Friedensnobelpreis 2019: Das sind die diesjährigen Favoriten

Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste politische Auszeichnung der Welt. 301 Nominierungen sind in diesem Jahr dazu eingegangen, der vierthöchste Wert jemals. Das große Teilnehmerfeld sorgt dafür, dass es vor der Bekanntgabe des Preisträgers ein großes Rätselraten gibt. Das führt unter anderem so weit, dass man auf so ziemlich jeden bekannten Namen wetten kann. Doch auch, wenn das Nobel-Institut sie im Vorfeld nicht bekannt gibt: Unter den Experten und Wettbüros gibt es auch in diesem Jahr ein paar Favoriten. (kad)

Abiy Ahmed: Neben Thunberg fällt immer wieder ein weiterer Name, den die Experten auf dem Zettel haben. Abiy Ahmed, der Ministerpräsident von Äthiopien, hat mit Eritrea nach vielen Jahren des Krieges ein Friedensabkommen geschlossen und einen Reformprozess in Gang gesetzt. "Ich denke, das Komitee wird sich für ihn entscheiden. Das stünde im Einklang mit Alfred Nobels Testament", meint etwa der norwegische Nobelhistoriker Asle Sveen.
Nathan Law: Der junge Aktivist ist einer der Favoriten des Direktors des Osloer Instituts für Friedensforschung Prio, Henrik Urdal. Law kämpft als einer der führenden Köpfe der Demonstrationen in Hongkong für mehr demokratische Rechte und gegen eine Einflussnahme durch China.
Jacinda Ardern: Die neuseeländische Ministerpräsidentin wird ebenfalls als Anwärterin genannt. Sie bewies besonders nach den Bombenanschlägen im März auf zwei Moscheen in Christchurch Führungsstärke und bekundete trotz wachsender Islamfeindlichkeit demonstrativ ihre Anteilnahme für die Opfer.
Raoni Metuktire: Auch der Häuptling aus dem Amazonas-Gebiet rangiert bei den Buchmachern auf den vorderen Plätzen. Durch seinen Einsatz für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes und der indigenen Kulturen wurde er zu einer international bekannten Symbolfigur. Er kämpft außerdem gegen die Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro.
Reporter ohne Grenzen: Auch Organisationen können mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden. Prio-Chef Urdal sieht dabei "Reporter ohne Grenzen" als weiteren Top-Anwärter auf die renommierte Auszeichnung. Die international tätige Nichtregierungsorganisation verteidigt die Presse- und Informationsfreiheit auf der ganzen Welt.
UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR: Bereits 1954 und 1981 wurde UNHCR der Friedensnobelpreis verliehen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zählt nun auch in diesem Jahr zu den Nominierten. Durch seine Arbeit gilt der Hohe Flüchtlingskommissar Filippo Grandi als die Stimme der Flüchtlinge in der Welt. Ein Friedensnobelpreis für ihn und seine Organisation wäre auch eine Anerkennung des Leides, das Flüchtlinge weltweit zu erdulden haben.