Die Zahl der neu in Deutschland ankommenden Asylsuchenden ist deutlich gesunken. Das teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit.

Nach der Schließung der sogenannten Balkanroute sind im März sehr viel weniger Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Die Zahl der im Erstregistrierungssystem Easy erfassten Asylsuchenden sank gegenüber Februar um zwei Drittel: von 61.428 auf 20.608, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) heute in Berlin mitteilte.

Das Easy-System ist eine IT-Anwendung zur Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer; Fehl- und Doppelerfassungen etwa wegen der fehlenden Erfassung persönlicher Daten sind nicht ausgeschlossen.

De Maizière betonte, dass es noch zu früh sei, für das gesamte Jahr eine Prognose über die zu erwartende Gesamtzahl der Flüchtlinge abzugeben.

Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei zur Rücknahme von Flüchtlingen sei zwar gut angelaufen.

Die weitere Entwicklung müsse hier aber ebenso abgewartet werden wie die Möglichkeiten, dass sich Ausweichrouten entwickeln, sagte de Maizière weiter. Er nannte hier insbesondere die Route von Libyen nach Italien.

Der Minister verwies zudem auf den starken Rückgang der Zugänge aus den Balkan-Staaten. Dieser mache deutlich, dass die gesetzliche Einstufung dieser Länder als sichere Herkunftsstaaten durchaus Wirkung zeige.

De Maizière strebt diese Einordnung auch für die nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien an. (cai/dpa/afp)