• Eigenheime sind offenbar nicht das Wohnmodell der Zukunft.
  • Laut Bundesbauministerin Klara Geywitz solle nicht jede Generation sein eigenes Einfamilienhaus bauen.

Mehr aktuelle News

Bundesbauministerin Klara Geywitz hat ein Umdenken beim Bau von Eigenheimen gefordert. Die SPD-Politikerin bezog sich auf eine frühere Aussage von ihr, dass es ökonomisch und ökologisch unsinnig sei, wenn jede Generation neben den einzelnen Häusern der Vorgängergeneration ihre eigenen baue. "Mathematisch ist das ganz klar. Wenn wir jetzt noch drei, vier Generationen weiterdenken, können wir nicht alle nebeneinander diese Einfamilienhausgebiete haben", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" (Montag).

"Darum müssen wir diesen Kreislauf der Nutzung der Häuser wieder in Gang kriegen und ganz viel in Sanierungsförderung stecken", sagte sie der Zeitung. Man müsse ebenfalls darüber sprechen, "dass man, wenn man ein eigenes Haus haben will, auch mal schaut, was es schon im Bestand gibt". Ein Einfamilienhaus sei ein Lebensabschnittsgebäude. "Wir haben eine wunderbare Flächenauslastung von 150 Quadratmetern Einfamilienhaus, wenn Sie und Ihre Frau und Ihre drei Kinder da drin wohnen." Doch die Kinder zögen irgendwann aus und dann sei man zu zweit auf 150 Quadratmetern.

Vereine: Abrisse vernichten Wohnraum und sind unökologisch

Um ein Umdenken bei der Schaffung von Wohnraum zu erreichen, forderten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verein Architects4Future (A4F) die Bauministerien der Länder dazu auf, eine verpflichtende Abrissgenehmigung in den Bauordnungen zu verankern. Gebäudeabrisse vernichteten bezahlbaren Wohnraum und belasteten Klima und Ressourcen.

Dafür hätten die Initiatoren den Ministerien der Länder und dem Bundesbauministerium Vorschläge für eine Musterumbauordnung vorgelegt. Die Klimaauswirkungen sollten in Zukunft geprüft und Gebäude nur abgerissen werden, wenn Abriss und Neubau umweltfreundlicher seien als eine Sanierung, teilten DUH und A4F am Montag mit. Bis zur Umsetzung solle ein sofortiges Abrissmoratorium von Gebäuden gelten.

Der Irrglaube vom ökologischen Neubau

"Sanieren, Umbauen, Umnutzen und Erweitern müssen das neue Normal werden, der Abriss die Ausnahme", sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Die Bundesregierung schaue dem "Abrisswahn" laut Metz tatenlos zu. "Was wir brauchen, ist ein Paradigmenwechsel hin zum Bauen im Bestand."

Nach Angaben der Verbände gibt es in Deutschland in den meisten Bundesländern keine gesetzlichen Vorgaben oder Bedingungen für Abrisse. Zudem bestehe der Irrglaube, dass ein Abriss oder Neubau ökologischer sei als die Sanierung bestehender Gebäude.

Viele Menschen träumen vom eigenen Haus mit Garten. Ein Neubau ist laut dem Bauministerium jedoch nicht immer ökologisch sinnvoll. Auch Verbände fordern ein Umdenken bei der Schaffung von Wohnraum. (dpa/lko)

Mieten steigen weiter: Wohnen wird immer teurer

Die Zinsen für Immobilienkredite sind hochgeschossen und Bauen ist teuer - viele Menschen können sich kein Wohneigentum mehr leisten. Das wirkt sich laut einer neuen Analyse bei den Mieten aus. Auch die Inflation spielt offenbar eine Rolle.