Gipfel zwischen Nord- und Südkorea: Strahlen für den Neuanfang

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Nach 65 Jahren Feindschaft soll es einen Neustart geben. Erstmals seit Ende des Koreakrieges hat ein Staatschef Nordkoreas südkoreanischen Boden betreten. Ein historischer Moment – doch an den Gipfel zwischen Kim Jong Un und Moon Jae gibt es auch hohe Erwartungen. Die besten Bilder.

Nordkorea geht auf Südkorea zu - sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinn. Zwischen den blauen Baracken der gemeinsamen Sicherheitszone markiert die betonierte Schwelle zwischen dem Sandfeld im Norden und dem Kiesbett im Süden die Demarkationslinie.
Direkt an dieser Demarkationslinie wurde der nordkoreanische Machthaber von Südkoreas Präsident Moon Jae In am Morgen (Ortszeit) empfangen. Beide Staatschefs begrüßten sich herzlich mit Handschlag.
Ein kleiner Schritt für Kim, ein großer Schritt Richtung Frieden? Schließlich folgte ein historischer Moment: Als erster nordkoreanischer Staatschef seit dem Ende des Korea-Krieges vor 65 Jahren hat Kim Jong Un ...
... südkoreanischen Boden betreten. Zuvor forderte Kim Präsident Moon Jae auf, seinerseits die Betonschwelle zu überqueren. Moon betrat damit erstmals nordkoreanischen Boden - damit hatte im Vorfeld niemand gerechnet.
Die erste Begegnung zwischen Kim und Moon ist nach 2000 und 2007 in Pjöngjang der dritte innerkoreanische Gipfel - aber der erste seit der Eskalation der Spannungen über die Atom- und Raketentests im vergangenen Jahr.
"Mit dem Moment, in dem der Vorsitzende Kim die militärische Demarkationslinie überschritten hat, wurde Panmunjom zu einem Symbol des Friedens, nicht der Teilung", sagte Moon zu Beginn der Gespräche live im Fernsehen.
Der innerkoreanische Gipfel produziert viele symbolträchtige Bilder. Kurze Zeit nach der ersten Begrüßung posieren beide Staatschefs mit zwei elfjährigen Schülern aus einem nahe gelegenen Dorf in Südkorea.
Moon empfing den Machthaber sogar mit militärischen Ehren. Beide marschierten an einer Ehrengarde von 300 Soldaten aller drei Waffengattungen der südkoreanischen Streitkräfte vorbei.
Zu Beginn äußerte Kim seine Erwartung, in "freimütigen Diskussionen" eine "bedeutende Vereinbarung" erreichen zu können. Moon forderte ihn seinerseits zu "kühnen" Entscheidungen auf, um Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen. Und so sollte es dann auch kommen.
Nach dem Empfang durch die Ehrengarde trug sich Kim ins Gästebuch des südkoreanischen "Friedenshauses" in Panmunjom ein. Er richtete erneut eine Einladung an Südkoreas Präsidenten, zu einem Besuch in Pjöngjang zu kommen, die Moon später annahm.
Im Mittelpunkt des mit Spannung und großen Hoffnungen erwarteten Gipfels standen der Streit um Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm und eine langfristige Friedenslösung für die koreanische Halbinsel.
Später erklärten die beiden Länder in einer gemeinsamen Mitteilung alle "feindseligen Handlungen" für beendet. Kim Jong Un bekräftigte seinen Willen zur vollständigen Denuklearisierung.
Nach der ersten Gesprächsrunde am Morgen (Ortszeit) kehrte Kim - eskortiert von einer Armee aus Bodyguards - über Mittag zum Essen auf die nordkoreanische Seite zurück.
In der zweiten Runde am Nachmittag pflanzten Kim und Moon gemeinsam einen Baum (im Hintergrund) an der Demarkationslinie, der für "Frieden und Wohlstand" stehen soll. Es ist eine Pinie aus dem Jahr 1953, als der Waffenstillstand vereinbart wurde.
Zur Symbolik trug weiter bei, dass beide Staatschefs jeweils Erde und Wasser von berühmten Bergen und Flüssen auf beiden Seiten für die Zeremonie benutzten.
Moon Jae In und sein Gast Kim Jong Un machten zunächst einen Spaziergang auf dem Naturgelände in Panmunjom ...
... und ließen sich zu einem Gespräch unter vier Augen an einem Tisch auf der Plattform einer Fußgängerbrücke nieder.
Nach Kim überquerte am späten Nachmittag (Ortszeit) auch seine Frau Ri Sol Ju (li.) die Grenze zu Südkorea, um an einem Willkommensessen im Rahmen des Gipfels teilzunehmen.
Noch davor kam es zum Gespräch mit Südkoreas First Lady Kim Jung Sook (r.). "Ich freue mich, von meinem Mann zu hören, dass der Gipfel ein Erfolg war“, sagte Ri zu einem südkoreanischen TV-Sender.
Die getroffenen Vereinbarungen hätten "einen Schatten beseitigt, der über der koreanischen Halbinsel hing", sagte Moon beim Abendessen zum Abschluss des Treffens am Freitag. Er und Kim seien durch die Gespräche "gute Freunde geworden".
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