eine rasche Einigung erzielen. Das könnte aber schwer werden.

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) wollen ihren Streit über die Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze noch in dieses Woche beilegen. Dies sagte Seehofer am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern in einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin. Zugleich betonte er demnach, einen "schrägen Kompromiss" werde er nicht mittragen. Im Anschluss an die Sitzung sagte er vor Journalisten lediglich: "Gebt uns Zeit."

Mehrheit im Kabinett hinter Seehofer

Nach Angaben von Teilnehmern betonte der Innenminister in der Sitzung, es gehe um den Ausgleich zwischen Humanität und Ordnung. Ziel sei eine saubere Lösung, hinter der sich alle in der Union versammeln könnten. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte den Abgeordneten zu, falls es im Laufe der Woche eine Einigung gebe, werde darüber in einer Sondersitzung der Fraktion informiert.

Nach Angaben von Teilnehmern erhielt Merkel bei den Wortmeldungen keine Unterstützung für ihre Kritik an den Plänen Seehofers zur Zurückweisung bestimmter Migranten an der deutschen Grenze. 13 Abgeordnete hätten gesprochen, davon hätten 11 die Position des CSU-Chefs unterstützt. Zwei Wortmeldungen seien neutral gewesen. Nur etwa fünf seien von der CSU gewesen. Die anderen von der CDU.

Reicht ein symbolisches Signal?

Wieder andere Teilnehmer sagten, die Abgeordneten hätten das Signal an Merkel gegeben, sich in Richtung Seehofer zu bewegen. Es gehe dabei um eine Art symbolisches Signal der Ordnung angesichts der Schwächen, die der Staat in der Flüchtlingskrise und bei der Bearbeitung von Asylfällen gezeigt habe.

Merkel, die zum Schluss der Diskussion über die Asylpolitik das Wort ergriff, sagte, dass Seehofer einen "Masterplan Migration" erarbeite, habe ihre volle Unterstützung. Sie habe aber Verantwortung für die CDU, die Union, das Land und auch für Europa. Es müsse zwischen nationalen und europäischen Interessen abgewogen werden. (mss/dpa)

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