Die Welt erlebt derzeit die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Tausende Menschen sind auf der Flucht vor Zerstörung und Krieg - und machen sich auf den Weg nach Europa und Deutschland. Zugleich steigt in Deutschland die Zahl rechtsextremer Taten. In der folgenden Grafik sehen Sie, wo in Deutschland am meisten Ausländer und Asylbewerber leben - und wo besonders viele fremdenfeindliche Straftaten verübt werden.

Die linke Grafik zeigt fremdenfeindliche Gewalt- und Straftaten im Jahr 2014 nach Bundesland (absolute Zahlen)*. Zugleich sehen Sie, in welchem Bundesland wie viele Ausländer leben – prozentual im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung**. Auf der rechten Seite sehen Sie die Zahl der Asylerstanträge sowie die Gewalttaten, die sich gegen Flüchtlinge richten***.

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Im letzten Jahr betrug die Zahl der Asylerstanträge 202.834, diese Zahl wurde bereits in den ersten sieben Monaten dieses Jahres überschritten. Bis Juli wurden fast 310.000 Menschen im EASY-System ("Erstverteilung von Asylbegehrenden") registriert. Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr mit der Rekordzahl von 800.000 Flüchtlingen in Deutschland. Den bisherigen Höchststand hatten die Behörden mit etwa 440.000 Asylanträgen im Jahr 1992 gezählt.

* Datenmaterial aus einer Anfrage der Partei Die Linke im Deutschen Bundestag zu rechtsextremen und fremdenfeindlichen Straftaten. Die Zahlen stammen vom Bundesministerium des Inneren und gelten laut der Linken als vorläufig. Demnach wurden in Deutschland im Jahr 2014 insgesamt 316 fremdenfeindliche Gewalttaten begangen. Laut aktuellem Verfassungsschutzbericht lag die Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten im Jahr 2014 bei 512 und erreichten damit den höchsten Stand seit der Einführung des geltenden Definitionssystems im Jahr 2001. Die absoluten Zahlen in der vorliegenden Grafik beziehen sich auf fremdenfeindliche Gewalt- und sonstige Straftaten. Fremdenfeindliche Taten sind definiert als Delikate, die "gegen Personen begangen werden, denen der Täter (aus intoleranter Haltung heraus) aufgrund ihrer Nationalität, Rasse, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkunft oder aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes ein Bleibe- oder Aufenthaltsrecht in seiner Wohnumgebung oder in Deutschland bestreitet".
** Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt und beziehen sich auf die Ausländische Bevölkerung nach der Bevölkerungsfortschreibung. Dabei handelt es sich um vorläufige Daten, die auf Basis des Zensus 2011 fortgeschrieben werden mit Stand 30. Juni 2014.
*** Die Daten basieren auf einer Chronik der Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL aus dem Jahr 2014. Demnach gab es 36 Brandanschläge und 211 sonstige Angriffe. Mehrfach musste die Feuerwehr ausrücken, nachdem Extremisten unbewohnte Asylbewerberunterkünfte in Brand gesetzt hatten. Zudem wurden 81 tätliche Übergriffe auf Einzelpersonen registriert. Vor allem im letzten Quartal stieg die Anzahl rassistischer Angriffe auf deutsche Asylbewerberheime dramatisch. So zählten die Behörden bundesweit 67 rechtsextrem motivierte Straftaten. Das ist mehr als im gesamten Jahr zuvor. Die Attacken richteten sich gegen Unterkünfte oder ihre Bewohner – sie reichten von Hakenkreuz-Schmierereien bis zu Angriffen mit Waffen oder Brandsätzen.